KMU messen Digitalisierung weniger Bedeutung zu als Grossunternehmen

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(Quelle: UZH)
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10. April 2018 - Gemäss einer Studie von EY sind erfolgreiche Unternehmen deutlich offener für digitale Technologien, während finanzielle Möglichkeiten die Digitalisierung im Mittelstand bremsen und kleine Unternehmen dieser weniger Bedeutung zumessen als Grossunternehmen.
Das Beratungsunternehmen EY hat in einer Studie 700 Unternehmen in der Schweiz zu digitalen Technologien befragt, darunter Unternehmen mit bis zu 2000 Angestellten sowie KMU mit rund 30 Mitarbeitern, und kommt zum Schluss: Vor allem erfolgreiche Unternehmen messen den digitalen Technologien eine hohe Bedeutung bei. Gleichzeitig weite sich aber die Schere zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Betrieben in der Schweiz weiter.

Digitalisierung spielt bei zwei von drei Schweizer Unternehmen (66%) eine mittelgrosse bis sehr grosse Rolle. Vor zwei Jahren waren es noch 45 Prozent. Dieser Trend dürfte sich, so EY, auch künftig weiterführen. Fast neun von zehn Betrieben erwarten eine steigende Bedeutung digitaler Technologien, während es vor zwei Jahren noch gerade einmal ein Viertel war. Besonders stark gewichtet werden digitale Technologien im Bereich Life Sciences und bei Dienstleistern, deutlich weniger stark in der Bau- und Energiebranche.

"Die digitale Zweiklassengesellschaft zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Bei vielen unserer Kunden sehen wir, dass erfolgreiche Unternehmen längst die Chancen digitaler Technologien in ihr tägliches Geschäft implementiert haben. Gleichzeitig sehen wir im Schweizer Mittelstand, dass immer noch viele Unternehmen abwarten und zögern, die notwendigen Investitionen zu tätigen. Die ausbleibende Digitalisierung bei diesen Unternehmen kann sich schnell rächen und teilweise sogar die Existenz in Gefahr bringen, wenn die Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verlieren oder unerwartet neue innovative Konkurrenten auftauchen", kommentiert Andreas Bodenmann, Chief Digital Officer von EY in der Schweiz, die aktuelle Marktsituation.
"Der Schweizer Mittelstand hat zum grossen Teil die Herausforderung verstanden und steht der Digitalisierung offen gegenüber", stellt Bodenmann fest. "Wir sehen bei unseren Kunden, dass viele Unternehmen ihre Prozesse optimiert haben und – besonders hinsichtlich Kundenbeziehungen – digitale Technologien nutzen. Sie passen sich flexibel an neue Herausforderungen an und modernisieren auch ihre eigenen Unternehmensabläufe." Nebst Kundenbeziehungen (68%) spielen digitale Technologien für Schweizer KMU vor allem bei der Nutzung mobiler Endgeräte mit 57 Prozent sowie bei Verkauf und Bezahlung ihrer Produkte (52%) eine grosse Rolle.

Insbesondere kleinere Mittelständler täten sich allerdings noch schwer. So sind gemäss der Studie digitale Technologien für die Geschäftsmodelle grösserer Unternehmen im Durchschnitt deutlich bedeutsamer. Während mehr als drei von vier Unternehmen mit Jahresumsätzen über 100 Millionen Franken digitalen Technologien eine mittelgrosse bis sehr grosse Bedeutung zumessen, liegt der Anteil bei kleineren Unternehmen bei nur 63 Prozent. Diesen würden oft die Mittel fehlen, um ihre Produktion oder den Vertrieb umzustellen. Über 70 Prozent der Befragten sehen zwar keine grundsätzlichen Hindernisse, um in digitale Technologien zu investieren, allerdings hemmen begrenzte finanzielle Möglichkeiten 14 Prozent der Befragten, dringend nötige Investments zu tätigen. 10 Prozent fehlt es an Know-how und 9 Prozent an qualifizierten Mitarbeitenden. (swe)

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