KANAL TOTAL: Zukunftsvisionen

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2007/20
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19. November 2007 -
«Der Neuheitsgehalt ist gering.» Mit diesem Satz begann kürzlich eine Pressekonferenz eines bekannten Monopolisten im Telko-Markt. Die ­extra in den Morgenstunden nach Bern gereiste Journaille schaute sich entgeistert an, lehnte sich dann aber müde in den Ledersessel zurück. Das mit dem geringen Neuheitsgehalt sind wir gewohnt, heisst nicht, dass wir daraus keine Story machen. «Wir schauen in die Welt der Industrie hinaus und suchen nach schwachen Signalen», referierte der Herr weiter. Klingt fast wie die Erforschung Ausserirdischer, so spannend sollte es dann aber doch nicht werden. «Manch einer von Ihnen schreibt und publiziert nicht nur, sondern macht auch selber Sachen», ging es weiter. Ja! Wir machen Sachen. Und was für welche! Sachen macht auch das Forschungsteam ­besagter Firma. So durften die Einwohner von Köniz einen Sommer lang hotspotten - zum Beispiel auf der Toilette im Schwimmbad. Quasi für Multitasking-Typen: surfen und ... Naja, Sie wissen schon. Man konnte aber auch auf einen Buzzer hauen, sich 30 Sekunden filmen lassen und dann diese hollywoodverdächtigen Videostreifen seinen Freunden auf dem Handtuch nebenan aufs Handy schicken. Gut, man könnte auch direkt miteinander reden, aber wer will sich schon mit richtigen Menschen abgeben? Womit wir schon beim nächsten Projekt ­wären: Starfruit, der Second-Life-Versuch besagter Firma: Virtueller Mann schickt virtueller Frau virtuellen Blumenstrauss. Ist ja wie im richtigen Leben, denk ich. Die Blumen von meinem Freund sind auch irgendwie virtuell, kurz: inexistent. Im nächsten Beispiel verfolgt eine Ehefrau wie im CSI-Wahn mit ihrem Handy akribisch jede Position ihres Tram fahrenden Ehemanns. Wenn diese Rund-um-die-Uhr-Überwachung Realität wird, eröffnen sich ganz neue Geschäftschancen für Scheidungsanwälte. Schliesslich steuert ein Mann mit seinem Mobiltelefon die Kaffeemaschine an - Nespresso, what else, leider ohne George - der Preis für den Espresso wird direkt von seinem Konto abgebucht. «In Japan gibt es das schon lange in der Praxis.» Gut, die Japaner haben auch Pearl Harbor angegriffen, lesen Bücher von hinten nach vorn, fahren auf ­Porno-Comics ab und züchten Miniaturbäume. Muss man ja nicht alles nachmachen.

Susann Klossek

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