Der Netzwerker: Roland Silvestri, CEO Secomp
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Der Netzwerker: Roland Silvestri, CEO Secomp

Für Roland Silvestri, CEO von Secomp, steht der Mensch stets im Mittelpunkt. Und wann immer es sich einrichten lässt, macht er sich gerne auch mal selbst die Hände schmutzig.
10. Dezember 2022

     

Roland Silvestri, CEO von Secomp, geboren 1974 in Schlieren, hat seine Karriere ganz anders begonnen als die meisten anderen in der IT-Branche. «Meine Erstausbildung habe ich nach meiner Schulzeit im Strassenbau gemacht», berichtet er. Vom Bau weggeholt hat ihn ein Arbeitsunfall, der sogar das Absolvieren der Lehrabschlussprüfung verhinderte und eine Umschulung notwendig machte. «Mit meiner zweiten Ausbildung bin ich dann in die Unterhaltungselektronik gerutscht», so Silvestri. Damit lernte der junge Zürcher bei Burkhard Elektronik, Fernseher und Hi-Fi-Anlagen zu verkaufen und zu reparieren. Die ersten Berührungspunkte mit der IT entstanden derweil in seinem Privatleben über seinen 20 Jahre älteren Bruder, der in den 90ern ein eigenes Computergeschäft für Atari-Rechner führte.

Wilde Zeiten

In seinen frühen Zwanzigern bekam der junge Elektronik-Spezialist dann eine aussergewöhnliche Chance: «Mein damaliger Chef kam auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm den ersten Media Markt in der Schweiz zu eröffnen.» Gesagt, getan – denn die Lust auf etwas Neues war durchaus gross. Und so startete das Schweizer Team in der noch heute bestehenden Halle in Dietikon mit der ersten Media-Markt-Niederlassung der Schweiz. Nach dem Aufbau übernahm er leitende Aufgaben in der Computer-Abteilung.

«Es war eine wilde Zeit – die Kunden haben uns die Bude eingerannt und uns Angestellten an den Kleidern gerissen, weil alle eine Beratung wollten!», erinnert er sich. «Heute kaum vorstellbar, der Laden hat an einem guten Tag gern mal 3 Millionen Franken Umsatz generiert.» Sich als Elektronik-Verkäufer von Kunden handgreiflich angehen lassen zu müssen, war für ihn aber bald einmal nicht mehr vertretbar. Eine neue Herausforderung fand sich für ihn beim Distributor Actebis, wo er erstmals mit der IT-Distribution in Kontakt kam. Nur kurze Zeit später wechselte er zu Proditec, wo er einige lehrreiche Jahre im Aussendienst und im Aufbau des Unternehmens verbrachte.


«Und nun bin ich schon 20 Jahre in der Unternehmung, in der ich heute arbeite», so der Secomp-Chef. Angeworben wurde er damals als Product Manager und Aussendienstler von Rotronic. Kurz darauf übernahm er als Verkaufsleiter den fast totgesparten IT-Bereich und führte ihn in den darauffolgenden Jahren zu neuem Glanz. 2014 konnte Roland Silvestri gemeinsam mit seinen Management-Kollegen die Secomp-Gruppe aus dem Firmenkonstrukt herauskaufen. «Und seit da haben wir nochmal einen riesigen Sprung mit dem Unternehmen gemacht und sind von damals 20 auf heute knapp 100 Mitarbeiter in der Schweiz gewachsen.» Weiter hat er gemeinsam mit seinem Team den Disti breiter aufgestellt und den damaligen IT-Fokus auf Consumer Electronics sowie Weissware ausgeweitet sowie 2022 die Sparte Professional ins Leben gerufen.

Es geht nur um den Menschen

Dem Schweizer Channel ist er somit seit 27 Jahren treu. Und heute könnte er sich auch nichts anderes mehr vorstellen. «Ich liebe die hiesige Technik-Branche. Es ist ein bisschen wie ein Dorf und ich arbeite unglaublich gerne mit all diesen Leuten zusammen», wie er begeistert berichtet. Heute sei er zwar leider nicht mehr so viel im Aussendienst wie früher, «aber ich schätze dennoch den Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern enorm!»

