Atos kommt Rettung näher - Kretinsky-Angebot ist raus
Quelle: Atos

Atos kommt Rettung näher - Kretinsky-Angebot ist raus

Atos hat sich mit dem französischen Onepoint-Konsortium für einen potenziellen Retter entschieden. Der Vorschlag des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky und seiner Investmentfirma EPEI wurde hingegen abgelehnt.
12. Juni 2024

     

Atos hat dem Vorschlag des Onepoint-Konsortiums für eine finanzielle Umstrukturierung zugestimmt. Laut dem Verwaltungsrat des französischen IT-Dienstleisters stimme der Plan des Konsortiums, bestehend aus Onepoint, dem Unternehmen des französischen Geschäftsmannes David Layani, Butler Industries und Econocom sowie einer Gruppe von Finanzgläubigern, mit den finanziellen Eckdaten und den eigenen Interessen überein. Darin eingeschlossen sind Atos-Mitarbeiter, -Kunden, -Lieferanten, -Gläubiger, -Aktionäre und andere Interessengruppen. Zudem sieht der Vorschlag die Bereitstellung "angemessener finanzieller Liquidität zur Finanzierung des Geschäfts vor". Er werde von einer grossen Zahl der Finanzgläubiger von Atos unterstützt und gehe somit mit dem grössten Potenzial für eine endgültige finanzielle Umstrukturierungsvereinbarung einher, heisst es seitens des IT-Dienstleisters.

Zuletzt hatte Atos noch zwei Vorschläge geprüft, jenen von Onepoint sowie einen Vorschlag von Finanzinvestor EPEI, hinter dem der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky steht. Nun wurde auch der EPEI-Plan abgelehnt, nachdem es zu Beginn noch insgesamt vier Konzepte gab ("Swiss IT Reseller" berichtete). "Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein in unserem finanziellen Restrukturierungsprozess", erklärt Jean-Pierre Mustier, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Atos. "Es hat sich eine Lösung herauskristallisiert, die mit den Interessen der Stakeholder des Unternehmens, insbesondere unserer Mitarbeiter und Kunden, übereinstimmt." Die Lösung gebe nun einen klaren Weg vor, um bis Juli 2024 eine endgültige Vereinbarung zur finanziellen Restrukturierung zu erreichen. CEO Paul Saleh ergänzt: "Das vom Onepoint-Konsortium vorgelegte Angebot entspricht im Grossen und Ganzen den von der Gesellschaft im April dargelegten finanziellen Eckdaten."


Der Vorschlag sieht unter anderem 1,5 Milliarden Euro an neuen Schulden sowie 250 Millionen Euro an neuem Eigenkapital vor. Die finanzielle Restrukturierung soll zu einer massiven Verwässerung der Atos-Aktie führen. (sta)


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