Studie: Arbeitsbedingungen und Löhne in der Schweizer ICT-Branche

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11. November 2022 - Swissdevjobs hat eine Studie veröffentlicht, wie IT-Angestellte zu Remote Arbeit stehen. Obwohl stark gefragt, sehen viele Angestellte auch Nachteile in dieser Arbeitsform.
Spätestens seit der Pandemie sind remotes Arbeiten und Home Office keine Fremdwörter mehr. Swissdevjobs ist im Rahmen einer Studie unter anderem der Frage nachgegangen, wie Schweizer IT-Angestellte zu Remote Work stehen, wo sie Probleme sehen und welche Vorteile sie dadurch geniessen. Grundsätzlich hat fast jeder IT-Beschäftige hierzulande die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten. 43 Prozent der Befragten können mindestens einen Tag remote Arbeiten, 51 Prozent haben sogar die Möglichkeit, Vollzeit remote zu arbeiten. Nur 6 Prozent sind gezwungen, permanent im Büro präsent zu sein. 71 Prozent der Befragten sprechen sich für hybrides Arbeiten aus, während 27 Prozent es bevorzugen, ausschliesslich im Home Office zu arbeiten. Zwei Prozent sprechen sich komplett dagegen aus und bevorzugen die tägliche Arbeit in den Unternehmensbüros.

Die Vorteile der Remote-Arbeit liegen auf der Hand: Am meisten schätzen die Befragten das örtlich unabhängige Arbeiten (39 Prozent), gefolgt vom nicht pendeln müssen (31 Prozent) sowie die flexible Zeiteinteilung (22 Prozent). Interessant ist, dass der Produktivitäts-Boost nur gerade mal von 8 Prozent der Angestellten erwähnt wird. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. So nennen 30 Prozent das Abschalten nach der Arbeit als Problem, dicht gefolgt von der Einsamkeit (29 Prozent) sowie möglichen Ablenkungen zu Hause (27 Prozent). 14 Prozent haben im Home Office Schwierigkeiten, motiviert zu bleiben. 70 Prozent der Befragten fühlen sich zu Hause produktiver als im Büro und 52 Prozent geben an, remote mehr zu arbeiten als im Büro.
Apropos mehr arbeiten: Die Work-Life-Balance ist ebenfalls ein grosses Thema der Befragung. Sie bringt zu Tage, dass 47 Prozent ihr Privat- und Arbeitsleben als ausgeglichen empfinden. Hingegen finden auch 37 Prozent, dass sie zu viel arbeiten, wobei die Studie die Ursachen dafür offen lässt. Einen Hinweis dafür liefert lediglich die Aussage, dass 41 Prozent der IT-Angestellten zwischen 40 und 50 Stunden benötigen, um ihr Arbeits-Soll zu erfüllen und 7 Prozent sogar zwischen 50 und 60 Stunden. Angesichts solcher Aussagen wundert es nicht, dass 85 Prozent der Studienteilnehmer eine 4-Tage-Woche befürworten. Ebenfalls weniger überraschend wäre der Freitag mit 68 Prozent klarer Favorit für den zusätzlichen freien Tag, gefolgt vom Montag mit 19 Prozent.

Wer keine Erfüllung mehr im Job findet oder viel zu viel arbeiten muss, dem bleibt manchmal nur der Jobwechsel als Ausweg. Als Gründe für einen Jobwechsel nennen die IT-Angestellten kein flexibles Arbeiten (15 Prozent), fehlendes oder verloren gegangenes Interesse in Projekten (16 Prozent) sowie schlechtes Management (34 Prozent). Der grösste Treiber ist allerdings der Lohn mit 35 Prozent. Beim neuen Jobangebot nennen die Studienteilnehmer dann allerdings interessante Projekte mit 38 Prozent als wichtigstes Argument, der Lohn folgt dann mit 31 Prozent auf Range zwei. Mit 27 Prozent ebenfalls hoch gewichtet ist die Möglichkeit auf Remote-Arbeit, wohingegen der Ruf des neuen Unternehmens mit nur 4 Prozent Zustimmung vollkommen zweitrangig ist. Nach dem Jobwechsel haben 76 Prozent der Befragten das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. 17 Prozent sind sich unsicher und 7 Prozent bereuen ihren Entschluss.

Der Schweizer Medianlohn eines Softwareentwicklers beträgt gemäss der Studie 105'000 Franken pro Jahr. Wie in allen anderen Branchen existieren geografische Unterschiede und es ist wenig verwunderlich, dass in den Städten Zürich, Bern und Zug die höchsten Löhne bezahlt werden. Allerdings existieren auch Unterschiede zwischen den Programmiersprachen und die sind nicht unerheblich. Ruby- und PHP-Entwickler beispielsweise werden mit 88'000 Franken Jahresgehalt vergleichsweise schlecht bezahlt, während Security- und SAP-Entwickler mit 122'000 respektive 129'000 Franken am oberen Ende der Lohnskala rangieren. Eine Weiterbildung, selbst wenn sie aus dem eigenen Sack bezahlt werden müsste, könnte sich dadurch bereits mittelfristig auszahlen.

Die vollständige Studie kann hier eingesehen werden. (adk)

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