Netapp will auf den Flash-Thron

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(Quelle: Netapp)
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8. Juni 2016 - Die Distribution soll bei Netapp künftig eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Zudem will der Storage-Hersteller Marktführer im All-Flash-Markt werden.
Zuletzt sorgte Netapp durch enttäuschende Geschäftszahlen und Restrukturierungen für Schlagzeilen. So resultierte im letzten Quartal 2016 ein Verlust von über 8 Millionen Dollar und ein Umsatzrückgang um 10 Prozent, ausserdem wurden zuletzt bis zu 12 Prozent aller Stellen abgebaut. Entsprechend gespannt wartete der Channel auf die Ankündigungen am Partner Executive Forum 2016.

Nicht ganz 120 Netapp-Partner aus Europa und dem Nahen Osten versammelten sich in Lissabon für die zweitägige Veranstaltung, die heuer bereits zum zehnten Mal über die Bühne ging. Vor Ort waren auch vier Schweizer Partner: Also Schweiz, einer der hiesigen Distributoren, sowie die drei Reseller BNC Business Network Communications, Netcloud und Infoniqa.

Als erstes erfuhren die Anwesenden, dass gerade die Geschäfte in der EMEA-Region im vergangenen Jahr alles andere als schlecht liefen. Der Channel-Umsatz in dieser Region stieg laut Alfred Manhart, Senior Director Channel & System Integrators EMEA, im Vorjahresvergleich um 8 Prozent. In der Schweiz waren es sogar überdurchschnittliche 14 Prozent.

Insgesamt verkaufte Netapp in Europa im letzten Jahr über 80 Prozent indirekt. Weltweit stammen gemäss Berechnungen von Henri Richard, dem neuen Executive Vice President Worldwide Field and Customer Operations, insgesamt 4 der 5,5 Milliarden Dollar Umsatz aus dem Channel. Und er will die Partner-First-Mentalität im Unternehmen weiter stärken. Man brauche sich mehr denn je, meinte der gebürtige Franzose, und dass die beste Zeit für Netapp-Partner noch bevorstehe. Dazu wird die Channel-Strategie optimiert, wie Bill Lipsin, Vice President, Worldwide Channels, ausführte.
Im Fokus stehen bei Netapp drei Themen: Zum einen will man Flexpod, die integrierte Lösung, die man zusammen mit Cisco seit einigen Jahren anbietet, und in die laut Lipsin von beiden Seiten viel investiert wird, pushen. Zum anderen will man das neue Storage-Betriebssystem Ontap 9, das eben erst auf den Markt kam, in den kommenden Monaten nicht zuletzt auch dank einer entsprechenden Reseller-Promotion bei möglichst vielen Kunden installieren.

Das ganz grosse Thema bei Netapp ist derzeit aber Flash. Der Hersteller will wie in Europa weltweit ebenfalls die Führung im All-Flash-Markt übernehmen und dabei, wie ganz offen kommuniziert wurde, auch von der momentanen Schwäche der Konkurrenz profitieren. Zudem soll auch die Übernahme von Solidfire das Nötige dazu beitragen, dass der Storage-Hersteller, der erst vergleichsweise spät auf den Flash-Zug aufgesprungen ist, sein Ziel rasch erreicht.

Die Solidfire-Produkte, mit denen Netapp das eigene All-Flash-Portfolio im Februar nach oben hin komplettieren konnte, sind für Alexander Wallner, Area Vice President CEMA, auch ein spannendes Produkt für den Schweizer Markt, der in der Flash-Adoption bereits sehr weit sein soll. Und Tim Pitcher, Vice President International Sales für Solidfire, glaubt sogar, dass viele aktuelle Kunden der Konkurrenz in ein paar Jahren zu Netapp kommen und auf ein leistungsfähigeres Solidfire-System umsteigen werden.

Schliesslich hat Netapp das Partner Exeutive Forum auch noch dazu genutzt, bereits ein überarbeitetes Partnerprogramm, das im August starten soll, anzukündigen. Zu erwarten sind laut Lipsin aber keine grossen Veränderungen. Dafür erwähnte er mehrfach, dass die Distribution künftig stärker in den Fokus rücken wird. «Wir werden unsere Distributoren mehr denn je nutzen», meinte der weltweite Channel-Chef und ergänzte, dass sie manche Dinge einfach besser können als Netapp selbst. Damit meinte er zum Beispiel das Bündeln der eigenen Lösungen mit denen von anderen Herstellern, was bereits erfolgreich gemacht werde. Sogenannte Express-Bundles sollen in Zukunft den Verkauf und die Installation noch einfacher machen.

So nebenbei will Henri Richard dem Brand Netapp wieder zu neuem Glanz verhelfen, wie er versprach, während Alfred Manhart Spezialisierungen und Zertifizierungen sowie weitere Prozesse weiter vereinfachen sowie neue Incentives und Rabattprogramme ins Leben rufen will, um den Channel zu stärken. (mv)

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