Infoniqa will sich breiter aufstellen

Infoniqa will sich breiter aufstellen

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2022/03 – Seite 1
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26. Februar 2022 - Mit dem Kauf von Sage Schweiz und Run my Accounts will sich Infoniqa breiter aufstellen, sieht das ­Unternehmen doch etwa in den Bereichen ERP und Finance grosses Potenzial und will seine Lösungen um Service-Komponenten erweitern. Bei der Erreichung dieser Ziele spielen die Partner eine wichtige Rolle.
Infoniqa will sich breiter aufstellen
«Wenn wir eine ­Möglichkeit sehen, unser Portfolio ­anzureichern, dann werden wir nicht ­zögern, das zu tun.» Léon Vergnes, CEO, Infoniqa (Quelle: zVg)
Mit dem Kauf von Sage Schweiz im Frühjahr 2021 und der Übernahme von Run my Accounts gegen Ende des letzten Jahres hat Infoniqa einen weiteren Schritt in Richtung vollintegrierter Anbieter Cloud-basierter Business-Software und -Services getan. «Swiss IT Reseller» hat mit Infoniqa-CEO Léon Vergnes, Thomas Hersche, Geschäftsführer von Infoniqa Switzerland Software and Services, sowie Run-my-­Accounts-Geschäftsführer Thomas Brändle über die weitere Strategie sowie die Pläne in der Schweiz und die Wachstumsziele der Gruppe hierzulande gesprochen.

«Swiss IT Reseller»: Was macht den Schweizer Markt so interessant für Infoniqa, dass man hier so stark ­investiert?
Léon Vergnes:
Infoniqa ist auf den KMU-Markt fokussiert und einer der führenden Provider von Human-Capital-­Management (HCM)- und Business-Process-Lösungen. Unser Ziel ist es nun, uns breiter als Anbieter von HCM, Lohnabrechnung und Zeiterfassung aufzustellen. Denn gerade der HCM-Services-Markt in der DACH-Region und der Schweizer ERP-Markt zeigen ein gesundes Wachstum. Getrieben wird dieses Wachstum von der Professionalisierung in HCM und Finance sowie vom Technologiewechsel von On-Premises zu SaaS. Ausserdem herrscht ein Fachkräftemangel in DACH und für unsere Kunden ist es sehr schwierig, Experten für Lohnabrechnung oder Buchhaltung zu finden. Gleichzeitig werden Lohnabrechnung, Finance und Rechnungswesen immer stärker integriert. Software und Services wachsen zusammen zu Geschäftsprozessen, die man aus der Cloud bezieht. Deshalb sehen wir in diesem Markt viel Potenzial. Mit dem Kauf der ehemaligen Sage Schweiz haben wir die Möglichkeit erhalten, in diesen Finance- und ERP-Markt für KMU einzusteigen. Zudem erweitern wir damit auch den Markt, den wir mit unseren Lösungen adressieren können. Was wir mit diesem Deal aber noch nicht abdecken konnten, war die Tatsache, dass Software und Services immer mehr zusammenrücken. Und deshalb haben wir im Dezember 2021 Run my Accounts übernommen. Damit können wir unserer Software die Service-Komponenten hinzufügen, den Treuhand-Markt und den wachsenden Outsourcing-Markt bedienen.
Wie geht es jetzt weiter mit Infoniqa Switzerland? Wie sieht die weitere Wachstumsstrategie aus?
Léon Vergnes:
Was wir anstreben, ist eine modulare, komplett SaaS-basierte Software- und Service-Plattform für Buchhaltung, Personalabrechnung, ERP und HCM. Wir wollen in der DACH-Region der grösste integrierte Provider werden. Die Lösung soll für unsere KMU-Kunden und Treuhänder dank höchster Skalierung und Automatisierung sehr kosteneffizient sein, die Administrationskosten reduzieren und gleichzeitig sehr verlässlich sein, da sie auf bewährter Software basiert.
Thomas Hersche: Unsere Strategie beinhaltet drei Initiativen, die wir in Angriff nehmen. Das erste Thema, das wir im Fokus haben, ist die Kundenzufriedenheit. Denn der Kunde ist der wichtigste Partner, das wichtigste ­Asset. Viele unserer Kunden haben eine hohe Zufriedenheit. Man kann sich aber immer noch steigern. So investieren wir etwa in den Customer Support und sind daran, Prozesse zu vereinfachen und zu verschlanken, sodass unsere Kunden einfach und besser mit uns zusammenarbeiten können. Das zweite Fokusthema ist Innovation. Wir wollen Innovation in Richtung SaaS vorwärtstreiben, indem wir kleine Schritte machen. Wir haben 21’000 Kunden und wenn wir da einfach eine neue Lösung hinstellten, hätten wir sehr viele unzufriedene Kunden, weil sie alle von A nach B gehen müssten. Deshalb haben wir uns entschieden, den Wandel schrittweise anzugehen. Wir starten mit HCM für Sage 200 Extra, das wir von Infoniqa nehmen, das bereits Saas-fertig ist und das wir nun integrieren. Zudem nutzen wir Synergien mit Run my Accounts für den dritten Fokus und bauen für unsere Treuhänder ein KI-gestütztes Add-on zu Sage 50 Extra, mit dem sie die Buchhaltung ihrer Mandanten komplett automatisieren und sich wieder auf ihr Kernbusiness konzentrieren können. So realisieren wir ein schrittweises Verfügbarmachen der Cloud für die Kunden und sorgen nach und nach für eine Erweiterung hin zur Verschmelzung von Software und Services oder wie wir es nennen Business Process as a Service.
Thomas Brändle: Business Process as a Service ist das Thema von Run my Accounts. Ich habe diese Firma mit dem Gedanken gegründet, Unternehmer mit einem Service von der Buchhaltung zu entlasten und die Buchhaltung sowie die zugrunde liegenden Prozesse zu digitalisieren. Und als dann Infoniqa auf mich zugekommen ist, habe ich das als riesige Chance angesehen, weil Infoniqa in Deutschland und Österreich für den Personalprozess ein sehr ähnliches Geschäftsmodell betreibt wie wir es in der Schweiz für die Buchhaltung machen. Zudem reizte die Möglichkeit, durch die Sage-­Schweiz-Übernahme, unsere Dienste auf ein viel breiteres Publikum ausdehnen zu können. Die Idee ist jetzt, dass wir es schweizerischen KMU und insbesondere Treuhändern ermöglichen möchten, mit Hilfe unserer Dienste sehr viel effizienter und aktueller zu arbeiten und ihren Kunden eine digitale Schnittstelle anbieten zu können, um so von einem abgerundeten Software- und Services-Angebot zu profitieren. Wir bilden hier mit unserer Web-basierten Software eine Brücke zwischen Kunde und Treuhänder. Wir bauen aktuell über eine REST-API-Schnittstelle ein Add-on zu Sage 50 Extra. Treuhänder können Belege, die der Kunde hochlädt, KI-gestützt verarbeiten, sich mit dem Kunden austauschen, Abklärungen treffen und schliesslich direkt in der für ihn gewohnten Umgebung einbuchen. So sollen all diese repetitiven Arbeiten, die in der Buchhaltung anfallen, möglichst automatisiert werden. Der Treuhänder kann sich weiterhin in seiner gewohnten Umgebung von Sage 50 Extra bewegen und wir schaffen eine Brücke zu weiteren Dienstleistungen und Tools, mit denen sich der Treuhänder sehr viel einfacher in die digitale Welt transferieren kann.
 
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Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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