HP Solutions Day 2026 im Zeichen der Local AI
Quelle: HP

HP Solutions Day 2026 im Zeichen der Local AI

Der HP Solutions Day 2026 hat aufgezeigt, wie sich HP den Arbeitsplatz der Zukunft vorstellt und welche Rolle KI in diesem Kontext spielt. Das unterstreicht auch die Entwicklung des Herstellers vom Device- zum Lösungsanbieter.
22. September 2026


Produktivität, Sicherheit und Einfachheit: Diese drei Punkte sind laut Peter Zanoni, Managing Director HP Schweiz, die tragenden Säulen der künftigen Arbeitswelt. Denn angesichts der aktuell rasanten technologischen Veränderungen sei es entscheidend, den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. "Technologie entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie Menschen erfolgreich macht. Wenn sie Mehrwert schafft"», bekräftigte der Manager zu Beginn des HP Solutions Day 2026.


Nichtsdestotrotz gehörte die grosse Bühne Mitte September im JED Events in Schlieren vor allem den technischen Innovationen. Während HP den rund 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor wenigen Jahren aber noch vor allem die neuesten Notebooks und Drucker präsentiert hätte, ist die Hardware mittlerweile weitgehend an den Rand der Veranstaltung gerückt. Denn mit Hardware-Features allein lassen sich heute kaum mehr Begeisterungsstürme auslösen. Stattdessen stand ein anderes Thema im Mittelpunkt, das die IT-Branche derzeit ohnehin dominiert: künstliche Intelligenz. Unter anderem verwies Luis Casado, Senior Vice President GTM Marketing bei HP, auf Basis einer aktuellen Umfrage darauf, dass der regelmässige Einsatz von KI-Tools das Verhältnis der Mitarbeitenden zu ihrer Arbeit verbessern könne. Verbesserungsbedarf besteht offenbar durchaus. Denn in der Schweiz haben lediglich 28 Prozent der Büroangestellten ein gesundes Verhältnis zu ihrer Arbeit. Immerhin: Die Schweiz liegt laut den HP-Zahlen damit über dem weltweiten Schnitt von 20 Prozent.

Integrierte KI-Plattform HP IQ

KI soll an diesem kritischen Punkt ansetzen und für mehr Zufriedenheit und Effizienz sorgen. Für HP spielt sich diese Entwicklung – im Gegensatz zur Strategie der grossen KI-Entwickler – aber nicht primär online beziehungsweise in der Cloud ab. Denn neben datenschutzrechtlichen Herausforderungen verweisen die Sprecher des Herstellers in Schlieren insbesondere auf das Thema Kosten. Diese schnellen bei intensiver Nutzung und entsprechendem Token-Einsatz oft so rasant in die Höhe, dass immer mehr Unternehmen damit beginnen, den Zugriff auf KI-Modelle zu limitieren. Ein Beispiel ist der ebenfalls in Schlieren beheimatete Softwareentwickler Zühlke, der bei Mitarbeitenden zusehends auf KI-Kostentransparenz und entsprechende Grenzen setzt.


HP fokussiert sich vor dem Hintergrund dieser Risiken wiederum auf den lokalen Betrieb direkt auf den Endgeräten. Eine Neuerung in diesem Kontext: HP IQ. Die integrierte KI-Plattform bündelt zahlreiche Funktionen, die Arbeitsabläufe vereinfachen und unterstützen sollen, und agiert auf den Geräten als Orchestrator. Die Oberfläche lässt sich mit einem Klick auf dem Desktop öffnen. Hier stehen unter anderem ein KI-Chatbot, Zusammenfassungen beispielsweise von Besprechungen sowie die neue Funktion Near Sense zur Verfügung. Über Letztere lassen sich andere Geräte in der Umgebung erkennen und unkompliziert verbinden. Das vereinfacht wiederum den Dateiaustausch oder das Initiieren von Meetings. Aktuell klappt das mit ausgewählten HP- und Poly-Geräten, künftig will der Hersteller aber auch Android-Plattformen einbinden.
Für all diese Funktionen gilt der "Local-First-Ansatz": Ein Grossteil der Berechnungen läuft lokal. Im Falle von IQ nutzt HP ein eigenes Modell mit 20 Milliarden Parametern direkt auf den Endgeräten. Aufgaben und Informationen sollen hingegen nur in die Cloud gelangen, wenn Unternehmensrichtlinien und Benutzerberechtigungen dies explizit zulassen.

