Portrait: Reto Bertschi - Sie nennen ihn Innovator

Portrait: Reto Bertschi - Sie nennen ihn Innovator

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2005/17 – Seite 1
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3. Oktober 2005 - Reto Bertschi ist es mit LAN Services in Biel gelungen, sich eine lukrative Nische aufzutun. Der Immer-noch-Jungunternehmer hat sein Hobby zum Beruf gemacht und ist seit 16 Jahren im Geschäft.
Portrait: Reto Bertschi - Sie nennen ihn Innovator
«Ich habe Mühe mit dem stromlinienförmigen Manager-Image», sagt Reto Bertschi, Mitgründer und Geschäftsführer von LAN Services. Man glaubt es ihm sofort – seine Haare sind nicht gerade windschlüpfrig drapiert. Und ein Patron, der sein Imperium mit eiserner Hand regiert, ist er ebenfalls nicht. Ist er im Haus, steht seine Bürotür stets offen.
Wer sich darauf die Frage stellt, wie der Bieler es schafft, schon seit 16 Jahren erfolgreich in der IT-Branche Geschäfte zu machen, erhält eine Antwort, die durch ihre Einfachheit überzeugt: Der Mut zum Risiko, das Gespür für den richtigen Augenblick und ein wenig Glück.
Die Firmengeschichte beginnt 1989. Bertschi ist gerade mal 22 Jahre alt, als er zusammen mit seinem Freund Christian Passath die Firma LAN Computer Systems für Netzwerk-Integration gründet. Zwei Namen dominieren zu jener Zeit in diesem Geschäft: IBM und Novell. Die Übertragungsgeschwindigkeit bei den mit koaxialen Kabeln verdrahteten Netzen beträgt 1 Megabit pro Sekunde. Aus heutiger Sicht mit Gigabit-Ethernet nicht gerade atemberaubend.
Vier Jahre später heben die beiden Jungunternehmer die zweite Firma, LAN Services, aus der Taufe. Fortan kümmert sich LAN Computer Systems um die Netzwerk-Installationen, den Verkauf von Hard- und Software sowie die Projektberatung. LAN Services hingegen übernimmt die Wartungs- und Supportarbeit. Gleichzeitig beginnt sich LAN Services als Internet Provider zu betätigen.
Später stossen die Webagentur Bytix mit Sitz in Zürich und die mit Aseantic gegründete Hosting- und Housing-Firma Netrics zur Firmengruppe hinzu. Aktuell stehen 50 Mitarbeitende auf der Lohnliste der Gruppe.
Bertschi leitet als CEO die Geschäfte von LAN Services. Neben der klassischen Dienstleistung eines Providers, dem Internetzugang, bietet das Unternehmen auch Dienstleistungen für Betreiber von TV-Kabelnetzen an. Mit seinen verschiedenen Standbeinen ist es dem Unternehmen letztlich gelungen, in einer lukrativen Nische zwischen den beiden Schwergewichten Cablecom und Swisscom Fuss zu fassen, inklusive Triple-Play-Angebot (Internet, Fernsehen, Telefonie). Es muss eine interessante Nische sein: Denn auch nach 16 Jahren im Geschäft hat Bertschi noch nicht die Nase voll. «Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht», sagt er.

Das Heft in der Hand

Die Leidenschaft für den Computer entdeckt er früh. Als Jugendlicher programmiert er auf seinem Commodore 64 zuerst in Basic, später in Assembler. Das Fundament ist gelegt.
Sein Einstieg ins Berufsleben verläuft jedoch zuerst einmal alles andere als gradlinig. Nach dem Gymer in Bern beginnt er eine Lehre bei der Firma EIM Computer, dem damals grössten Schweizer IBM-Händler.
Bevor der Vertrag unterschrieben ist, verspricht ihm sein künftiger Chef, dass er eine Lehre als Programmierer absolvieren könne. Eine Ausbildung, die es damals – es ist 1984 – gar noch nicht gibt. Deshalb muss sich Bertschi schliesslich mit einer kaufmännischen Lehre begnügen. Wenigstens ist im Lehrplan das Fach Informatik bereits vorgesehen.
Dem Informatik-Lehrer ist Bertschi jedoch um Nasenlängen voraus. Deshalb nimmt er schliesslich das Heft sprichwörtlich selbst in die Hand und unterrichtet seine Mitschüler im Umgang mit dem Computer.
 
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