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Nachfolgeregelung in der Praxis

Nachfolgeregelung in der Praxis

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2019/09 – Seite 1
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31. August 2019 - Wann beginnen Unternehmer, sich über ihre Nachfolge Gedanken zu machen, und aus welcher Motivation heraus? Welche Herausforderungen es bei der Nachfolgeregelung in der Praxis zu meistern gibt, erzählen vier Unternehmer.
Nachfolgeregelung in der Praxis
"Wichtig ist, dass man nicht erst im letzten Moment versucht, eine Nachfolgelösung auf die Beine zu stellen." Walter Borgia, CEO, Lake Solutions (Quelle: Lake Solutions)
In der Theorie gibt es unzählige Aspekte, die Unternehmer im Hinblick auf die Regelung ihrer Nachfolge beachten sollten. In der Praxis ist jedoch jeder Fall einzigartig, denn es stecken Menschen dahinter. Menschen, die Jahre oder Jahrzehnte daran gearbeitet haben, eine Firma aufzubauen, die vielfältige Beziehungen zu ihren Mitarbeitern, Partnern und Kunden pflegen. All dies hinter sich zu lassen, ist nicht immer einfach, und jeder Unternehmer geht anders damit um. "Swiss IT Reseller" hat vier von ihnen befragt, die ihre Nachfolge bereits geregelt haben und an verschiedenen Punkten im Prozess stehen. Sie erzählen über ihre ganz persönlichen Erlebnisse auf dem Weg der Ablösung von ihrem Unternehmen.

Vier Unternehmer und ebenso viele Wege

Allen vier ist gemeinsam, dass sie sich relativ früh mit der Regelung ihrer Nachfolge auseinandergesetzt haben, wie beispielsweise Urs Felber, Gründer und Inhaber von A&F Systems, einem Systemintegrator für Publishing- und Business-IT-Lösungen aus Schenkon im Kanton Luzern: "Ich habe das Unternehmen ursprünglich unter dem Namen A&F Computersysteme im Alter von 20 Jahren gegründet und habe mit 50 Jahren angefangen, mir Gedanken über meine weitere persönliche und berufliche Laufbahn zu machen. Nicht zuletzt, weil mich auch verschiedene Kunden darauf angesprochen haben, was mit der Firma geschehen würde, wenn ich dereinst nicht mehr da wäre. Ich habe mich daraufhin mit unserer Treuhandstelle und einem externen Spezialisten beraten, welche uns seit rund 30 Jahren begleiten, und gemeinsam haben wir ausgelotet, wie die langfristige Zukunft von A&F nach meiner Zeit aussehen könnte. Für mich war bereits damals ziemlich klar, dass meine beiden Töchter nicht in meine Fussstapfen treten würden, weil sie ganz andere Interessen haben. Deshalb haben wir andere Wege gesucht, um das Weiterbestehen der Firma zu sichern." Er habe über die Jahre in regelmässigen Abständen Angebote erhalten von Personen und Firmen, die Interesse am Unternehmen hatten, aber er habe es nie verkaufen wollen, so erklärt Felber.
Für ihn war ausserdem klar, dass er seine Firma nicht an ein grosses Unternehmen weitergeben wollte, in dem dann A&F aufgehen würde: "Für mich war es wichtig, für die Mitarbeiter und die Kunden eine nachhaltige Lösung zu finden. Ich hatte zudem das Glück, dass ich intern vier Mitarbeiter hatte, die für mich als Nachfolger in Frage kamen. Ich habe deshalb im Jahr 2016 das Gespräch mit ihnen gesucht, worauf drei davon Interesse an meinem Vorschlag gezeigt haben. Mit ihnen haben wir eine tragfähige Nachfolgelösung erarbeitet, wobei ich die Firma aber nicht einfach übergeben, sondern verkauft habe. Natürlich hätte ich auf dem freien Markt mehr dafür erhalten, dennoch war dies für mich der richtige Weg." Felbers Nachfolger haben zusammen eine Holding gegründet, die seit Anfang 2017 mit 45 Prozent an A&F beteiligt ist. Der Vorteil dieser Lösung sei, dass ein allfälliges Ausscheiden eines Teilhabers der Holding den Finanzierungsplan der Nachfolgeregelung nicht gefährden würde.

Urs Felber hat allerdings von Anfang an klargestellt, dass er nicht vorhabe, sofort aufzuhören. So wird er das Unternehmen noch bis zum Ende des Jahres 2020 als CEO führen und sich dann bis 2024 auf sein Mandat als Verwaltungsratspräsident konzentrieren und weiterhin Kunden betreuen. Danach wird er seinen Anteil von 55 Prozent der Aktien an die Holding abtreten. Um diese Transition zu vollziehen, habe man ein sehr detailliertes Organisationsreglement erarbeitet, so Felber. Darin sind jegliche Kompetenzen aller Führungspersonen in der Übergangsphase festgelegt. Somit sei klar, wer was wann machen müsse oder dürfe, denn die Übergabe der Geschäfte an das neue Management sei für ein Unternehmen besonders heikel, so Felber weiter.
 
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