Der grosse Telekom-Roundtable

Der grosse Telekom-Roundtable

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2022/07 – Seite 2
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Wie sehen die übrigen Vertreter hier am Tisch das Thema Konkurrenzsituation zwischen Provider und Partner?
Felix Ruppanner:
Ich sehe es als klaren Vorteil, dass wir nirgends in Konkurrenz zu unseren In­stallationspartnern stehen. Ich bin sicher, dass das mit ein Grund ist, warum wir laufend neue Partner gewinnen und unsere Partnerbasis verbreitern können. Partner, die sich an der Konkurrenzsituation durch den eigenen Telekomanbieter stören, suchen die Nähe zu uns, was zur Folge hat, dass wir immer häufiger auch zu grösseren Projekten kommen.

Robert Wigger: Bei Sunrise ist es sehr ähnlich. Insbesondere Partner mit starkem IT-Fokus schätzen die Zusammenarbeit mit uns, weil wir sie in ihrem Kerngeschäft IT nicht direkt konkurrenzieren, sondern klar auf Kommunikationslösungen fokussieren. In unseren Augen liegt darin die Basis für eine nachhaltige Zusammenarbeit.

Ist das heute die Strategie von Sunrise, sich auf Kommunikationslösungen zu beschränken? Denn wenn man in die Vergangenheit blickt, gab es seitens Sunrise auch schon Bestrebungen, sich zum ICT-Provider und Komplettanbieter zu wandeln.
Robert Wigger:
Der Fokus liegt heute ganz klar auf Kommunikationslösungen plus der Security-­Thematik – zwei Themen, die zunehmend Hand in Hand gehen müssen. Sunrise ist aber nicht im Datacenter-Geschäft aktiv, wir machen keine hybriden Cloud-Konzepte und wie bieten auch kein Infrastructure as a Service und kein Applikations-Hosting.

Roman Del Medico: Wir als Swisscom haben eine andere Sicht auf die Konkurrenzsituation im IT-Bereich, die uns angelastet wird. Partner schätzen unser modular aufgebautes IT-Serviceportfolio, bei dem sie sich punktuell bedienen können, immer mehr, genauso wie sie die Möglichkeiten sowie die Unterstützung, die wir bieten, schätzen. Denn durch das unterstützende Know-how, das wir Partnern in Bereichen wie Security, Künstlicher Intelligenz oder IoT bieten können, kommen sie an Projekte heran, zu denen sie allein mit ihren Ressourcen und Know-how keinen Zugang hätten. Wir nehmen den IT-Partnern nichts weg, sondern wir bieten ihnen das Potenzial, gemeinsam zu wachsen.

Auch Sipcall ist mit klarem Fokus unterwegs, wie Sie, Herr Gmür, vorhin erklärt haben. Sie haben zudem gesagt, dass Sie heute im Gegensatz zu früher vor allem mit IT-Partnern zusammenarbeiten. Wie viele klassische Telekompartner zählen Sie nichtsdestotrotz noch?
Patrick Gmür:
Nicht mehr sehr viele. In 90 Prozent der Fälle haben wir es heute mit ICT-Firmen zu tun. Denn die meisten klassischen Telekom- und Elektroinstallateure haben sich in den letzten Jahren dazu entschieden, sich zum ICT-Provider zu wandeln, um am Markt bestehen zu können. Diese Bewegung hat damals, als die grosse Umstellwelle von ISDN zu VoIP ins Rollen kam, stattgefunden. Darum lautet unsere Strategie auch, uns voll und ganz aufs Providergeschäft zu konzentrieren. Wir verkaufen keine Lizenzen, keine Hardware, machen keine Installationen. Wir liefern lediglich den stabilen Anschluss, und den Rest des Business überlassen wir unseren Partnern.

Wie sehr fehlt Sipcall oder auch Peoplefone das Mobile-Geschäft?
Patrick Gmür:
Nicht allzu sehr, Mobile ist in Gesprächen mit Endkunden eher selten ein Thema, das Gros der Geschäftskommunikation läuft gemäss unserer Erfahrung nach wie vor über das Festnetz. Und falls der Endkunde doch eine Lösung für die mobile Telefonie wünscht, hält ihn das nicht davon ab, in der Festnetztelefonie mit uns zusammenzuarbeiten. Dasselbe gilt auch für den Internetzugang, den der Partner oder Endkunde zwar über uns beziehen kann, aber nicht muss. Wir überlassen den Entscheid, welcher Provider gewählt wird, dem Partner oder dem Endkunden, und stellen die SIP-Credentials von Beginn weg bereit. Unser Geschäft ist Telefonie über das Festnetz.

Felix Ruppanner: Unsere Sicht ist ähnlich: Mit unserer Vertriebsstrategie ausschliesslich via Partner relativiert sich die Mobile-Frage, denn auch für unsere Partner gehört das Mobilgeschäft nicht zum Kernbusiness, in dem sie Mehrwert erbringen könnten. Entsprechend kommt die mobile Kommunikation auch selten auf den Tisch und die Tatsache, dass wir hier aktuell kein Angebot haben, führt kaum dazu, dass wir an gewisse Projekte nicht herankommen würden. Dass die Situation in Zukunft anders ausschaut, ist gut möglich, und wir beobachten den Markt genau, um uns die Option Mobile offenzuhalten.

Robert Wigger: Wir sehen das ein wenig anders. Viele unserer Kunden sind interessiert an einer durchgängigen Servicequalität, und mit den SIP-Technologien beziehungsweise mit Teams oder Webex lässt sich die Sprachqualität auch messen – End to End vom SIP-Trunk bis zum Mobiltelefon. Als Full Service Provider, der das Mobilegeschäft mit anbieten kann, sind wir hier natürlich im Vorteil.

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