Schweizer Händler fordern gleiche Voraussetzungen auch für chinesische Online-Shops
Quelle: Temu

Schweizer Händler fordern gleiche Voraussetzungen auch für chinesische Online-Shops

Kopfhörer, Smartwatches oder Handyzubehör: chinesische Online-Händler liefern viele Produkte zu Tiefstpreisen in die Schweiz. Schweizer Händler fordern jetzt Massnahmen.
16. April 2024

     

Der Verband Swiss Retail Federation ist besorgt und fordert, dass chinesische Online-Shop-Anbieter dieselben Regeln wie hiesige Online-Händler erfüllen müssen, wie "SRF" berichtet. Hiesige Händler stören sich schon länger daran, dass chinesische Online-Shops wie Temu, Shein und Aliexpress den Schweizer Markt mit Billigware überschwemmen.

Der aktuelle Stein des Anstosses: Chinesische Händler müssen nicht dieselben Regeln erfüllen wie Schweizer Händler, da sie nicht unter die regionalen Gesetze fallen. Zudem ist der Versand aus China kostenlos. Wie "SRF" berichtet, wird der Wert von Sendungen aus China oft tiefer als der tatsächliche Wert deklariert, um die Mehrwertsteuer zu umgehen. Ausserdem können die Shops aus Fernost ohne teure Produktezertifizierung Kosten sparen. Temu & Co. sind bereits mehrfach durch die Verwendung von minderwertigen Materialien aufgefallen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann gar gefährlich werden.


Mehrere Produktetest haben ergeben, dass auf Temu Güter vermarktet werden, die hierzulande nicht erlaubt sind und gerade bei elektronischen Geräten ist es heikel, wenn Sicherheitsstandards nicht beachtet werden.

Gleich lange Spiesse

Vor allem Temu betreibt jedoch nicht nur auf seiner Webseite und in der App, sondern auch auf Google intensives Marketing. Neben Werbung locken die Plattformen Kundinnen und Kunden auch mit "Gamification" an. Über eingebaute spielerische Elemente können sich Temu-Kunden Rabatte erspielen. Der chinesische Onlinehändler ist in Europa erst seit Frühling 2023 aktiv. Die Grossbank JPMorgan Chase schätzt, dass Temu dieses Jahr drei Milliarden Dollar in Werbung investieren wird.


Darum verlangen die Schweizer Onlinehändler nun gleiche Voraussetzungen. "Es geht nicht an, dass die Schweizer Händler sicherstellen müssen, dass die Produkte sicher und nicht gesundheitsgefährdend sind, aber die Billiganbieter nicht", sagt Dagmar Jenni von der Swiss Retail Federation zu SRF. Momentan sind im Nationalrat zwei Vorstösse zum Thema offen. Jenni hofft, dass bald Massnahmen folgen werden. (cma)


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