Der Ehrgeizige: Dennis Schellhase, Head of DACH Market bei Synology

Der Ehrgeizige: Dennis Schellhase, Head of DACH Market bei Synology

(Quelle: zVg)
Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2022/10 – Seite 1
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1. Oktober 2022 - Dennis Schellhase, Head of DACH Market bei Synology, ist einer der erfolgreichsten Turnier-Gamer, die Europa je hervorgebracht hat. Mittlerweile hat es ihn in den Channel verschlagen – und dort wird er vorerst auch bleiben.
Dennis und Daniel Schellhase sind in gewissen Kreisen nicht nur Namen, sondern Legenden. Denn Dennis Schellhase, Head of DACH Market beim NAS-Spezialisten Synology, und sein Zwillingsbruder Daniel sind allgemeinhin als die Fifa-Twins bekannt. Die beiden Deutschen sind bis heute die erfolgreichsten Turnierspieler, die die Fussball-­Game-Reihe Fifa jemals gesehen hat.

Von circa 2002 bis 2010 gewannen die unter den Gamer-Namen Styla und Hero bekannten Zwillinge unzählige nationale und internationale Turniere in der Fussball-Simulation Fifa. Unter anderem sind beide dreifache Weltmeister im Einzel und x-fache Deutsche Meister im Einzel und Doppel. Nach dem Ende ihre E-Sport-Karrieren suchten sie sich neue Herausforderungen in einer Welt, die die Leser von «Swiss IT Reseller» gut kennen: im IT-Geschäft. Während Dennis Schellhase heute bei Synology den DACH-Markt verantwortet, arbeitet sein Bruder ebenfalls in der IT bei T-Systems.

Vom Bolzplatz an die Konsole

Aufgewachsen sind die Brüder mit Jahrgang 1983 in der deutschen Fussball-Hochburg Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. «Ich bin mit Fussball gross geworden, die ganze Familie besteht aus Schalke-Fans», so Dennis Schellhase. Das führte dann auch dazu, dass er bei den Schalke-Junioren durchaus ambitioniert das Leder getreten hat. Doch Angebote wie Fussball-Internate, an denen Bildung und Sport parallel gefördert werden, gab es damals nicht. Schellhase: «Die Frage war also: Schule oder Fussball? Ich habe mich für die sichere Variante entschieden.» Das Thema Profi-Fussballer war damit vom Tisch, Fussball wurde zum Hobby.

Parallel dazu kamen er und sein Bruder mit Gaming und vor allem mit Sportspielen in Kontakt. Besonders angetan waren die damals noch nicht mal zehn Jahre alten Brüder von Sport-Titeln, die man an einem Bildschirm gegeneinander spielen kann. Bildung, Sport und Gaming kamen sich dabei nicht in den Weg, sondern ergänzten sich im Freundeskreis der Twins. «Schule, Gaming, Fussballtraining, Bett», wie Dennis Schellhase den Rhythmus seiner Kindheit und Jugend zusammenfasst.

Ein paar Jahre später – das Abitur war gerade erfolgreich absolviert – wurde er für den Pflichtdienst gemustert. Und wurde aufgrund eines ungefährlichen (und bei den Zwillingen identischen) Herzfehlers als untauglich erklärt. «Also habe ich mich für das Studium zum Wirtschaftsinformatiker eingeschrieben, hatte bis zum Start aber ein paar Monate Leerlauf», wie er sich schmunzelnd erinnert. «Da fängt man halt an, etwas mehr zu zocken!»

Wir befinden uns mittlerweile in den frühen 2000ern, womit es plötzlich möglich war, online gegen die ganze Welt zu spielen. Schnell war klar: Die Zwillinge waren gut. Richtig gut. Die zufällig an sie herangetragene Idee, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, wirkte erst absurd, doch prompt qualifizierten sie sich als Erst- und Zweitplatzierter in Deutschland für die WM in Südkorea.

Im Vorfeld der WM wurde im Hause Schellhase wild fantasiert, dass man mit den Preisgeldern das Studium finanzieren könnte – es gab 20’000 Euro für den Ersten, 10’000 Euro für den Zweiten und je 8000 Euro für den Sieg im Doppel zu holen. «Tja, wir fuhren dann da hin, wurden Welt- und Vizeweltmeister und haben auch noch das Doppel gewonnen», so Schellhase. Dass Deutsche im E-Sport etwas gewinnen, war laut Schellhase in dieser Zeit «völlig utopisch».

Nach ihrer Rückkehr aus Seoul «hatte sich die Welt verändert», wie er sich erinnert. Es gab Sponsorenverträge, einen fixen Nebenjob-Lohn und Medienaufmerksamkeit. Und sogar ein bisschen Channel: Bevor sie für den Rest ihrer Gaming-Karriere beim Traditions-Gaming-Club SK Gaming anheuerten, spielten die beiden für das Werksteam von Fujitsu Siemens Computers. Die Details ihrer illustren E-Sports-Karrieren lassen sich online bestens nachvollziehen. Interessierten sei es hiermit ans Herz gelegt, das zu tun.

«Aber wenn man alles gewinnt, fehlt irgendwann das, was einen angetrieben hat: gewinnen zu wollen. Das Gewinnen wird zur Verpflichtung», so Dennis Schellhase, und 2010 beschlossen die Brüder parallel zum Abschluss ihres Studiums, dem E-Sport den Rücken zu kehren. «Ich wollte mich wo­anders komplett neu durchsetzen müssen», so seine primäre Motivation. Und nach einigen Jahren im Rampenlicht freute er sich auch auf etwas Anonymität.
 
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Kommentare

Montag, 17. Oktober 2022 Hans Langsamhamster
Spannendes Interview. Sehr interessanter Lebenslauf von Herrn Schnellhase. Eine willkommene Abwechslung zu den anderen 0815 Manager-Typen die hier sonst portraitiert werden.

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