Der Motivator: Robert Redeleanu, Chief Business Officer, Sunrise
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Der Motivator: Robert Redeleanu, Chief Business Officer, Sunrise

Teams aufzubauen und zu entwickeln, das bereitet Robert Redeleanu, CBO von Sunrise, Freude. Angetrieben wird er dabei durch Neugierde, Offenheit und Optimismus.

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2023/04

     

Eigentlich hat er ein Studium in Banking und Finance absolviert. Im letzten Monat seiner Ausbildung, während dessen er bei einer Bank arbeitete, wurde ihm aber klar, dass ihm das Umfeld zu statisch ist. Die Rede ist von Robert Redeleanu, Chief Business Officer (CBO) bei Sunrise. Glücklicherweise eröffnete sich ihm kurz darauf die Möglichkeit, beim FMCG-Unternehmen Unilever ein Trainee Programm zu durchlaufen. «Damals, also Mitte der 90er-Jahre, boten in meinem Heimatland Rumänien FMCG-Unternehmen die besten Karriere­chancen», erinnert sich Redeleanu. «Dieser Berufseinstieg war mir eine gute Schule für alle weiteren Stationen meiner Laufbahn.»


Abzüglich eines zweijährigen Unterbruchs, während dessen er für Telemobil tätig war, arbeitete Robert Redeleanu insgesamt rund zehn Jahre für Unilever. Er entwickelte sich in dieser Zeit mehr und mehr in Richtung Commercial Marketing und wuchs in verschiedene Führungsrollen rein. 2009 wechselte er in die Unternehmerrolle und leitete für drei Jahre ein lokales Food-Unternehmen einer beachtlichen Grösse als General Manager. Dies sei eine spannende Zeit gewesen, die ihn viel gelehrt habe. «Ich lernte aber auch, dass ich nicht das Leben eines Unternehmers führen möchte», sagt er rückblickend. Deshalb habe er sich dazu entschieden, wieder in die Corporate-Welt zu wechseln. Bereuen tut Redeleanu seine Zeit als Unternehmer aber keineswegs. Er ist überzeugt: «Manchmal muss man etwas tun, um zu erkennen, dass es nicht zu einem passt.»

Vom Food-Geschäft in die Telekom

Weil er sich selbst eher als Generalisten sieht, gerne Herausforderungen angeht und sich neben der FMCG-­Branche ein zweites Standbein aufbauen wollte, sah er sich nach einer Rolle in einer für ihn neuen Branche um. Dies führte ihn 2013 als Chief Operating Officer zu UPC Rumänien, wo er rund zwei Jahre später zum CEO ernannt wurde. Zudem übernahm er nach und nach auch die Geschäftsleitung für die Niederlassungen in Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei und damit die Gesamtverantwortung für Liberty Global Osteuropa. Dass er die Niederlassung in der Slowakei auch heute noch leitet, sei ein Fakt, den nur sehr wenige kennen. Bekannter ist er inzwischen für seine Rolle als CBO von Sunrise in der Schweiz, die er seit 2022 innehat.


Was auch nur wenige über ihn wissen: Zu Beginn seines Studiums verdiente er sich sein Geld im Korrektorat einer Zeitung. «Der Job passte zu mir, weil ich eine Leidenschaft für Sprache, Syntax und Grammatik habe», so Redeleanu. Und mit einem Augenzwinkern fügt er an: «Noch heute werde ich von Kollegen gefürchtet, die mir ihre Texte zur Prüfung schicken, weil mir der Spass an der Optimierung von Inhalten geblieben ist.»

Freude am Aufbau von Teams

Auf die Frage, worauf er in seiner bewegten Karriere am stolzesten sei, antwortet der B2B-Chef von Sunrise: «Erfolge werden meines Erachtens immer im Team erzielt. Ich messe meinen Erfolg deshalb an den tollen Teams, die ich aufbauen durfte. Am schönsten ist es für mich zu vergleichen, wo ich mit meinen Teams gestartet bin und wohin wir uns in der gemeinsamen Zeit entwickelt haben.» Mit dieser Ansicht geht auch eine seiner prägendsten Erinnerungen einher: die Besteigung des Kilimandscharos mit ausgewählten Mitgliedern des Management-Teams von UPC Rumänien.