"In Zukunft ist jeder PC ein KI-PC"

Grundsätzlich versteht HP Künstliche Intelligenz als integriertes Werkzeug, das Arbeit effizienter und produktiver gestalten soll, wie Peter Zanoni im Interview erklärt. Sie werde zum festen Baustein des digitalen Arbeitsplatzes und in diesem Sinne werde in Zukunft jeder PC auch ein KI-PC sein, so der Managing Director. HP positioniert sich heutzutage aber als Anbieter mit einem ganzheitlichen Workplace-Portfolio, in dem beispielsweise auch der Bereich IT-Security nicht fehlen darf. Das sei keine Konkurrenz zu den etablierten Cybersecurity-Playern, wie Zanoni betont. HP verfolgt demnach einen individuellen Ansatz, der auch den physischen Schutz der Geräte einschliesst. Beispielsweise im Falle eines Diebstahls (HP Track and Trace) oder durch einen integrierten Display-Blickschutz (Sure View).


Diesen breit gedachten Ökosystem-Ansatz unterstreicht HP wiederum mit der Workforce Experience-Plattform (WXP), über die mittlerweile fünf Millionen Devices erfasst sind, wie Luis Casado auf der Veranstaltung berichtete. Über die Plattform können IT-Verantwortliche ihre Geräteflotten überwachen und analysieren. Die gewonnenen Daten sollen unter anderem dabei helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und Lebenszyklen im Blick zu behalten. Diese Fähigkeiten spielen gerade in der aktuellen Komponentenkrise eine entscheidende Rolle, bekräftigt Peter Zanoni. "Sicher hat es in den vergangenen Monaten Engpässe gegeben", so der HP-Manager. "Im engen Austausch mit Kunden und Partnern ist es uns aber meist sehr gut gelungen, eine passende Lösung zu finden. Dabei hilft auch WXP enorm." Die Plattform ermögliche es, bestehende Assets zielgerichtet und flexibler einzusetzen. So könnten Unternehmen unkompliziert prüfen, wo aktuell tatsächlich Neuanschaffungen notwendig sind – und wo Geräte gegebenenfalls noch ein oder zwei Jahre länger im Einsatz bleiben können.

Positionierung als Lösungsanbieter

Wie lange die Komponentenkrise und ihre Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit noch anhalten, kann auch Zanoni nicht prognostizieren. Zu sehr ist es derzeit ein Blick in die Glaskugel. Dennoch sei HP in der Schweiz im ersten Halbjahr 2026 auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich gewesen. Dabei kommt zum Tragen, dass sich der Hersteller über Software und Services Schritt für Schritt unabhängiger von der reinen Hardware macht und zusehends als Lösungsanbieter auftritt.

Bis HP auch in der Wahrnehmung der Kunden und Partner nicht mehr primär als Hardware-Hersteller gilt, dürfte allerdings noch einige Überzeugungsarbeit nötig sein. Laut Zanoni handelt es sich aber um eine laufende Transformation, und man sei schon heute mit vielen Kunden und Partnern rund um den gesamten Arbeitsplatz im Gespräch, nicht nur zu Endgeräten. Zudem sei HP gleichzeitig der einzige Hersteller, der dieses breite Spektrum am Markt abdecken könne, so der Managing Director. "Wir betrachten den Arbeitsplatz als Ganzes. Das bietet auch für Partner enorme Potenziale, unter anderem durch ergänzende Dienstleistungen. Denn über diese können sie sich differenzieren."


Der HP Solutions Day 2026 machte damit abermals deutlich, wohin die Reise für den Hersteller geht: weg vom reinen Hardware-Geschäft, hin zu einem umfassenden Angebot rund um den digitalen Arbeitsplatz. Alle Bausteine wie Geräte, Anwendungen, IT-Security und eben KI sollen dabei zunehmend ineinandergreifen. Damit das gelingt, müssen aber nicht zuletzt die Partner diesen Weg aktiv mitgehen. (sta)


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