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«Jährliche Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent»

«Jährliche Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent»

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2020/07 – Seite 2
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Und wie steht es um das Know-how bei Ihren Channel-­Partnern?
Bezüglich Hardware ist Know-how auf jeden Fall vorhanden. Was die Anwendung angeht, haben unsere Lieferanten und wir eine etwas andere Perspektive. Unser Ziel ist der sorglose Betrieb beim Kunden über mehrere Jahre, während der Fokus des Lieferanten auf dem Verkauf von Hardware liegt. Das kann partiell zu Diskussionen führen.

Wie schätze Sie das Marktpotenzial im Schweizer Retail-­Handel ein? Oder anders gefragt: Wie gross ist der Anteil der Schweizer Retailer, die bereits intelligente Technologie einsetzen?
Dieser Anteil ist noch sehr überschaubar. Wir sind in Vergangenheit vor allem im Bereich Retail-Banking gewachsen, was primär mit dem Einstandspreis für die Hardware zu tun hatte. Durch den Preiszerfall bei der Hardware und insbesondere bei den Displays wurde die Technologie für den Retail zuletzt erst erschwinglich. Wir gehen bei JLS für unser Unternehmen von jährlichen Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent aus. Der Markt wird mindestens ebenso stark zulegen.

Ab welchem Preis sind technologische Retail-Lösungen überhaupt erhältlich respektive sinnvoll?
Es sind weder nach unten noch nach oben Limiten gesetzt. Der Preis wird durch verschiedene Einflussfaktoren bestimmt: Ist die Lösung vernetzt? Sprechen wir von Schaufenster- oder Innenkommunikation? Soll Interaktion Teil der Lösung sein? Und vielem mehr. Uns als Integrator interessiert in erster Linie, Netze zu betreiben – also weniger den einen Bildschirm in einer Filiale, sondern viele Bildschirme in verschiedenen Filialen. Bei solchen Installationen kann das Medium auch erst seine volle Wirkung entfalten – man braucht keine Plakate mehr zu drucken und zu verteilen, sondern kann alles zentral über ein CMS bewirtschaften.
Können Sie die eine oder andere spannende Installation, die Ihr Unternehmen zuletzt umgesetzt hat, beschreiben?
Eines der schönsten Retail-Projekte, das wir letztes Jahr umsetzen durften, betrifft die Gesamterneuerung des Warenhauses Loeb in Bern. Unter anderem haben wir in der Aussenkommunikation Installationen umgesetzt, was insofern herausfordernd war, als dass Loeb für seine liebevoll gestalteten analogen Schaufenster bekannt war, die nun plötzlich um digitale Elemente angereichert wurden. Hier ging es darum, das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Daneben haben wir auch im Innenbereich die gesamte Bandbreite an Lösungen umsetzen dürfen, von digitaler Signaletik auf den Stockwerken bis hin zu Installationen in der Umkleidekabine der Damen-­Lingerie, die es ermöglichen, auf Knopfdruck Beratung anzufordern. Alles in allem haben wir im gesamten Warenhaus 74 digitale Touchpoints realisiert, die Mehrwert in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie eine Verbesserungen der Kundenzufriedenheit schaffen.

Ursache und Wirkung in Verbindung zu bringen respektive die Lösungen tief zu integrieren, dürfte eine grosse Herausforderung sein. Bieten Sie hierbei ebenfalls Unterstützung?
Die Messung der Wirksamkeit ist in der Tat eine grosse Herausforderung, doch es gibt verschiedene Ansätze, diese Herausforderung zu meistern. Sensorik ist hierbei ein Thema, aber natürlich auch die Integration der Systeme ins ERP. Und ja, selbstverständlich bieten wir hier Unterstützung. Den Kunden bei diesen Herausforderungen zu begleiten, erachte ich als wesentlichen Teil der Arbeit als Integrator. Darum habe ich eingangs gesagt: Einen Bildschirm aufzuhängen hat nichts mit der Arbeit eines Integrators zu tun – das kann jeder.

Gibt es noch ein weiteres Beispiel einer spannenden Installation?
Erwähnenswert ist sicherlich auch Rotpunkt – ein Verbund von gut 100 unabhängigen Apotheken. Rotpunkt hat in diesem Frühjahr die Schaufenster der angeschlossenen Apotheken mit einer digitalen Kommunikationslösung ausgestattet, die insofern spannend ist, als dass das Inhaltskonzept einerseits stark absatzwirksam ist – will heissen, dass durch die beworbenen Promotionen der Absatz in den Filialen messbar gesteigert werden konnte. Andererseits wurde ein wunderbares Content-Konzept zur Bewerbung der angebotenen Serviceleistungen umgesetzt. Dabei wurden die verschiedenen angebotenen Services – von der Zeckenimpfung bis zu Wundversorgung – als Kurzcomics inszeniert. Ich bin überzeugt, diese Kampagne wird den Apotheken auch langfristig helfen, sich im Markt als Gesundheitspartner zu positionieren.

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