Think Digital: Information-Overflow

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Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2021/04 – Seite 1
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3. April 2021 - Von Joerg Schwenk
Think Digital: Information-Overflow
(Quelle: Competec)
Wir leben mit der Informationsflut. Jede nur erdenkliche Information ist heute zu bekommen und dies zumeist noch in genügend unterschiedlichen Varianten. Eigentlich, so müsste man meinen, goldene Zeiten, in denen wir von diesen Informationen profitieren können. Wäre da bloss nicht der Mensch, der mit so viel Informationen gar nicht umgehen kann, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Informationstransfer nicht gleichzusetzen ist mit Wissenstransfer.

Veränderungen im Kommunikationsverhalten von Sendern und im Speziellen die fundamentalen Veränderungen bei den heutigen technischen Möglichkeiten zur Kommunikation schaffen ein Überangebot, mit dem die Empfänger der Botschaften nichts mehr anzufangen wissen. Eine Kommunikationseinheit zu erstellen und zu senden ist günstiger denn je, entsprechend gerne werden die vorhandenen Möglichkeiten auch genutzt. Und so ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass die Menge an Werbebotschaften, die uns täglich erreicht, unaufhörlich weiter steigt. Es bleibt uns Menschen gar nichts anderes übrig als die Aufmerksamkeit nur noch auf die für uns wirklich wesentlichen Dinge zu lenken und alles andere ausser Acht zu lassen.
Und weil die Informationen heute weniger beachtet werden, gibt es fürs Marketing und für Werbeschaffende, so scheint es, auch oft nur einen Ausweg. Noch mehr Information über die immer gleichen und wenigen Kanäle (Text, Bild, Ton) zu senden. Sich das eigene Grab schaufeln mag man das wohl nennen; auf jeden Fall scheint es nicht besonders schlau. Ich zumindest glaube an die Kräfte des Marktes und denke, der Markt wird es von alleine richten.

Zum Dank, dass wir Konsumenten lernen müssen, Informationen zu filtern, beschenken uns die Plattformbetreiber dann mit einer «Filterbubble». Dies, weil wir als Konsumenten klare elektronische Botschaften dazu senden, was uns wichtig ist, welche Inhalte uns interessieren. Unser Verhalten wird durch Suchmaschinen, Plattformen und Social Media erkannt und benutzt, um uns noch mehr Informationen zukommen zu lassen. Unter dem Vorwand nur das zu liefern, was uns gefällt, werden wir in eine Ecke gedrängt, in der wir wieder dasselbe Muster anwenden werden. Wir Menschen werden unsere Filter entwickeln. Und fällt uns die Filterung zunehmend schwerer, perfektionieren wir die eigenen Filter eben weiter.
 
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