Amazon war 2018 Pionier, als erste Mini-Supermärkte eröffnet wurden, die ohne Kasse auskommen. Das Konzept namens Amazon Go sah vor, dass die Einkäufe mithilfe von Kameras oder Gewichtssensoren erfasst, zugeordnet und beim Kunden verbucht werden. 2020 wurde die Technologie dann auch an andere Retailer verkauft, und inzwischen soll sie an 360 Standorten in fünf Ländern eingesetzt werden.
Amazon selbst betrieb zuletzt 14 Amazon-Go-Läden in Nordamerika, die nun aber geschlossen werden. Amazon
begründet die Schliessung mit einer strategischen Neuausrichtung. Ebenfalls geschlossen werden die Amazon-Fresh-Supermärkte, von denen es rund 50 gab. Amazon begründet die Entscheidung unter anderem mit fehlender Skalierbarkeit der Amazon-eigenen Läden. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf die zunehmende Nachfrage nach schnellen Lieferdiensten im Lebensmittelbereich, und diesen Bereich will Amazon ausbauen. Zudem testet Amazon unter dem Namen Amazon Now eine neue, ultraschnelle Lieferoption, bei der frische Produkte und Haushaltswaren in rund 30 Minuten zugestellt werden sollen.
Amazon teilt weiter mit, die Same-Day-Lieferung von frischen Lebensmitteln auf zahlreiche weitere US-Städte und Gemeinden auszuweiten. Parallel dazu kündigt Amazon den Ausbau von Whole Foods Market an, einer auf Bio- und Naturprodukte spezialisierten Lebensmittelkette, die seit der Übernahme im Jahr 2017 Teil des Konzerns ist. In den kommenden Jahren sollen über 100 neue Filialen entstehen. Auch das neue Kleinformat Whole Foods Market Daily Shop mit einem fokussierten Sortiment an Fertigmahlzeiten, Kaffee und Alltagsprodukten soll ausgebaut werden, so
Amazon.
Die gewonnenen Erkenntnisse aus Amazon-Go-Läden, etwa die Entwicklung der kassenlosen Just-Walk-Out-Technologie, sollen künftig vermehrt in Logistikzentren und bei Drittanbietern zum Einsatz kommen, so Amazon.
(mw)