Während des zehntägigen Aufstiegs habe er so manche Motivationsrede gehalten. Die letzte sei ihm als Spiegel seiner eigenen Überzeugung geblieben. «Die Challenge haben wir als Sinnbild dafür geplant, dass wir gemeinsam alle Ziele erreichen können, die wir uns setzen. Da standen wir also, kurz vor dem Gipfel, und kämpften gegen sehr kalte Temperaturen und starke Müdigkeit an», erzählt Redeleanu. «Ich erklärte meinen Kolleginnen und Kollegen, dass es eigentlich keine Rolle spiele, ob wir den Gipfel nun erklimmen oder nicht. Wir teilen ein unvergessliches Erlebnis. Die Erfahrung hat uns bereichert und als Team noch stärker zusammengeschweisst.»


Genau diese Überzeugung lebt er auch im Business. Er lege grossen Wert darauf, sich nicht nur auf die Erreichung der Geschäftsziele zu fokussieren, sondern als Optimist die Mitarbeitenden dabei zu motivieren, weiterzubringen und dafür zu sorgen, dass sie mit Leidenschaft an der Sache sind. Daneben ist es ihm wichtig, jeden Tag etwas Neues dazuzulernen. Er sei sehr neugierig.

Diversität privat als auch beruflich

Diese Neugierde und Offenheit will er auch seinem Sohn und seiner Tochter mitgeben. Sie sind in ihrem jungen Leben bereits vier Mal umgezogen. Zwar ist Robert Redeleanu bewusst, dass dies für sie nicht immer nur einfach ist und er ist bestrebt, ihnen durch andere Routinen wie wiederholende Feriendestinationen eine gewisse Verankerung zu bieten. Er würde es dennoch all seinen Freunden empfehlen, mit der Familie einmal in einem anderen Land zu leben. «Ich bin überzeugt, dass man dadurch lernt, eine gewisse Bescheidenheit an den Tag zu legen, indem man sich eine gewisse Anpassungsfähigkeit aneignet und diese erhält», erklärt Redeleanu.


Zudem erlaube einem ein solcher Umzug immer, neue Länder und Kulturen kennenzulernen und sie in einem anderen Kontext zu sehen. Dadurch werden Kinder bereits früh mit Diversität konfrontiert und bauen weniger Vorurteile auf, sondern lernen stattdessen Toleranz, Offenheit und Neugierde gegenüber Unbekanntem. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb ihm die Schweiz gut gefällt: Sie bietet sehr viel Diversität für ein solch kleines Land.

Musik und Speed als Ausgleich

Die Zeit, die ihm neben dem Beruf bleibt, nutzt er denn auch, die verschiedenen Facetten der Schweiz zu entdecken. Sein Ziel sei es beispielsweise, mit der Familie alle Museen in Zürich zu besuchen. Zudem verbringt er viel Zeit auf seinem Rennrad, denn er trainiert mit einigen seiner Arbeitskollegen auf den diesjährigen «Big Ride for Africa» in den Niederlanden.

Daneben geniesst er mit seiner Frau regelmässig einen Abend in der Zürcher Oper. «Die Qualität ist ausgezeichnet und wir schätzen die Intimität, welche einem die vergleichsweise kleineren Grössenverhältnisse bieten», so Redeleanu. Auch das Jazz Festival in Montreux steht seit langem auf seiner Bucket List. Etwas verschmitzt verrät er: «Hätte ich nicht den Berufsweg eingeschlagen, den ich jetzt verfolge, wäre ich vielleicht Musiker geworden – auch wenn ich kein Instrument spiele. Ich finde Musik wahnsinnig inspirierend und hätte gerne die Fähigkeit, mich durch sie auszudrücken.»

Robert Redeleanu

Robert Redeleanu ist 47 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Zürich. Er studierte ursprünglich Banking und Finance, kam aber durch das Trainee Programm beim FMCG-Konzern Unilever schon zu Beginn seiner Karriere immer mehr auf den Pfad des Commercial Marketing. Heute ist Redeleanu als Chief Business Officer für Sunrise in der Schweiz tätig und in dieser Rolle auch für den Channel verantwortlich. Wenn er ­gerade nicht arbeitet, trainiert er auf den «Big Ride for Africa» oder lauscht der ­Musik. (mw)


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