Firmen wollen keine gebrauchte Hardware

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Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2019/03 – Seite 2
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600 Geräte parallel löschen

Nach dem Entgegennehmen der Geräte beginnt der Audit-Prozess mit der Datenlöschung. Adrian Egger erklärt: "Wir haben bei uns Produktionsstrassen für PCs und Notebooks, 600 Geräte können gleichzeitig an das interne Netzwerk geschlossen werden, über welches wir die Datenlöschsoftware verteilen." Dabei werden in einem ersten Schritt alle Konfigurationsdaten aus den Geräten ausgelesen, beispielsweise die Prozessor­art, Seriennummer, Typ, RAM oder die MAC-Adresse. Danach beginnt die Datenlöschung. "Hier gibt es verschiedene Normen, wobei bei der höchsten die HDDs vom ersten bis zum letzten Sektor mehrmals überschrieben werden. Wir können auch SSDs löschen." Geräte, die Gisler Systems etwa aufgrund eines mechanischen Defekts oder weil sich der Prozess aufgrund des sehr alten Geräts nicht mehr lohnt, nicht löschen kann, werden geschreddert. Zudem werden die Geräte während des ganzen Löschprozesses getestet, sprich alle Komponenten werden dabei relativ stark beansprucht, um zu sehen, ob das Gerät hält. Schliesslich erhält der Kunde eine Projektabrechnung. Diese setzt sich aus den wiederverwendbaren Geräten und ihrem geschätzten Marktpreis sowie den Kosten für die ordnungsgemäss entsorgten, weil nicht mehr weiterverkaufbaren Geräte zusammen.

Pro Jahr werden bei Gisler Systems so etwa 60’000 bis 70’000 Geräte gelöscht. Die Auftragsgrösse beginnt bei rund 20 Geräten und reicht hoch bis zu 10’000 Geräten.

Hersteller sind gelassen

Gisler Systems
Das IT-Remarketing-Unternehmen mit Sitz in Urdorf und 15 Mitarbeitenden verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der professionellen Wiedervermarktung von gebrauchtem IT-Equipment. In ganz Europa kauft und verkauft Gisler Systems IT-Hardware von PCs über Notebooks, Monitore, Drucker, Smartphones und Tablets bis hin zu Midrange- und Mainframe-Servern aller namhaften Hersteller.
Von Seiten Hersteller spürt man bei Gisler Systems keine Vorbehalte gegenüber dem Handel mit gebrauchter Hardware. Egger erklärt: "Unser Geschäftsmodell ist ja nicht wirklich ein kannibalisieren des Herstellergeschäfts. In der Schweiz wird nicht viel gebrauchte Hardware in Firmen reinverkauft, also schenken die Hersteller diesem kleinen Geschäftszweig nur geringe Beachtung." Zudem ist sich Egger sicher, dass der Schweizer Markt für den Verkauf von gebrauchter Hardware an Firmen auch künftig relativ klein bleiben wird. Denn Sinn macht der Einsatz von gebrauchter Hardware in Unternehmen vor allem dann, wenn man beispielsweise im dritten Jahr des ordentlichen Hardware-Lifecycle ist und aufgrund eines Unternehmenswachstums plötzlich 50 Geräte fehlen. "Entweder kaufe ich dann 50 neue Geräte, die aber nicht den anderen eingesetzten entsprechen, oder aber ich setze 50 identische, dafür gebrauchte Geräte ein und kann so die Zeit bis zum ordentlichen Ersatz aller Geräte überbrücken", nennt Egger ein Beispiel.

Was Gisler Systems in den letzten Jahren im Markt hingegen vor allem gespürt hat, sind die sinkenden Preise für Hardware. Sowohl für die Hersteller, aber auch für Gisler Systems, sind die Margen in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden – auch wenn sich die Lage laut Einschätzung von Egger mittlerweile stabilisiert hat und die Geräte nicht mehr günstiger werden. Entsprechend erklärt Egger: "Wir verdienen Geld durch die reine Masse. Vor elf Jahren konnten wir 100 Geräte parallel löschen, jetzt sind wir bei den erwähnten 600 Geräten."

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