Deskcenter muss seinen Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen. Der deutsche Softwareanbieter, der seine Lösungen auch in der Schweiz vertrieben hat, hatte Ende Juni ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Damals verwies das Unternehmen noch darauf, dass der Betrieb uneingeschränkt weiterlaufe und dass sich für Kunden wie Partner vorerst nichts ändere. "Wir arbeiten eng und konstruktiv mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammen. Unser Fokus liegt darauf, unsere Kunden weiterhin zuverlässig zu betreuen", erklärte Michael Bölk, Vorstand bei
Deskcenter.
Bereits nach weniger als zwei Monaten folgt nun jedoch die Meldung, dass eine bereits weit fortgeschrittene Investorenlösung für den Softwarehersteller nicht umgesetzt werden konnte. Ohne Investor ist der Geschäftsbetrieb demnach wirtschaftlich nicht länger aufrechtzuerhalten. Das zuständige Amtsgericht Leipzig hat nun das Insolvenzverfahren über das Vermögen zum 1. August 2026 eröffnet und Rechtsanwalt Stephan Thiemann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum Insolvenzverwalter bestellt.
"Wir haben in den vergangenen Wochen alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Fortführungslösung für die Deskcenter AG zu erreichen. Die Gespräche mit dem Investor waren sehr aussichtsreich", so Thiemann. "Dass die Finanzierung am Ende nicht rechtzeitig bereitgestellt werden konnte, ist für alle Beteiligten äusserst bedauerlich."
Von der Betriebseinstellung sind die zuletzt noch 41 Beschäftigten betroffen, sie verlieren ihre Stellen. Im nächsten Schritt wird der Insolvenzverwalter die vorhandenen Vermögenswerte verwerten. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Softwarelösungen von Deskcenter sowie der zugehörige Sourcecode. "Die Software verfügt über einen hohen technologischen Wert. Wir werden diese Assets gezielt am Markt anbieten, um eine bestmögliche Verwertung im Interesse der Gläubiger zu erreichen", so Rechtsanwalt Heinz-Joachim Hombach, der im Sanierungsteam des Verwalters tätig ist.
(sta)