Salami-Taktik beim Actebis-Verkauf

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2007/14 – Seite 1
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27. August 2007 - Der Otto-Konzern hat Actebis scheibchenweise abgestossen. Der Verkauf der Schweizer Niederlassung an Tech Data hat Massenentlassungen zur Folge.
Lang, jahrelang war Actebis als Übernahmekandidat ein Thema in den Medien. Der Otto-Konzern als Besitzer hatte selbst nie einen Hehl daraus gemacht, den nicht zum Kerngeschäft Einzelhandel gehörenden Distributionsarm mit seinen jährlich 4 Milliarden Euro Umsatz abstossen zu wollen, zu gering waren die Synergien. Dass der Verkauf sich wohl schwieriger als angenommen gestaltete, zeigte schliess­lich das Vorgehen Ottos: Scheibchenweise, im Stil der «Salami-Taktik», erfolgte die Veräusserung der Firmenteile. Im Mai dieses Jahres die erste offizielle Meldung: Otto verkauft das Actebis-Geschäft in Italien und Spanien und 80 Prozent der Anteile an den Niederlassungen in Nord- und Osteuropa an die polnische Fondsgesellschaft MCI Management.

Zweiter Streich

In einem nächsten Schritt entledigte sich Otto dann am 24. Juli der Firmen in Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Auch hier ist der Käufer eine Beteiligungsgesellschaft: Arques Industries, ein Turn­around-Spezialist, der bereits beim Verkauf der deutschen COS-Anteile seine Finger durch seine Tochter Tisscon Infosystems mit im Spiel hatte, krallt sich die 2,5 Milliarden Euro Umsatz starke zweite Tranche. Es darf erwartet werden, dass sowohl MCI Management als auch Arques in den einzelnen Ländergesellschaften weiter mit dem eisernen Besen aufräumen werden mit dem Ziel, das Geschäft profitabel weiterzuverkaufen. Arques hat für den zweiten Actebis-Anteil 110 Mio. Euro bezahlt. Immerhin bekommt das Unternehmen einen Kundenstamm von 35’000 Firmen und Verträge mit 200 Herstellern für den Vertrieb von über 500 Produkten.
 
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Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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