Tablet-Markt knickt deutlich ein

Tablet-Markt knickt deutlich ein

Der Tablet-Markt schwächelt weiter. Im zweiten Quartal wurden 10 Prozent weniger Geräte ausgeliefert als vor einem Jahr. Auch bei den Chromebooks sorgen hohe Speicherkosten und die schwächere Nachfrage im Bildungsbereich für rückläufige Auslieferungen.
6. August 2026


Die weltweiten Tablet-Auslieferungen sind im zweiten Quartal 2026 um 10 Prozent auf 36 Millionen Stück gesunken. Das zeigen Zahlen von Omdia. Damit verzeichnete der Markt einen der stärksten Rückgänge der letzten zwei Jahre. Erstmals seit Jahren blieb zudem das übliche saisonale Plus im zweiten Quartal aus, das normalerweise von der Nachfrage zum Schulbeginn getrieben wird.

Als Grund für die Entwicklung führen die Marktforscher vor allem die angespannte Komponentenversorgung ins Feld. Weil die Hersteller mit den verfügbaren Bauteilen haushalten müssen, dürften sie vermehrt auf margenstärkere Premium- und Flaggschiffmodelle setzen. Im günstigeren Segment wird das Angebot dagegen knapper. Gleichzeitig drücken steigende Preise auf die Nachfrage. Die Marktforscher rechnen deshalb auch für den Rest des Jahres mit einem rückläufigen Markt.


Marktführer im Tablet-Bereich blieb Apple mit 13,5 Millionen ausgelieferten iPads und 38 Prozent Marktanteil. Das sind allerdings 8 Prozent weniger Geräte als vor einem Jahr. Samsung folgte mit knapp 6 Millionen Tablets und einem Minus von 13 Prozent. Besser lief es bei Lenovo. Als einziger der fünf grössten Anbieter konnte das Unternehmen zulegen, und zwar um 27 Prozent. Laut Omdia war der Zuwachs teilweise auf vorgezogene Lieferungen mit Blick auf erwartete Preiserhöhungen zurückzuführen. Auf den Plätzen vier und fünf folgten Xiaomi und Huawei mit 2,8 und 2,7 Millionen Geräten.
Auch der Chromebook-Markt blieb im zweiten Quartal rückläufig. Die Analysten machen dafür neben den hohen Speicherkosten auch die schwächere Nachfrage im Bildungsbereich verantwortlich. Gerade bei günstigen Geräten für Schulen schlägt der teure Arbeitsspeicher stark auf die Kosten durch. Lenovo hielt sich mit 1,76 Millionen ausgelieferten Chromebooks an der Spitze (-2,8 %). Acer rückte mit 1,18 Millionen Geräten auf Platz zwei vor (-3,9 %) und lag damit knapp vor HP, das auf 1,15 Millionen (-13 %) Auslieferungen kam. Asus fiel aus der Reihe und lieferte 749'000 Chromebooks aus, 66 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Bei Dell brachen die Auslieferungen dagegen um 47 Prozent auf 465’000 Geräte ein. (dow)


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