IT-Titel trotz Top-Quartalszahlen unter Druck

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2011/09 – Seite 1
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31. August 2011 - Die Mehrheit der IT-Schwergewichte lag mit den Quartalsergebnissen über den Markterwartungen. Der Abwärtstrend an den Börsen machte die Gewinne aber wieder zunichte.
Die Quartalszahlensaison präsentierte in den vergangenen Wochen ein zwiespältiges Bild: Einerseits erfüllten quasi alle Unternehmen die Markterwartungen, lieferten teilweise sogar Rekordergebnisse, und die Aktien erreichten neue Allzeithochs. Auf der anderen Seite verhinderten die Turbulenzen an den Märkten aber einen weiteren Anstieg der Kurse und sorgten statt dessen für eine Talfahrt auf breiter Front.

PC-Hersteller unter Druck

Die Quartalszahlen bei den Hardware-Schwergewichten fielen gespalten aus: Hersteller wie Dell, Intel, aber auch HP litten unter den mageren PC-Absatzzahlen im zweiten Quartal. Dagegen gab es Rekordzahlen wie auch ein All-zeithoch bei Apple, und auch die IBM-Titel erreichten zwischenzeitlich eine neue Bestmarke. Dem Abwärtstrend an der Börse konnte sich jedoch kaum ein Unternehmen entziehen. Einzig Apple konnte sich halten.

- Apple: Mit einem Rekordergebnis konnte einmal mehr Apple aufwarten. Mit einem Umsatz von 28,6 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 7,3 Milliarden Dollar präsentierte das Unternehmen das beste Quartalsergebnis aller Zeiten und toppte die Analystenerwartungen mit Leichtigkeit. In der Folge durchbrach die Aktie erstmals die 400-Dollar-Marke, musste dann aber anschliessend wieder über 10 Prozent abgeben.

- Cisco: Beim weltgrössten Netzwerkausrüster brach der Gewinn infolge Restrukturierungsmassnahmen gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 36 Prozent ein, während man beim Umsatz geringfügig zulegen konnte. Allerdings hatte der Markt mit noch tieferen Werten gerechnet, und die Aktie reagierte dennoch positiv, nicht zuletzt auch wegen eines optimistischen Ausblicks aufs laufende Quartal.

- Dell: Der texanische PC-Hersteller konnte im Berichtsquartal seinen Gewinn um 63 Prozent auf 890 Millionen Dollar steigern und übertraf damit die Analysten­erwartungen. Hingegen lag man beim Umsatz unter den Marktprognosen, und auch der Ausblick enttäuschte die Marktbeobachter. Die Dell-Titel brachen in der Folge um über 10 Prozent ein.

- EMC: Speicherriese EMC präsentierte einen Quartalsgewinn von 546 Millionen Dollar und lag wie auch beim Umsatz von 4,9 Milliarden Dollar leicht über den Erwartungen der Wall Street. Allerdings zeigte sich der Markt enttäuscht vom Ausblick aufs Gesamtjahr, obwohl die Zahlen noch angehoben wurden.

- Hewlett-Packard: HPs Quartalszahlen wurden überschattet von der Ankündigung, das PC-Geschäft verkaufen und sich auch vom Tablet- und Smartphone-Business verabschieden zu wollen. Wurden die Titel vor dem Platzen der Bombe noch für über 32 Dollar gehandelt, fiel die Aktie in der Folge um über 25 Prozent und bewegte sich auch in den darauf folgenden Tagen unter der 25-Dollar-Marke. Sowohl Quartalsumsatz als auch Gewinn entsprachen im übrigen den Markterwartungen, während man sich vom Ausblick aufs laufende Quartal als auch aufs gesamte Geschäftsjahr mehr erhofft hatte.

- IBM: Auch IBMs Quartalzahlen entsprachen den Markterwartungen, konnte Big Blue doch sowohl den Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 Prozent steigern als auch beim Umsatz ein Plus von 5 Prozent präsentieren. Positiv aufgenommen wurde schliesslich auch die angehobene Gewinnprognose aufs gesamte Geschäftsjahr. Die IBM-Titel erklommen in der Folge ein Allzeithoch von über 185 Dollar, um dann im Zuge der nachfolgenden Markt-turbulenzen um über 10 Prozent einzubrechen.

- Intel: Wie Apple konnte auch Prozessormulti Intel mit einem Umsatz von 13 Milliarden und einem Gewinn von 2,95 Milliarden Dollar ein Rekordergebnis präsentieren. Zwar wurde auch der Ausblick angehoben, doch beinhaltete dieser eine verhaltene Wachstums-prognose aufs PC-Geschäft, und die Titel gaben in der Folge nach.

- Nokia: Mit massiven Einbrüchen im Mobiltelefon-Absatz hatte Nokia zu kämpfen, und die Finnen gerieten mit einem Verlust von 368 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Der Markt hatte allerdings bereits mit Zahlen in dieser Grössenordnung gerechnet und reagiert in der Folge wohlwollend. Dazu beigetragen hat allerdings auch Nokias Versprechen, die Massnahmen zur Restrukturierung schneller durchführen zu wollen.
 
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