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Schweizer Luxusproblem Informatikermangel? Von wegen!

Schweizer Luxusproblem Informatikermangel? Von wegen!

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/11 – Seite 1
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3. November 2018 - Von Markus Häfliger
Schweizer Luxusproblem Informatikermangel? Von wegen!
Markus Häfliger berät als Gründer und Inhaber von Häfliger Media Consulting IT-Unternehmen in allen Belangen der Medienarbeit. Vor seinem Wechsel in die PR-Branche im Jahr 2010 war er während zehn Jahren als Redaktor und Chefredaktor von "Swiss IT Reseller" tätig und somit für den Aufbau des Branchenmagazins mitverantwortlich. www.haefligermediaconsulting.com (Quelle: Häfliger Media Consulting)
Ich weiss schon, dass in der Schweiz abertausende Informatiker jetzt und in Zukunft fehlen sollen, und dass dies eine Binsenwahrheit ist. Je nach Quellen sind es bis zu 10’000 jährlich. Gemäss dem Berufsbildungsverband ICT Berufsbildung Schweiz sollen es allein in den nächsten acht Jahren 75’000 Fachkräfte sein. Beim Fachkräftemangel der IT, heisst es allenthalben, handle es sich um ein Schweizer Luxusproblem. Denn die "digitale Transformation" und die Entstehung neuer digitaler Geschäftsmodelle seien eben in der Schweiz viel stärker auf dem Vormarsch als in anderen Ländern. Letzteres mag vielleicht stimmen. Ein Luxusproblem ist der Mangel an Informatikern deshalb aber nicht. In der Folge müssen fehlende Fachleute vermehrt in den Unternehmen und Hochschulen ausgebildet oder aus dem Ausland rekrutiert werden. Allerdings ist beides leichter gesagt als getan – und reicht bei weitem nicht aus.

Ein Drittel verlagert sich ins Ausland

Denn erstens können die kleineren und mittleren Unternehmen längst nicht so viele neue IT-Leute ausbilden, wie es bräuchte. Es fehlen ihnen schlichtweg die Ressourcen dazu. Und die grossen Schweizer Konzerne, die es sich leisten könnten, machen (allerdings vor allem aus monetären Gründen) mehr mit Offshoring zigtausender IT-Stellen als mit Ausbildung Schlagzeilen. Wie dem auch sei, bei optimistischer Sichtweise können über beide Kanäle, also Ausbildung und Rekrutierung aus dem Ausland, 50’000 neue Fachkräfte bereitgestellt werden. Zieht man allerdings die neuerlichen Entwicklungen bei den Verhandlungen der Schweiz mit der Europäischen Union in Sachen bilateraler Verträge in Betracht, wäre ich da nicht so sicher. Selbst wenn, was nützen der Schweizer ICT schon ein paar hundert neue Kurzaufenthalterkontingente, die sie erst noch mit anderen Branchen teilen muss? Dass die Kontingentzahlen nun für Fachkräfte über die Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU/EFTA hinaus auch bei anderen Drittstaaten ausgeweitet werden, löst die Problematik auch nicht. Die restlichen Ressourcen, also die Arbeitskraft mehrerer zehntausend IT-Profis, müssen deshalb zwangsläufig ins Ausland ausgelagert werden.
 
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