Studerus’ Pläne mit Altreda

Studerus’ Pläne mit Altreda

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2021/06 – Seite 1
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5. Juni 2021 - Mit der Übernahme von Altreda wagt sich Frank Studerus mit seinem Unternehmen in den Nischenmarkt für professionelle Funklösungen. Er erklärt seine Beweggründe.
Studerus’ Pläne mit Altreda
«Alle wollen mit Services ­einen Mehrwert bieten, aber es ist nicht einfach, als ­Distributor ­Services zu verkaufen.» Frank Studerus, Managing Director, Studerus (Quelle: zVg)
Frank Studerus, Gründer und Managing Director des Schwerzenbacher Value Added Distributors Studerus, ist neu auch Eigentümer von Altreda, ­einem Disti für professionelle Kommunikations- und Funklösungen mit Sitz in Schlieren. Beide Firmen sollen künftig eng zusammenarbeiten, mit dem Ziel, Synergien nutzen zu können. «Swiss IT ­Reseller» hat mit Altreda-Neubesitzer Frank Studerus über die Beweggründe für die Übernahme sowie die Pläne mit dem Nischendistributor gesprochen.

«Swiss IT Reseller»: Bei einem zukunftsträchtigen Markt denkt man nicht direkt an Funkgeräte. Wieso haben Sie in diesen Spezialdistributor investiert? Was erhoffen Sie sich davon?
Frank Studerus
: Ich habe tatsächlich auch als erstes gedacht: Ist das ein Wachstumsmarkt? Welches Potential liegt hier drin? Bei genauerer Betrachtung habe ich dann realisiert, dass nicht davon auszugehen ist, dass Funkgeräte früher oder später durch Smartphones ersetzt werden. Denn bei Funkgeräten ist entscheidend, dass man eine Ein- zu Mehrpunkt-Kommunikation hat, dass diese sofort stattfindet und es nicht noch einige Sekunden geht, bis eine Verbindung aufgebaut ist. Und in Notsituationen muss die Kommunikation unabhängig von Netzbetreibern sein. Das ist entscheidend. Der Hauptgrund für die Übernahme war also nicht unbedingt, dass wir hier ein riesiges Wachstum sehen, sondern dass es ein Markt ist, den es auch in 20 Jahren noch geben wird. Zudem bewegt sich Altreda in einer guten Nische, in welcher es nicht einen solchen Ver­drängungskampf gibt, wie wir ihn im IT-Bereich an vielen Orten sehen. Es ist eine Nische, in ­-welcher nicht der Preis als erstes Argument beim Kauf entscheidet.
Wie sind Sie auf Altreda aufmerksam geworden? Wie ist dieser Deal zustande gekommen?
Der bestehende Inhaber wollte die Firma verkaufen, weil er sich auf andere Geschäftsfelder konzentrieren wollte, und ist auf uns zugekommen. Sonst wären wir wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, Altreda zu kaufen, denn wir hatten keine Berührungspunkte. Als der bisherige Altreda-Inhaber auf mich zugekommen ist, war mein erster Gedanke dann auch, dass es nicht passt, das Portfolio von Studerus und Altreda zusammenzulegen. Unsere Studerus-Händler suchen keine Funkgeräte und die Altreda-Funkgerätepartner, die sich in einem sehr speziellen Markt bewegen, wollen auch nicht unbedingt Netzwerkgeräte verkaufen. Das war einer der Hemmungspunkte, den wir gesehen haben.

Wieso haben Sie schliesslich trotzdem zugeschlagen?

Es kam die Idee auf, die Firma weiterhin separat als Altreda laufen zu lassen und die beiden Unternehmen nicht zu verschmelzen. Konsolidierung ist ein klarer Trend in der Distributionswelt. Als lokaler Distributor in einem kleinen Markt wie der Schweiz hat man einen zunehmenden Kosten­druck und es ist schwer, sich zu positionieren. Alle wollen mit Services einen Mehrwert bieten, aber es ist nicht einfach, als Distributor Services zu verkaufen. Und wir können nicht gut ins Ausland expandieren, da wir hauptsächlich mit Zyxel positioniert sind und Zyxel in anderen Ländern schon seine Vertriebskanäle hat. In der Schweiz nehmen wir immer wieder neue Marken hinzu, aber es ist wirklich schwierig, einen Brand zu finden, mit dem man ein lukratives Geschäft aufbauen kann. Die meisten Hersteller haben mehrere Distributoren und dann ist häufig der Preisfaktor das Thema Nummer 1. Ein gutes Geschäft aufzuziehen ist nicht einfach und die Idee ist jetzt einfach, dass wir in Backoffice, Administration und Logistik, also im ganzen Hintergrund, Synergien aufbauen. Man braucht einen Webshop, eine Website, ein ERP-System und muss eine Logistik und eine Buchhaltung haben und das alles effizient managen. Und hier können wir überall Synergien nutzen. Die Idee ist, dass wir gegenüber der Kundenseite mit zwei unterschiedlichen Unternehmen am Markt agieren und beide Seiten ihre Kompetenzen auch behalten. Die Mitarbeiter werden also nur für die eine oder die andere Firma arbeiten. Aber das ERP-System kann dasselbe sein, einfach mit einem anderen Mandat. Nur schon das ERP an die Bedürfnisse anzupassen, ist leider noch immer ein sehr grosser Aufwand. Und wenn man das in einem Projekt für zwei Firmen umsetzen kann, ist das viel effizienter.
 
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