Symantec ignoriert die KMU-Partner

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Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2020/09 – Seite 2
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Versiegte Kommunikation

Schwerig wird die Situation, vor allem für die Partner, durch die Ungewissheit. Niemand weiss, wie es mit Symantec, dem Vertrieb und den Kunden weitergeht. Kommunikation vonseiten ­Broadcom findet praktisch nicht statt. Einzig eines scheint klar: Dass sich Broadcom von nun an offenbar stark auf die Enterprise-Kunden fokussieren will. Security-Ikone Candid Wüest, der mehr als ein Jahrzehnt bei Symantec Schweiz an vorderster Front tätig war und das Unternehmen Anfang 2020 verlässt, kommentiert im Januar 2020: «Die neue, fokussierte Topkundenstrategie deckt sich nicht vollständig mit meinen persönlichen beruflichen Zukunftsvorstellungen.»

Es wird also bereits vermutet, was sich später verdichten soll: Dass Broadcom offenbar kein grosses Interesse daran hat, die mittleren und kleinen Kunden und Partner so zu bedienen, wie es bisher der Fall war. Was das genau heisst, weiss aber immer noch niemand so richtig.

Doch nicht nur gegenüber den Partnern ist die Kommunikation dürftig, auch die Presse erfährt nichts. Die Kommunikationsabteilungen von ­Symantec sind geschlossen, verwiesen wird auf Broadcom. Doch der Konzern äussert sich entgegen ersten Beteuerungen letztlich nicht zum vorliegenden Sachverhalt und den Vorwürfen.

Probleme lösen sich nicht von selbst

Im Sommer 2020 meldet sich eine weitere Person bei «Swiss IT Reseller», es handelt sich dabei um einen ehemaligen Mitarbeiter aus dem Symantec-­Team in Deutschland, der ebenfalls anonym bleiben möchte. Die Vorwürfe sind mannigfaltig. Erstens gebe es grosse Differenzen zwischen Symantec-Mitarbeitern und Broadcom, das Klima sei schlecht und man entledige sich vieler Mitarbeitenden mittels «grosser Abfindungspakete». Die Kommunikation innerhalb der Firma sei «mangelhaft wie nicht existent».

Zweitens: Die Strategie, die Broadcom mit Symantec verfolgt, wird nur durch das Zusammensetzen von Puzzleteilen ersichtlich. Der ehemalige Mitarbeiter erklärt, dass die rund 30’000 Partner weltweit auf gerade einmal 200 reduziert werden sollen, Broadcom wolle zukünftig nur noch die Topkunden bedienen. Eine brisante Aussage, die von Broadcom allerdings ebenfalls unkommentiert stehen gelassen wird.

Drittens: Die Integration von Symantec in die Broadcom-Strukturen. Diese sei im Prinzip gänzlich ausgeblieben, es fehle an einer klaren Marktstrategie und aufgrund der vielen Abgänge an ausführenden Personen.

Und nicht zuletzt erläutert die Quelle auch, dass alle Zeichen darauf hindeuten, dass Symantec Deutschland, das nach dem Kauf in die Broadcom-Tochter CA Deutschland integriert wurde, wohl keine Zukunft hat. Denn CA Deutschland werde «so bald wie möglich» geschlossen, wie der ehemalige Mitarbeiter mit Bezug auf die interne Kommunikation von Broadcom berichtet. Die Account-Betreuung der reduzierten Kundschaft solle später aus Polen erfolgen. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass eine breite Symantec-­Partnerlandschaft keine Zukunft mehr hat.

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