IDC-Studie: Schweizer Firmen nutzen IT-Potential nicht

27. März 2009

     

Wie die Studie "Swiss IT" zeigt, ist Schweizer Firmen die zentrale Rolle der IT zwar bewusst, doch nur jeder dritte CIO glaubt, dass seine IT die Geschäftsziele des Unternehmens erfolgreich unterstützt. Zu diesem Ergebnis kamen die Fachzeitschrift "Computerworld" und der Marktforscher IDC anhand einer Umfrage unter 530 Schweizer IT-Entscheidern in Firmen ab 50 Angestellten.

Zwar sei 84 Prozent der Firmen bewusst, dass den IT-Systemen eine strategische Bedeutung zukomme, doch die gleichen CIOs und IT-Verantwortlichen würden auch ein starkes Unbehagen fühlen, wenn sie über die digitale Realität in ihren Unternehmen nachdenken. 15 Prozent gaben an, dass viel IT-Potential brachliegen würde und gar 76 Prozent haben das Gefühl, geschäftsentscheidendes Potential zu verschenken.


Besondere Defizite weisen viele Schweizer Unternehmen offenbar bei der Kostenplanung auf. Nach wie vor sei bei den Meisten noch immer keine dedizierte Planungssoftware im Einsatz und so kämen ERP-Systeme in Kombination mit Microsoft Excel zum Zug. So sieht die Studie denn auch die mangelnde Qualität der eigenen Daten als Hauptgrund für die Unzufriedenheit mit der eigenen IT.

Die Studie zeigt auch, dass die Prioritäten, welche die IT-Abteilungen sich selber auferlegen, nicht mit denen der Fachabteilungen übereinstimmen. Für die IT-Spezialisten stehen die Sicherheit, die Verbesserung der Performance, die Konsolidierung und die Modernisierung an der Spitze, während die Ausrichtung an die Geschäftsprozesse erst an fünfter Stelle folgt. Dieser Punkt steht bei den Fachabteilungen natürlich ganz oben.

Die wirtschaftliche Situation wird von den Unternehmen denn auch nicht als die grösste Herausforderung wahrgenommen, sie steht erst an vierter Stelle des Sorgenbarometers. Am Wichtigsten ist für die Befragten die Steigerung der Kundenzufriedenheit und am meisten Sorgen macht ihnen nach wie vor der Fachkräftemangel. Viele Manager haben zudem Angst, die Wachstums- und Gewinnziele nicht zu erreichen.

Die Marktforscher kommen zum Schluss, dass die Hardware, nicht zuletzt auch dank Virtualisierungs-Technologien weiter an Bedeutung verliert. Die Serverkonsolidierung wird den auch als wichtigstes Hardware-Thema angegeben. Nur für Speicherhersteller geht's im Hardware-Bereich weiter aufwärts. Die Anpassung der Hardware an die wachsenden Datenvolumen und somit ein Ausbau der Storage-Hardware stehen ganz oben auf der Liste.

Softwareseitig stehen zwei auf den ersten Blick gegenläufige Interessen zuoberst auf der Liste. Zum einen wollen die Firmen mehr branchenspezifische Applikationen, zum anderen mehr standardisierte Software. Auf dem dritten Platz der Dringlichkeitsliste steht die Migration auf ein neues Betriebssystem, wohl nicht zuletzt wegen dem auslaufenden Windows-XP-Support.

Wie ein Blick auf die Liste der vordringlichsten Service-Themen zeigt, sehen viele Unternehmen ein, dass sie zur Lösung ihrer Probleme professionelle Hilfe brauchen: Externe Beratung zur Durchführung eigener Projekte wird als zentral erachtet, gefolgt von einer Erhöhung der Service-Levels. Trotz Krise und anhaltendem Spardruck steht hier, überraschenderweise, das Outsourcing abgeschlagen auf dem letzen Platz der Prioritätenliste. (mag)


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