Refurbishing: Ein zweites Leben für alte Hardware

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2021/10 – Seite 2
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Komplexe Wiederaufbereitung

Die Wiederaufbereitung gebrauchter Hardware ist alles andere als trivial. So durchläuft ein Gerät bei Verkaufen.ch mindestens 40 Schritte, bis es wieder zum Verkauf freigegeben wird. «Das Wichtigste ist sicher die zertifizierte Löschung aller Daten auf dem Gerät. Danach wird überprüft, ob die einzelnen Komponenten wie Mikrofon, Bildschirm und so weiter einwandfrei funktionieren. Wenn alles in Ordnung ist, wird das Mobiletelefon feinsäuberlich gereinigt und ist bereit für einen neuen Besitzer. All diese Schritte werden in der Schweiz durchgeführt», schildert Peter Oertlin den Prozess. Auch für Swiss Remarketing hat die Datensicherheit oberste Priorität, wie Herbert Boy Arcilla erklärt: «Sollte ein Löschen der Daten nicht möglich sein, werden die Datenträger mit Hilfe von Degaussern entmagnetisiert, durchbohrt sowie geschreddert und somit vernichtet.» Man müsse bei der Wiederaufbereitung immer auch das Alter der gebrauchten Geräte betrachten, die je nach Branche vier bis sieben Jahre alt sind. «Teure Komponenten wie Motherboards, Displays oder Gehäuse werden nicht ersetzt. Speichermedien wie Festplatten oder Arbeitsspeicher können mittels Originalteilen oder über Third-Party-Hersteller verbaut werden. Wenn man IT-Ware ankauft, die noch Restgarantie besitzt, wird diese über den normalen Service der einzelnen Service-Stellen der Herstellerfirmen erbracht», so Boy Arcilla.

Einzelne Ersatzteile beziehen alle drei Dienstleister in der Regel direkt beim jeweiligen Hersteller. So verwenden etwa die von den Herstellern zertifizierten Techniker von Mobilezone ausschliesslich Originalteile, wie der CEO betont. Verkaufen.ch als zertifizierter Reparatur-Dienstleister für Apple und Samsung erhält die Originalteile ebenfalls von den Herstellern. «Wir bauen somit nur Originalteile ein, die auch über eine Garantie verfügen. Defekte Bauteile werden an Apple und Samsung zurückgesendet, wo sie wiederaufbereitet oder ordnungsgemäss entsorgt werden», sagt Oertlin. Und auch Swiss Remarketing bezieht Original-Ersatzteile gemäss Herbert Boy Arcilla von den Herstellern, besorgt diese nach Bedarf aber auch am freien Markt – auch weltweit.

Nachhaltigkeit und günstige Preise

Refurbishing: Ein zweites Leben für alte Hardware
«Die Coronapandemie und das damit verbundene Home Office haben einen Run auf günstige Zweit- und Drittgeräte ausgelöst.» Herbert Boy Arcilla, Chief Sales ­Officer, Swiss Remarketing (Quelle: zVg)
Wiederaufbereitete Geräte decken ­offenbar ein Marktbedürfnis ab. Bei Mobilezone soll deren Anteil im ­Verkauf bis Ende Jahr bei 1 Prozent zu ­liegen kommen. «Aktuell sind wir mit diesem Ziel auf Kurs. Unser Ziel bis 2025 ist es, dass 6 Prozent unserer in der Schweiz verkauften Smartphones ­Jusit-Geräte sind», so Roger Wassmer. Für den Kauf gebrauchter Hardware sprechen verschiedene Argumente. «Wir stellen fest, dass der Trend immer stärker zunimmt, dass Privatpersonen aus Nachhaltigkeitsgründen vermehrt gebrauchte Geräte kaufen, um so ihren CO₂-Fussabdruck zu verringern und andere Ressourcen zu schonen oder auch um günstiger an ein Gerät zu kommen, das einwandfrei funk­tioniert», meint Peter Oertlin. Zusätzlich seien die technologischen Unterschiede zwischen aktuellen Modellen und deren Vorgänger nicht mehr so gross, sodass in vielen Fällen auch ein gebrauchtes Modell der Vorgängerlinie für viele Kunden ausreichend sei.

Geräte aus zweiter Hand stossen nicht nur bei Privat-, sondern auch bei Firmenkunden auf Interesse. «Wir realisieren einen Grossteil unseres Absatzes mit Privatkunden. Es gibt aber auch etliche Kleinfirmen, die gebrauchte IT-Hardware für ihre Angestellten kaufen. Für reine Office-Anwendungen reicht meistens ein normal ausgestattetes Notebook oder Personal Computer. Man erhält A-Brands mit einem aktuellen Chipset und in gutem Zustand zu einem Bruchteil des Preises eines Neugeräts», sagt Herbert Boy Arcilla von Swiss Remarketing.

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