"Die Problematik hat sich nochmals verschärft"

"Die Problematik hat sich nochmals verschärft"

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2018/09 – Seite 3
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Was braucht es denn genau?
Heute sind wir schon so weit, dass einzig ein gewisses Potential sowie der Wille, etwas zu lernen und sich zu verändern, vorhanden sein muss. Wenn wir für solche Personen zusammen mit zwei, drei Partnern eine Academy aufsetzen können, in denen wir die nötigen Skills dann vermitteln, dann ist das eine Massnahme, von der alle profitieren.

Welche weiteren Wege sehen Sie, um das Problem für den Channel zu entschärfen?
Eine weitere Massnahme kann sicherlich auch sein, dass komplementäre Unternehmen innerhalb des Channels zusammengebracht werden können, damit Aufträge gemeinsam abgearbeitet werden können, anstatt dass man sich gegenseitig die Fachkräfte abspenstig macht. Microsoft könnte hier als neutraler Moderator, Matchmaker und als Ideengeber fungieren. Allerdings darf man nicht naiv sein, dass wird nicht von heute auf morgen geschehen, Zusammenarbeit ist für viele Partner ein grosser Schritt. Und als dritte Massnahme sehe ich aktuell, dass vermehrt versucht werden müsste, Fachkräfte, die an Berufs- und Fachhochschulen im ICT-Umfeld in der Ausbildung stecken, auf Projekte mitzunehmen. Auch studentische Unternehmensberatungen wie beispielsweise die ETH Juniors könnten viel stärker eingebunden werden. Hier muss man noch viel mehr machen, in der Schweiz ist man noch zu wenig systematisch dabei, junge Talente in Kundenprojekte einzubinden und ihnen damit früh zu Erfahrung zu verhelfen. Keine dieser geschilderten Massnahmen wird die Problematik lösen, aber in der Summe können verschiedene Massnahmen Linderung schaffen.
Sie sprechen vornehmlich von jungen Talenten. Wie steht es um die älteren Informatiker über 50, die zum Teil Mühe haben, im Arbeitsprozess drin zu bleiben oder bei Arbeitslosigkeit lange brauchen, einen neuen Job zu finden? Sehen Sie bei diesen Fachkräften auch Potential?
Absolut, und für diese Fachkräfte wurden in der Vergangenheit auch schon Massnahmen umgesetzt. Was ich an dieser Stelle aber auch sagen muss: Erstaunlicherweise gibt es gar nicht so viele Informatiker über 50, die arbeitslos sind. Also müssen wir uns in der Breite umschauen – nicht nur die arbeitssuchenden oder veränderungswilligen Informatiker über 50 in Betracht ziehen, sondern auch die Physiker, Mathematiker oder andere Spezialisten mit Wurzeln in den Naturwissenschaften. Und: Wenn ein Grosskonzern wie jüngst Nestlé bekanntgibt, seine IT-Abteilung massiv zu redimensionieren, müssen wir sofort zur Stelle sein, um den betroffenen Mitarbeitern zu helfen und letztlich das freiwerdende Potential zu nutzen. Dies auch wieder in Zusammenarbeit mit Kantonen und Behörden und allenfalls auch durch unkonventionelle Massnahmen. Dadurch kann man sehr viel bewirken.

Gesamtheitlich betrachtet: Sind Sie zufrieden damit, was die ICT-Industrie als Ganzes für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften leistet?
Ich bin grundsätzlich zufrieden, glaube gleichzeitig aber, sie könnte noch mehr leisten. Wir bleiben als Branche unter unseren Möglichkeiten, und ich denke, wir haben keinen guten Job darin gemacht aufzuzeigen, wie wichtig wir für den Werkplatz Schweiz und für die Exportnation Schweiz sind und wie wichtig wir künftig noch sein ­werden.

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