Die Unkonventionelle: Ana Campos, Co-CEO, Trivadis

Die Unkonventionelle: Ana Campos, Co-CEO, Trivadis

(Quelle: Trivadis)
Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/11 – Seite 1
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3. November 2018 - Ana Campos lernte früh, selbständig zu sein und eigene Wege zu gehen. Als Co-CEO von Trivadis und auch als Mensch ist es ihr Ziel, Dinge zu vereinfachen.
Sie ist nicht Mainstream. Das wird einem rasch klar, wenn man die Lebensgeschichte von Ana Campos, Co-CEO von Trivadis, hört. Da sind zum einen die spanischen Wurzeln, das spanische Herz, das auch nach 44 Jahren in der Schweiz stark in ihrer Brust schlägt. Da ist ihre Kindheit, die aufgrund des behinderten Bruders nicht immer einfach war. Und da ist die Tatsache, dass Ana Campos mit einer Frau zusammenlebt und mit ihr zwei Kinder hat.

Den Weg in die Schweiz ebneten die Grosseltern von Ana Campos nach der Franco-Ära, um ihrer Familie ein Leben in Freiheit ermöglichen zu können. "Daraus ist mein unbändiger Wunsch gewachsen, mich selbst sein zu dürfen. Ich möchte mich entfalten können und nicht getrieben in einer Maschinerie gefangen sein. Denn das Opfer, das mein Grossvater erbracht hat, damit wir anders aufwachsen können als er, soll nicht umsonst gewesen sein", betont die heute 44-Jährige.

Nebst der Tatsache, dass sie hierzulande als Kind immer die Ausländerin war und auch in Spanien als Ausländerin angesehen wurde – "etwas, das nebst aller Vorteile wie dem Kennenlernen verschiedener Kulturen und der Mehrsprachigkeit doch mit einem gewissen Schmerz verbunden war" –, prägte die schwere Behinderung ihres Bruders, einem äusserst starken Epileptiker, die Kindheit von Ana Campos. "Die Krankheit meines Bruders beanspruchte meine Eltern stark. Das war manchmal schwer, half mir aber auch, meinen eigenen Weg zu gehen. Es hat mich gelehrt, stark zu sein und für das einzustehen, was mir wichtig ist." Halt habe ihr in dieser Zeit die Kunst gegeben. Und auch heute noch findet sie ihren Ausgleich beim Malen in ihrem Atelier oder beim Fotografieren. "Für Sport und Kunst nehme ich mir Zeit. Denn ich bin nur stark, wenn ich mental fit bin." Und in der Natur, mit ihren zwei Hunden und der Familie, kommt Ana Campos zur Ruhe. "So gerne ich den Austausch habe, manchmal brauche ich es, den Pausenknopf zu drücken und in der Natur Energie zu tanken."

Titel sind unwichtig

Trivadis #1
In dieser und der nächsten Nummer von "Swiss IT Reseller" portraitieren wir die neue Doppelspitze von Trivadis. Im Dezember folgt das Portrait von Co-CEO Gerald Klump.
Nach einem Au-Pair-Jahr in der Westschweiz, dem KV, einem Aufenthalt in den USA und einem Wirtschaftsinformatik-Studium war Ana Campos als Beraterin bei Peoplesoft tätig, bevor sie als Selbständige ins Berufsleben startete und mit Kollegen ein IT-Beratungsunternehmen gründete. "Das war eine spannende Zeit, weil ich viel lernen und bewegen konnte." Obwohl ihr Unternehmen höchst erfolgreich war, ging Ana Campos auch hier wieder einen eigenen Weg und verkaufte die Firma nach dreieinhalb Jahren. "Mein Unternehmen war auf die Schweiz fokussiert – mir war es aber wichtig, verschiedene Erfahrungen zu sammeln und eine globale Rolle einzunehmen." So wechselte Ana Campos zu Swiss Re, wo sie auch den Einstieg in den HR-Bereich fand und parallel einen Master in Advanced Studies in Human Resources absolvierte.

Bei ihrer nächsten Station bei New Re hatte Ana Campos schliesslich das erste Mal End-to-End-­Verantwortung. Gleichzeitig machte sie Ausbildungen in Organisationsentwicklung und Coaching. "Dabei mussten wir als erstes uns selbst entdecken, uns selbst auf die Spur kommen. Da habe ich auch gemerkt, dass es für mich Zeit war, weiterzuziehen." Als sie erfuhr, dass bei Trivadis jemand für den HR-Bereich gesucht wurde, war sie begeistert: "Die Position war wie für mich gemacht, denn Trivadis vereint meine zwei Welten IT und HR bestens."

Eingestellt als Head of HR war eine der ersten Amtshandlungen von Ana Campos die Änderung ihres Titels zu Head of People and Organisational Development. "Alle haben mich für komplett verrückt gehalten, denn in der HR-Welt ist dieser Titel eine Herabstufung. Aber ich wollte ein neues HR für Trivadis errichten, das das Business unterstützt und so das Unternehmen weiterbringt. Titel sind mir egal. Es geht mir darum, was ich bewirken kann. Und ich kann gut zwischen Business und HR vermitteln, denn die beiden Bereiche ticken unterschiedlich."
 
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