In der Rolle des Netzwerkers geht der Secomp-­CEO augenscheinlich auf. Und so antwortet er, nach seinem grössten Stolz in seiner beruflichen Tätigkeit gefragt: «mein Team.» Es geht also immer nur um den Menschen? «Ja, ausschliesslich», so Silvestri und fügt an: «Ich bin überzeugt, dass man als Firma zum Roboter wird, wenn man diese Perspektive verliert. Wir arbeiten bei uns zwar sehr viel, haben dafür aber auch gebührend Spass. Denn wir alle sind Menschen und keine Maschinen. Diese menschlichen Qualitäten werden nie von Maschinen ersetzt werden können und müssen gepflegt werden.» Deshalb, und weil er sich nach wie vor gerne die Hände schmutzig macht, trifft man den Chef auch regelmässig im Lager oder auf Montage an. «Einen Job zu haben, bei dem ich nicht auch mal schmutzig werde, wäre mir zu langweilig. Ausserdem komme ich über diese Einsätze zu vielen Informationen, was wir optimieren können, und spüre meine Leute besser», so Silvestri.


Stolz auf bestimmte Meilensteine sei er in diesem Sinn nicht, «dafür bin ich nicht selbstverliebt genug», sagt er schmunzelnd. «Aber es macht mich glücklich, mit diesen ganzen Menschen gemeinsam etwas aufgebaut zu haben. Und es macht mich glücklich, doch noch Vater geworden zu sein.» Ein bisschen stolz sei er damit vielleicht also doch – «aber nicht auf einen Ferrari, sondern auf das, was ich erreicht habe und darauf, dass ich so viel Spass am Leben habe.»


Zigarren und Kois

Wohnhaft ist Silvestri in Lupfig AG gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin, seinen heute dreijährigen Zwillingen und der neunjährigen Tochter seiner Partnerin. «Eigentlich geplant war ja nur ein Kind», wie er einräumt, «aber der liebe Gott hats einfach gut gemeint. Und ich kenne das bereits – denn ich habe selbst auch einen Zwillingsbruder.» Das Elterndasein bezeichnet er als «die schönste und beste Abwechslung zum beruflichen Alltag. Die Kinder zwingen mich zum Abschalten und bringen mich oft zum Lachen. Eine tolle Erfahrung!»

Wenn weder Arbeit noch Nachwuchs nach ihm rufen, verbringt der Secomp-CEO gerne Zeit in seinem Garten, wo er zu Zigarren und Rotwein Entspannung findet und seinen Kois im Teich zusieht. Die Leidenschaft für Zigarren nutzt der Networker neben dem Genuss natürlich auch gerne zur Kontaktpflege – mit Freunden, Nachbarn, Geschäftspartnern und Arbeitskollegen. Sportlich betätigt er sich vor allem auf dem Rennrad, fast selbsterklärend am liebsten mit Freunden in der Gruppe. «Ausserdem liebe ich die Unterwasserwelt, daher tauche ich sehr gerne.» Sobald die Kinder in einem Alter sind, in dem längere Flüge möglich werden, will er auch wieder regelmässiger abtauchen als es heute möglich ist – immerhin hat er schon mehr als 300 Tauchgänge auf dem Konto.


Aber das Wichtigste, was er für immer hochhalten will, ist der Spass am Leben und der intensive Kontakt zu seinen Mitmenschen in der Arbeit und im Privatleben. Silvestri: «Ich habe immer versucht, ich zu bleiben und werde das auch weiterhin so machen. Ein hoher Stuhl passt nicht zu mir.»

Roland Silvestri

Roland Silvestri, CEO von Secomp, arbeitet als Channel-­Veteran bereits seit 27 Jahren im Schweizer IT-Handel. Aufgrund eines Arbeitsunfalls in seiner Erstausbildung im Strassenbau musste er sich umschulen lassen und landete in jungen Jahren in der Elektronikbranche. Seit Januar 2014 leitet er als Geschäftsführer den Distributor Secomp. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin, deren neunjähriger Tochter und den gemeinsamen dreijährigen Zwillingen in Lupfig im Kanton Aargau. (win)



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