Preisrally bei DRAM-Speicher geht weiter
Quelle: Counterpoint

Preisrally bei DRAM-Speicher geht weiter

Nachdem die Preise für Speichermodule bereits im vierten Quartal 2025 um 40 bis 50 Prozent gestiegen sind, wird für Q1 2026 ein ähnlicher Preisanstieg erwartet.
7. Januar 2026

   

Die Preise für DRAM-Speicher haben im Januar 2026 ein neues Rekordniveau erreicht und übertreffen die bisherigen Höchststände aus dem Jahr 2018 deutlich. Dies geht aus dem aktuellen Memory Price Tracker von Counterpoint Research hervor, in dem von einer Hyper-Bull-Phase die Rede ist, in der sich der Markt befinde. Getrieben werde diese Phase durch die anhaltend hohe Nachfrage nach KI- und Serverkapazitäten.

Die Preise für Speichermodule sind laut Counterpoint im vierten Quartal 2025 um 40 bis 50 Prozent gestiegen. Ein ähnlicher Anstieg wird nun auch für das erste Quartal 2026 erwartet. Für das zweite Quartal zeichnen sich laut den Marktforschern weitere Preiszuwächse von rund 20 Prozent ab. In effektiven Preisen ausgedrückt bedeutet das, dass der Preis für ein 64-GB-RDIMM-Modul von 255 US-Dollar im dritten Quartal 2025 auf 450 US-Dollar im vierten Quartal gestiegen ist. Bis März 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 700 US-Dollar prognostiziert. Die Auguren halten es für möglich, dass im laufenden Jahr ein Preisniveau von bis zu 1000 US-Dollar erreicht wird. Das entspräche 1,95 US-Dollar pro Gigabit, fast doppelt so viel wie der bisherige Spitzenwert von 1,00 US-Dollar im Jahr 2018.


Diese Entwicklung hat selbstredend direkte Auswirkungen auf die Materialkosten von Endgeräten. Als Beispiel nennt Counterpoint das iPhone 17 Pro Max, wo der Speicheranteil 2025 bereits bei über 10 Prozent der Gesamtkosten lag, was ein deutlicher Anstieg gegenüber den 8 Prozent beim iPhone 12 Pro Max im Jahr 2020 ist. Bei Geräten mit 16 bis 24 GB LPDDR5X RAM und bis zu 1 TB UFS 4.0 Speicher kann der Speicher inzwischen bis zu 20 Prozent der gesamten Materialkosten ausmachen. Gleichzeitig nimmt das Angebot älterer Speichertechnologien wie LPDDR4 und eMMC ab. Grosse Hersteller wie Samsung, SK Hynix und CXMT verlagern ihre Produktion auf Server-DDR5, die höhere Margen versprechen, schreibt Counterpoint.

Trotz wachsender Investitionen in die Produktionskapazitäten wird es laut Counterpoint Research dauern, bis das Angebot die hohe Nachfrage ausgleichen kann. Für das Jahr 2026 wird ein Produktionswachstum von 24 Prozent im DRAM-Bereich erwartet. (mw)


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