Der PC-Markt Schweiz 2020

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Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2021/04 – Seite 2
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Consumer-Business boomt

Der PC-Markt Schweiz 2020
(Quelle: IDC EMEA PCD Tracker)
Dass die Schweiz überhaupt Wachstum im PC-Markt ausweisen kann, lag 2020 am Consumer-Geschäft, wo die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 Prozent auf 618’000 Einheiten hochschnellten. Demgegenüber ging der Absatz im Commercial-Geschäft zurück, und zwar um 5,5 Prozent auf 932’000 Einheiten.

Unter dem Rückgang im Commercial-­Geschäft hat vor allem Marktführer HP Inc. gelitten. HPs Absatz sank um 9,1 Prozent, der Marktanteil ging auf (immer noch sehr hohe) 45,2 Prozent zurück. Dafür performte HP Inc. sehr gut im Consumer-Geschäft – wenn auch auf tieferem Niveau. HPs Consumer-­Geräteabsatz legte um 31,8 Prozent zu, der Marktanteil wuchs von 20,1 auf 23,1 Prozent. Damit liegt HP Inc. 2020 nur noch einen guten Prozentpunkt hinter dem Schweizer Consumer-Marktführer Apple, dessen Consumer-Geräte­absatz 2020 um 3,5 Prozent und der Commercial-Verkauf um 17,5 Prozent zurückgingen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Apple im PC-Geschäft weltweit um fast 27 Prozent zulegen konnte. Laut Malini Paul weist Apple in gewissen Regionen darum negative Wachstumszahlen aus, weil der Mac-Hersteller mit Lieferengpässen kämpfte. «Apple hat – wie andere Hersteller auch – gewisse andere Regionen dem europäischen Markt vorgezogen. Das gilt insbesondere für das US-Geschäft, das mit Priorität behandelt wurde. Die Tatsache, dass der Absatz von Apple in der Schweiz rückläufig war, hat in unserem Verständnis einzig und allein mit der Supply-Situation zu tun», sagt Paul. Besserung zeichne sich hierbei nicht ab – im Gegenteil. «Die Popularität von Apples neuem M1-Chip könnte dafür sorgen, dass die Liefersituation von Apple bis mindestens Mitte dieses Jahres weiter schwierig bleiben könnte», fügt Malini Paul an.
Die einzigen beiden Hersteller, deren Absätze sowohl im Consumer- als auch im Commercial-Segment zugenommen haben, sind Lenovo und Acer – wobei dieses Wachstum im Falle von Acer zum einen gering, und zum anderen auf tiefem Stückzahlen-Niveau ausfiel. Laut Malini Paul hat die Tatsache, dass die beiden Hersteller gesamthaft so gut performten, in erster Linie mit Verfügbarkeit und der Priorisierung von bestimmten Deals zu tun. Bei Acer spielt zusätzlich der Fokus auf das Consumer-Geschäft mit hinein. Die Analystin erklärt: «Im Consumer-­Geschäft ist es verhältnismässig einfach, bestimmte Konfigurationen, die verfügbar sind, in den Markt zu drücken. Im Commercial-Geschäft hingegen ist die Nachfrage viel spezifischer und damit in Zeiten von Engpässen schwieriger zu befriedigen. Nicht zuletzt deshalb hat das Consumer-Segment und haben Hersteller, deren Fokus auf diesem Segment liegt, auch deutlich besser performt.»

Dell ist insofern ein Spezialfall, als dass die Texaner im PC-Geschäft schon seit geraumer Zeit auf Profitabilität fokussieren. «Das hat zur Folge, dass Dell immer wieder auch grosse Deals liegen lässt, wenn sie zu preisaggressiv sind und damit die Profitabilität nicht gegeben ist.» Dafür nehme Dell auch in Kauf, Marktanteile zu verlieren – nichtsdestotrotz kann Malini Paul die Strategie nachvollziehen, denn das PC-Geschäft sei in der Tat profitabel für Dell, und sie sehe keine Anzeichen, dass Dell von diesem Fokus abrückt.

Apropos Profitabilität: Zu erwarten gewesen wäre, dass der Durchschnittspreis pro Gerät 2020 deutlich gesunken ist, dadurch, dass vor allem das Consumer-Segment zu Gunsten des Commercial-Sektors zulegen konnte. Dem ist aber nicht unbedingt so, wie Malini Paul erklärt, denn: «Die Engpässe haben sich vor allem im Lower-­end-Segment gezeigt, während die Nachfrage im Premium-Segment zu relativ grossen Teilen gestillt werden konnte.» Entsprechend sind auch die Durchschnittspreise mit einem Minus von 2 Prozent nicht signifikant gesunken. 2019 ging der Durchschnittspreis pro Gerät noch um 7 Prozent nach oben.

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