Hohe Erwartung an Heimvernetzung

Hohe Erwartung an Heimvernetzung

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2007/17 – Seite 1
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8. Oktober 2007 - Am zweiten IT-Reseller-CE-Roundtable diskutierten Vertreter der Broadliner Also und Tech Data sowie des Komponenten-Distributors Alltron über ihre CE-Strategien. Das Fazit: Noch fischen sie relativ kleine Fische aus dem CE-Teich, und die Gesamtvernetzung steckt noch in den Kinderschuhen.

Die Teilnehmer

Hohe Erwartung an Heimvernetzung
Daniel Bodmer, Head of CE­Distribution, Also Schweiz

Beat Eichenberger, Business Unit Manager Retail, Tech Data

Alain Knaff, Head of Purchasing Department, Alltron

Gesprächsleitung: Markus Häfliger und Susann Klossek

IT Reseller: Seit wann und warum wurde Consumer Electronics bei Ihnen zum strategischen Geschäftsfeld?

Beat Eichenberger (Tech Data): Wir hatten verschiedene Beweggründe. Zum einen verspüren wir von der Produkte-Seite her eine starke Verschmelzung von IT und CE. Bestimmte Produkte lassen sich nicht mehr eindeutig einem Kanal zuordnen. Ein klassisches Beispiel ist der MP3-Player, der ursprünglich in der IT-Branche angesiedelt war. Zum anderen haben wir Händler, die im UE-Bereich tätig sind, aber auch IT-Produkte verkaufen wollen. Die Händler der Einkaufsgenossenschaft Tetora beispielsweise sind stark im UE-Umfeld tätig, wollen aber trotzdem MP3-Player verkaufen. Mit Tetora arbeiten wir heute im IT- und CE-Bereich zusammen. Wir haben einen Vertrag mit der Einkaufsgenossenschaft, in dem wir sämtliche Verkaufskonditionen definieren. Die Produkte liefern wir direkt an die Tetora-Händler. Tetora übernimmt in unserem Fall das Delcredere-Risiko. Wir haben den Vorteil, alle Konditionen für die Fachhändler, die dort Mitglied sind, nur einmal verhandeln zu müssen. Natürlich kann sich ein Händler, der kein Mitglied einer Einkaufsgenossenschaft ist, auch direkt bei uns anmelden. Und wir haben auch IT-Händler, die UE-Produkte kaufen wollen. Grundsätzlich richten wir uns nach der Strategie der Hersteller. Er muss sagen, in welchen Kanälen er seine Produkte haben wil,l und dort unterstützen wir ihn. Unsere Kernkompetenz ist und bleibt aber die Logistik.

Alain Knaff (Alltron): Bei uns sieht das alles ganz anders aus. Wir haben mit 15 Leuten bei Brack angefangen, inzwischen sind wir 165. Über Brack hatten wir von Anfang an auch ­Direktkontakt zum Enduser und sind deshalb sehr nah am Markt. Wir ­haben erste CE-Produkte wie Multimedia-Player, bei denen es ganz klar eine Vermischung von UE und IT gab, etwa vor vier Jahren in unser Sortiment aufgenommen. Unsere Geschäftspolitik ist, dass wir alles, was der Markt hergibt, selbst ausprobieren. Was wir als qualitativ gut befinden, offerieren wir unseren Kunden. Wir wollen uns mit unserer Strategie weniger auf die Hersteller einlassen, da wir teilweise den Eindruck haben, dass ­diese selbst mitunter mit den Produkten, die sie herstellen, überfordert sind.

Sie testen noch immer jedes Gerät?

Knaff: Wenn man einen A-Brand hat, testet man natürlich nicht mehr jedes Produkt einzeln. Wir importieren aber nach wie vor viele Produkte selbst. Da ist es unvermeidlich, alles zu testen. Der Kunde kann sich dann aber auch darauf verlassen, dass das, was er bei uns kauft, funktioniert.

Daniel Bodmer (Also): Wir haben einen etwas anderen Weg gewählt. Bei Also waren früher die Bereiche CE und Retail sowie unser sogenanntes Volumengeschäft zusammengefasst. Im Gegensatz zu Tech Data wurden wir nicht von UE-Händlern, sondern von IT-Wiederverkäufern kontaktiert. Der IT-Fachhandel merkte, dass es im CE-Bereich durchaus Produkte gibt, die er brauchen kann. Da unsere Hersteller immer mehr in die Breite gegangen sind, hatten wir diese Produkte teilweise schon im Sortiment. Der UE-Handel ist später hinzugestossen und wird heute von uns direkt betreut. Wir haben eine eigene CE-Abteilung gegründet, weil wir glauben, dass sie genug hergibt. Ich denke, es ist absolut notwendig, dass man sich fokussiert um CE kümmert. Natürlich sind wir auch in Kontakt mit Einkaufsgenossenschaften. Grundsätzlich unterscheiden wir unsere Händler nach ihrer Grösse und nicht danach, ob sie Tetora-, Interfunk-Mitglied oder unabhängig sind.

Sie hatten eine Zeit lang ein leicht angespanntes Verhältnis zur Tetora.

Bodmer: Es war nicht wirklich angespannt, es beruhte eher auf Missverständnissen. Heute führen wir Gespräche miteinander.

Es kann doch kein Missverständnis sein, wenn Tetora Händlern oder Herstellern verbietet, Also-Anlässe zu sponsern oder dort persönlich aufzutreten?

Bodmer: Das kann ich nicht beurteilen. Wir hatten Anlässe, an denen alle unsere Hersteller vertreten waren. Ich weiss, es gab gewisse Spannungen zwischen Also und Tetora. Für mich sind diese aber inexistent.

Tetora und Also wollen nicht ­zusammenarbeiten, ist das richtig?

Bodmer: Es ist nicht eine Frage von wollen oder nicht. Die Frage ist, ob eine Einkaufsgenossenschaft nötig ist oder nicht. Viele Händler sind sehr offen und sehen keinen Vorteil, ihren Einkauf über eine andere Zentrale zu machen, sondern eigentlich nur einen Umweg. Logistisch betrachtet ist es nicht nötig, die Ware noch an einen weiteren Ort zu schicken. Das ist ein zusätzlicher Aufwand, der Geld kostet. Dass die Genossenschaften ihre Händler vertreten, erachte ich als wichtig, aber für die Logistik sind wir zuständig. Im Internethandel geht es noch schneller, da werden zwei logistische Schritte ausgeschaltet, das Produkt geht direkt vom Lager zum Endkonsumenten. Wichtig ist, dass die Ware nicht viel bewegt wird, denn das kostet heute die ganze Marge.

Sehen Sie das auch so?

Eichenberger: Wir decken in erster Linie das Kundenbedürfnis. Wenn ein Händler via Einkaufsgenossenschaft bei uns auftreten will, dann ist es ganz klar, dass wir diesem Wunsch entsprechen. Der Händler hat als Tetora-Mitglied auch diverse Vorteile
 
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