"Die Problematik hat sich nochmals verschärft"

"Die Problematik hat sich nochmals verschärft"

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/09 – Seite 2
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Doch – um beim Beispiel zu bleiben – wie soll dieser Hunger denn gestillt werden? Diese Data Scientists kann es ja noch gar nicht geben auf dem Markt, wenn die Berufsgruppe erst noch zu definieren ist.
Das ist richtig. Es gibt erst jetzt erste Lehrgänge, die Universität St. Gallen als eine der führenden Schweizer Unis zum Beispiel beginnt erst in diesem Herbst mit einem Data-Scientist-Zweig neben der herkömmlichen Betriebswirtschaftslehre. Die Herausforderungen sind also enorm.

Sie haben es gesagt: Der Channel steht im Fachkräfte-Wettbewerb mit dem Rest der Wirtschaft. Wie beurteilen Sie die Arbeitgeberattraktivität von Distributoren und IT-Dienstleistern? Haben die nicht einen schweren Stand gegen Firmen wie SBB, Migros, Google oder auch Microsoft?
Das kommt erschwerend hinzu. Microsoft als Beispiel gilt als attraktive Marke, als attraktiver Arbeitgeber, und im Verhältnis tun wir uns leicht, Fachkräfte zu finden. Doch selbst für uns ist das Ganze eine grosse Herausforderung – insbesondere in den jungen, hochspezialisierten Disziplinen wie beispielsweise der künstlichen Intelligenz. Hier befinden wir uns auch als Microsoft Schweiz im weltweiten Wettbewerb. Einen entsprechenden Spezialisten zu finden, ist auch für uns ein Kraftakt, und für ein lokales Unternehmen aus dem Channel dürfte es noch einmal schwieriger sein. Genau deshalb müssen wir uns gemeinsam überlegen, wo wir den Hebel ansetzen könnten.
Sie haben Data Scientists und AI-Spezialisten angesprochen: Gibt es weitere Disziplinen, wo der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist?
Im Bereich Cyber-Security ist der Bedarf an Experten ebenfalls sehr gross, da die geforderten Skills in dem Bereich sehr differenziert sind. Man braucht Leute, die Technologie verstehen, gleichzeitig aber auch mit Strukturen und den rechtlichen Themen umgehen können. Intensiv umworben werden zudem Entwickler, insbesondere für Themen wie die Cloud oder für Mixed Reality – Themen also, die nebst Coding-Skills auch Spezialwissen, Business-Know-how oder Prozesswissen voraussetzen. Und erstaunlicherweise stellen wir auch im Business Development eine hohe Nachfrage nach Fachkräften fest – nach Mitarbeitern, die sowohl Technologie als auch einen bestimmten Industriezweig verstehen. Diese Spezialisten werden von Unternehmen nachgefragt, die in Veränderungsprozessen stecken, sich neu aufstellen und angesichts der Digitalisierung transformieren wollen.

Ich würde gerne auf mögliche Wege und Massnahmen zu sprechen kommen, die sie sehen, um gemeinsam mit dem Channel gegen den Fachkräftemangel in der ICT anzugehen.
Wichtig erscheint mir, dass zuerst alle Akteure verstehen, dass das Problem alle betrifft und dass letztlich das Wachstum in der Schweiz gebremst wird dadurch, dass Aufträge nicht abgearbeitet werden können oder gar abgelehnt werden müssen. Das ist der erste Schritt, den wir gehen müssen. Erst dann kann man sinnvolle Massnahmen ins Leben rufen. Hier haben wir in einigen Bereichen zusammen mit dem Channel ja bereits gemeinsame Ausbildungsprogramme kreiert. Nun muss über diese Pilotprojekte hinaus noch mehr geschehen, mehr investiert werden. Und hier sind wir als Microsoft Schweiz auch bereit, den Lead zu übernehmen – auch im Hinblick dessen, dass wir eine gute Übersicht darüber haben, welche Skills seitens der potentiellen künftigen Fachkräfte überhaupt gebraucht werden und gefragt sind.

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