Mehr Tempo bei Dell
Quelle: Dell Schweiz

Mehr Tempo bei Dell

Bei Dell will man künftig schneller entscheiden. In der Schweiz liegt der Fokus dabei auf den Bereichen Rechenzentrum und Software.
9. November 2013

     

Seit kurzem gehört PC-Hersteller Dell definitiv wieder Gründer und CEO Michael Dell, der sich sein Unternehmen mit Hilfe der Investmentfirma Silver Lake zurückgekauft und von der Börse genommen hat. Mitte September hatten die Dell-Aktionäre dem Übernahmeangebot an einer ausserordentlichen Hauptversammlung zugestimmt. Für den Rückkauf waren 13,75 Dollar pro Aktie fällig. Hinzu kam eine zusätzliche, spezielle Cash-Dividende von 13 Cent pro Aktie, was ein Gesamtvolumen von 24,9 Milliarden Dollar für die Transaktion ergibt.
Doch wie wirkt sich der Deal auf Dell als Unternehmen aus? Die Schweizer Delegation hat im Rahmen einer Medienveranstaltung darüber informiert. Laut Christophe Monnin, General Manager von Dell Schweiz, hat Michael Dell sein Unternehmen aus drei Gründen zurückgekauft. Als ersten Grund nennt er die Geschwindigkeit. Monnin erklärt: «Nun kann Michael Dell schneller Entscheidungen treffen, ohne sich vor Investoren erklären oder die Auswirkungen auf die Börse analysieren zu müssen.» Zum zweiten erlaube der Rückkauf weiterhin den Fokus auf das Solutions-Geschäft. Und schliesslich will sich Dell künftig auf Trends wie etwa BYOD konzentrieren und die Modernisierung vorantreiben. Dabei bleibt die Führung von Dell allerdings gleich, nur der Besitzer und der Rückzug von der Börse seien neu, verspricht Monnin.


Software und Datacenter im Fokus

Sein Geschäft wird Dell künftig auf vier Standbeine abstützen. Den ersten Bereich bilden die sogenannten «Business-Class Connected Solutions», sprich das klassische Hardwaregeschäft von Dell. Den zweiten Teil stellt das Segment der integrierten, optimierten Unternehmen dar, in welchem sich alle Bereiche eines Datacenters, wie Netzwerk, Server und Storage, wiederfinden. Das dritte Standbein bilden derweil die Softwarelösungen von Dell, die schliesslich durch die vierte Sparte, die Services, komplettiert werden. In der Schweiz wird sich Dell dabei laut Monnin auf die Bereiche zwei und drei, also Datacenter und Software, konzentrieren. «Diese Segmente funktionieren in der Schweiz bereits gut und befinden sich im Wachstum», führt der General Manager aus. Natürlich werde aber auch der Hardwarebereich weiterhin eine Rolle spielen und für Lösungen brauche es selbstverständlich auch Services, ergänzt Monnin. Und Jürg Schauffelberger, Country Services Director von Dell Schweiz, gibt dazu das Versprechen ab: «Die Daten der Kunden werden in der Schweiz gesichert und bleiben auch hier. Sogar die Facility, wo das Schweizer Dell-Rechenzentrum steht, gehört einer Schweizer Firma.»


Zudem betont Monnin, dass man bei der Weiterentwicklung von Dell auch weiterhin auf die Unterstützung der Partner zählt. «Wir werden in den nächsten Monaten und Quartalen das Partnernetzwerk von Dell weiterhin streamlinen», erklärt Stephan Mühlemann, Austria and Switzerland Region Manager Global Commercial Channel bei Dell. Den Fokus legt das Unternehmen dabei auf mittelgrosse Partner mit lokaler Verankerung und Software-Expertise. Ebenso eine Rolle spielen sollen kleinere Partner mit Spezialisierungen in spezifischen Märkten wie etwa dem E-Health-
Bereich. «Wir sehen in der Schweiz für regionale Partner und nicht für die ganz grossen Partner die grössten Wachstumschancen», so Mühlemann.


Dell Schweiz soll wachsen

General Manager Monnin ist denn auch davon überzeugt: «Dell kann in der Schweiz wachsen, wir glauben fest daran.» Während der Hardwarebereich sich stabil halten wird, prognostiziert Monnin für die Bereiche Rechenzentrum und Software ein schnelles Wachstum. «Und in Kombination mit den Services sehen wir ein grosses Potential», fügt er an. Die Services sollen dabei den Verkauf von Lösungen zusammen mit den Partnern ermöglichen.
Allerdings ist man sich bei Dell durchaus auch bewusst, dass der Markt umkämpft ist. «Aktuell ist HP unser grösster Mitbewerber, weil es ebenfalls alle Bereiche abdecken kann», so Monnin. Es gebe aber auch drei Unterschiede, ergänzt er. Zum einen nennt er die neue finanzielle Struktur durch den Rückkauf von Michael Dell, welche mehr Flexibilität erlaube. Zum anderen verfolge Dell seit vier Jahren eine klare Strategie und ändere diese nicht nach jedem Quartal – je nach Ergebnis. Und schliesslich habe sich Dell vom Direktgeschäft in Richtung Channel entwickelt und nicht wie die meisten Hersteller umgekehrt. Das führe dazu, dass Dell nicht das «Cherry Picking» besonders guter Kunden betreibe wie andere Hersteller. Zudem verspricht der Schweizer General Manager Monnin: «Noch geht Dell in der Schweiz zu 80 Prozent direkt. Wie möchten das indirekte Geschäft allerdings ausbauen.» (abr)



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