Mitte September brachten
Ricoh Schweiz und Tochter
Lake Solutions im JED Events in Schlieren rund 380 Partner und Kunden zum Lake Innovation Day zusammen. Ziel war es, den Teilnehmenden in einem eng getakteten Programm nicht nur neue Produkte zu präsentieren, sondern auch über strategische Entwicklungen und globale technologische Neuerungen zu informieren. Keine einfache Aufgabe in diesen Zeiten, wie Lake-CEO Walter Borgia zu Beginn der Veranstaltung unterstrich. Immerhin bewege sich der Markt aktuell so schnell wie selten zuvor. Umso wichtiger sei es für Unternehmen, genau zu prüfen, welche der zahlreichen Innovationsthemen tatsächlich relevant für das eigene Business seien – und was gegebenenfalls Hype bleibe.
Künstliche Intelligenz durfte in diesem Kontext natürlich nicht fehlen. Nicht nur KI-Experte Pascal Kaufmann brachte das Thema auf die grosse Bühne, sondern auch zahlreiche Sprecher von Partnerunternehmen wie HPE, Dell, Arctic Wolf und Commvault. Und dass die Technologie den Sprung vom Hype in den Arbeitsalltag auch tatsächlich schafft, dafür will Lake Solutions Sorge tragen. Der IT-Dienstleister hat jüngst ein AI-as-a-Service-Angebot auf die Beine gestellt, das auch kleinen Unternehmen den sicheren Zugriff auf die Technologie ermöglichen soll. Dieses ist laut Borgia konform unter anderem mit der EU-DSGVO sowie dem AI Act. Zudem wird nicht über Token abgerechnet, sondern zum Festpreis. Das soll volle Kostenkontrolle und mittelständischen Unternehmen letztlich den Sprung in die KI-Welt ermöglichen.
Besonders aktiv positioniert sich Lake zudem im Feld Cybersecurity. Neu in diesem Bereich ist Lake Resilience Fabric, eine umfangreiche Disaster-Recovery-Lösung. Auf Basis von HPE- und Commvault-Technologien soll sie es erlauben, Systeme nach Cyberangriffen oder Ausfallen in kurzer Zeit wieder online zu bringen.
Dokumentenmanagement aus der Schweiz
Zusammen mit
Docuware, ebenfalls Ricoh-Tochter, hat Lake zudem die Docuware Swiss Cloud entwickelt. Dabei handelt es sich um die Dokumentenmanagement-Plattform des deutschen Softwareanbieters, die über die Infrastruktur von Lake aus der Schweiz für Schweizer Kunden bereitgestellt wird. Das Versprechen von Barbara Fehr, Director Office Services von Ricoh Schweiz, für das neue Angebot: hohe Verfügbarkeit, Sicherheit sowie Schweizer Datenhaltung, Betrieb und Support. Gleichzeitig kommt auch hier Künstliche Intelligenz nicht zu kurz. Mit Aura hat Docuware einen eigenen KI-Bot angekündigt, der in Zukunft beispielsweise bei der Suche und der Analyse von Unternehmensinhalten unterstützen soll.
Der Vorstoss respektive die Portfolioerweiterung der beiden Tochterunternehmen passt nahtlos in die Gesamtstrategie von
Ricoh. Der ehemals klassische Druckerhersteller positioniert sich heute primär als Anbieter von Digital-Workplace-Services und als "Leader in Intelligent Work". "Die Zukunft der Arbeit entsteht dort, wo Menschen, Technologie und künstliche Intelligenz sinnvoll zusammenwirken. Unser Ziel ist es, Unternehmen auf diesem Weg mit konkreten Lösungen und messbarem Mehrwert zu begleiten", erklärt Daniel Tschudi, CEO Ricoh Alps, das selbstgesteckte Ziel der Strategie.
Die Transformation scheint gut voranzukommen. Zwar erwirtschaftet Ricoh den Löwenanteil des Umsatzes nach wie vor im Priting-Bereich. 2025 machten Office Services aber bereits 39 Prozent (2024: 37 %) des globalen Umsatzes von 13,1 Milliarden Franken (+3,2 %) aus. In der Schweiz liegt dieser Anteil mit 40 Prozent gar noch etwas höher. Zudem konnte der Anbieter den Umsatz im EMEA-Raum 2025 in Summe um 3,8 Prozent steigern, der Umsatz von Ricoh Schweiz legte zwischen April und Juli um 8,7 Prozent zu. Absolute Zahlen zum europäischen oder Schweizer Markt kann Ricoh zwar nicht nennen, Tschudi resümiert jedoch: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Wachstum, das wir in Europa verzeichnen."
Bereich Workplace Experience legt deutlich zu
Auch im Portfolio spiegelt sich die Transformation des japanischen Anbieters wider. Mittlerweile erstreckt sich das Angebot von
Ricoh mit den vier Bereichen Print & Ricoh Graphic Communications, Process Automation, Cloud & Cyber sowie Workplace Experience weit über Drucker-Geräte hinaus. Gerade Letzterer habe laut Tschudi in der Schweiz deutlich zugelegt, allein im Jahr 2025 um 14,5 Prozent. In diesem Bereich bündelt der Anbieter unter anderem das Printing-as-a-Service-Geschäft, Meeting Room Services & Solutions sowie das Visitor Management.
Und mit Künstlicher Intelligenz hat Ricoh einen weiteren Baustein dieser Ausdifferenzierungsstrategie erkoren, der den Schwerpunkt immer weiter weg von der klassischen Hardware verschieben soll. "Wir betten KI in all unsere Angebote ein", so der Ausblick von Tschudi. Der Manager bekräftigte auf der Bühne jedoch, dass in diesem Rahmen nicht die Technologie allein im Fokus stehen dürfe. Die aktuelle Entwicklung sei ein Change-Prozess, auf den der Mensch mitgenommen werden müsse. Man solle Technologie, KI und Mensch stets zusammen denken, so der Appell des CEO.
(sta)