«Die Anbieter machen Druck»

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2009/06 – Seite 1
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30. März 2009 - Der Business-Intelligence-Markt hat eine Konsolidierungswelle hinter sich. IT Reseller sprach mit dem Business-Intelligence-Spezialisten Björn Trieloff des Beratungshauses Infomotion über den Markt, die Kunden und die Krise.
IT Reseller: In naher Vergangenheit hat die Business-Intelligence-Branche ­eine starke Konsolidierung erfahren. Was steht 2009 auf dem Programm?
Björn Trieloff: Jetzt steht die Integration der Akquisitionen im Mittelpunkt, beispielsweise diejenige von Business Objects in SAP. Auch die Veränderungen bei Cognos sind interessant. Des weiteren ist zu beobachten, dass Microsoft auf den BI-Markt immer aggressiver auftritt.

Inwiefern?
Man kann über Microsoft sagen, was man will, aber wenn sie etwas ankündigen, dann ziehen sie es durch. Vor zwei Jahren war Microsoft in Sachen BI noch nicht wirklich auf dem Radar der Marktforscher. Mittlerweile sind sie sehr stark geworden und werden beispielsweise von Gartner mit den ganz Grossen wie Cognos und Business ­Objects in einem Atemzug genannt.

Wie kommt das?
Sie können das Argument der Benutzerfreundlichkeit und mitunter die ­Lizenzsituation in die Waagschale werfen. Es sieht aus wie Excel und fühlt sich an wie Excel. Viele Firmen sagen, Excel sei die Wurzel allen Übels. Das ist schlicht falsch. Es kommt wesentlich auf die Qualität der Daten an, mit welchen beispielsweise Excel arbeitet und die Prozesse drumherum.

Wie hat den SAP von der Übernahme von Business Objects profitiert?

SAP spielt jetzt auch im Konzert der Grossen mit, auch wenn der Konzern sicherlich noch eine völlig normale Lernkurve in Sachen Business Intelligence durchwandern muss.

Also muss sich SAP erst noch als BI-Spezialist beweisen?
SAP wird oft verteufelt. Dabei muss man anerkennen, dass es ohne SAP - soweit würde ich gehen - keine Diskussion über BI geben würde. Die konsolidierte Datenhaltung und die prozess­orientierte Sicht auf das Unternehmen gäbe es so nicht. Wir hätten noch mehr Insellösungen. Der grosse Effort im Meta- und Stammdatenmanagement wäre ohne SAP nie so betrieben worden. Die Dominanz der Lösung begüns­tigte die Schaffung von Standards. SAPs Schwäche war dagegen stets die Darstellung der Daten. Man hatte zwar alle Informationen, es war jedoch oft schwierig, diese zu finden.

Dieses Problem kann mit Business Objects gelöst werden?
Ja. Es geht um die Entmystifizierung der Daten. Früher hatten oft nur eine handvoll Spezialisten den Überblick.

Seit der Konsolidierung des Marktes werden Anbietern wie Microstrategy oder SAS schwere Zeiten prophezeit, weil eben SAP, Oracle oder Microsoft ihre Applikationen mit BI versehen.
Was ich heute beobachte ist, dass einige Software-Hersteller, um sich zu positionieren, nach dem FUD-Prinzip vorgehen, also Fear, Uncertainty and Doubt, zu Deutsch: Furcht, Ungewissheit und Zweifel. Es kommen viele verunsicherte Leute auf mich zu, die nicht wissen, ob sie besser heute etwas unternehmen oder noch warten sollen, «Strategic guidance» ist hier das Stichwort. Die grossen Hersteller üben natürlich gewaltig Druck aus, um Marktanteile zu sichern respektive zu gewinnen.
 
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