Bison Schweiz spannt mit Gate zusammen

Bison Schweiz entstand letztes Jahr aus dem Zusammenschluss einer ganzen Reihe von Firmen (Agrodata, BF-Gruppe). Nun geht Bison ein lockeres Marketing-Bündnis mit Gate Informatik ein.

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2001/08

     

Bison Schweiz ist mit Gate Informatik ein strategisches Bündnis eingegangen. Gemeinsam soll der Markt für IBMs Midrange- und Highend-Server aufgerollt werden. Die Partnerschaft sieht vor, dass Gate künftig Hardware und Services im Umfeld der IBM-Plattformen zSeries, pSeries, iSeries und xSeries verkauft, während Bison eigene Softwarelösungen und PCs von Compaq und HP einbringt.
Gemäss Marketing- und Kommunikationsmann Ernst Sperandio von Bison fehlten den Surseern qualifizierte Leute für den Vertrieb der Server. Den wird jetzt Gate übernehmen. Die Bison-Mitarbeiter, die mit dem Verkauf der iSerie-Server beschäftigt waren, wechseln zu Gate. «Grund für die Partnerschaft ist klar die Fokussierung auf unsere Stärken und die Abdeckung der Schwächen durch Gate Informatik» so Rudolf Fehlmann (Bild), CEO von Bison.
Es mache kaum Sinn, dass Bison beispielsweise die Skills für den Einsatz des IBM Unix-Systems RS/6000 von Grund aufbaue. Die Software Bison Solution läuft aber beim Pilotkunden auf diesem RS/6000 System. Bison Schweiz wäre gar nicht in der Lage, selbst alle Plattformen zu unterhalten, auf denen die grundsätzlich Plattform-neutrale Bison Solution läuft.
Aufgabe von Gate sei es, als technologischer Provider für den technischen Betrieb, also Hardware, systemnahe Software, Netzwerk und Printing verantwortlich zu zeichnen, so Gilbert Pfeiffer, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gate Informatik.
Man werde nicht nur Hardwareverkauf betreiben, sondern dem Kunden Services für die gesamte Infrastruktur anbieten und alle Kunden mit der ERP-Lösung «alphanet» und Bison Solution, die IBM-Infrastruktur einsetzen, bedienen. Kurzfristig sollen die bestehenden Kunden in den genannten Bereichen übernommen werden, so Pfeiffer. Marketing und Verkaufsaktivitäten sollen mit Bison abgestimmt werden.

Der Kunde trifft die Entscheidung

Die Entscheidung, wer die Generalunternehmerfunktion übernehmen soll, liegt beim Kunden. Der Auftritt beim Kunden kann getrennt oder gemeinsam erfolgen. Egal, welche Seite den Kunden akquiriert hat, er wählt den federführenden Partner. Der Kunde hat auch die Möglichkeit, Soft- und Hardware unabhängig voneinander, getrennt einzukaufen.
Wir befragten Bison zu ihrer Expansionsstrategie und warum man Gate nicht gekauft habe. Dazu Fehlmann: «Die Expansionsstrategie der Bison Group ist primär auf die Software ausgerichtet. Dies vorwiegend im internationalen Umfeld. Die Bison Deutschland GmbH hat zum Jahresbeginn zwei Firmen im Software-Dienstleistungsbereich übernommen.
Auf Grund der Erfahrungen des Mitbewerbes der vergangenen 12 Monate, vor allem am «Neuer Markt» in Deutschland, bereiten wir die Expansion sehr gut vor und gehen sie in kleinen Schritten an. Allzu schnelle Expansionen führten in unserer Branche oft zum Crash. Die Bison Group wird, wie sie es in den letzten 18 Jahren gemacht hat, organisch und sinnvoll wachsen. ... Die Firma Gate Informatic AG ist der erfolgreichste Systemhauspartner der IBM Schweiz und war aus diesem Grund unser Wunschkandidat für die Kooperation. Die Firma war nicht zu kaufen.»

Ergebnisse (un)befriedigend


Fehlmann führt weiter aus, dass die Ergebnisse der Bison Group im Jahr 2000 im Rahmen des letzten Jahr erarbeiteten Businessplanes lägen, die Erträge im Softwarelizenzbereich aber branchentypisch unbefriedigend ausgefallen seien. Im Gegensatz zum Branchentrend habe man aber die Zielsetzungen im Bereich Hardware und Netzwerkdienstleistungen gegenüber dem Vorjahr und auch dem Budget deutlich übertroffen. (sk)


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