Alles in Wolken? Langfristige Perspektiven für Channel-Partner

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2013/10 – Seite 2
Link auf diesen Artikel als E-Mail versenden
X
Empfänger:
Ihr Name:
Ihre Mailadresse:

Auswirkungen auf den Channel


Was bedeutet dies nun für Anbieter und Channel Partner? An erster Stelle muss man sich bei der Innovation der eigenen Lei­stungsportfolios mit dieser zukünftigen Zweigleisigkeit zwischen veralteten Systemen und neuen Technologien auseinandersetzen. Es ist zu erwarten, dass hier alle Optionen Zukunft haben. Man kann als Business-Software-Anbieter konservativ bei seinem Kerngeschäft bleiben und die Kunden dabei unterstützen, ihre alten Systeme halbwegs fit zu halten und vor der Geria­triephase zu bewahren. Oder aber man konzentriert sich auf neue Technologien und neue Anwendungsfelder. Oder man macht beides. Die Wachstumsperspektiven sind hier sicher unterschiedlich, aber gerade auch Kompetenz zu (Ur-)Altsystemen und -technologien wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren zu einem lukrativen Markt werden. Auf keinen Fall sollte man aber seine Energie darauf verwenden, etablierte Themenfelder auf neue Technologien zu heben. So ist zu erwarten, dass der Markt für klassische ERP-Systeme auf Basis von Cloud eher ruhig verläuft, da letztlich niemand, der heute mit Erfolg ein ERP-System auf Anwenderseite betreibt, sein zukünftiges Heil zwingend in der Cloud suchen muss. Andererseits kann man Geschäftsprozesse, die traditionell eher mit Excel-Lösungen abgebildet wurden, sehr gut in die Cloud bringen und hier dem anwenderseitigen Verantwortlichen und Entscheider Sicherheit, Ruhe und Kontrolle bringen – schon immer ein Wertetrio, dass gerade in der Business-IT eine hohe Wertschätzung geniesst.

Schatten-IT als Chance


Wer also Anwendungsfelder für seine neuen Cloud- oder Mobility-Angebote sucht, sollte sich zuvorderst mit der Schatten-IT im Unternehmen beschäftigen. Excel, Access aber auch Lotus Notes belegen noch immer zahlreiche (Micro-)Anwendungsfelder und haben gleichzeitig geschäftskritische Dimensionen angenommen. Die Cloud könnte sich hier in Zukunft quasi zu einem Kammerjäger für die Schatten-IT entwickeln.
Das bedeutet aber auch, dass Anbieter ihre Technologieverliebtheit und ihren Spieltrieb endlich aufgeben und sich mit der täglichen Realität in Unternehmen beschäftigen müssen. Des weiteren muss man als Anbieter mit anderen Kostendimensionen und zeitlichen Rahmenbedingungen kämpfen, wenn man bei einem Anwenderunternehmen Applikationen im Bereich der Schatten-IT ablösen möchte. Die Projekte müssen günstig, schnell und leichtfüssig sein. Am Ende heisst das auch, dass die Projektumsätze sinken werden. Dafür besteht aber das Potential, die Frequenz zu erhöhen. Es gilt hier insbesondere, Plattformen für die taktische Entwicklung zu verdrängen und neue zu etablieren. Auch hier ist es sinnvoll, einen Blick auf die aktuellen Erfolgsmodelle zu werfen: Der Erfolg von Excel begründet sich darin, dass es das Programm erlaubt, dass sich der Anwender als Entwickler betätigt. Ein erster Schritt sind hier die App Stores, die quasi aus dem Anwender einen IT-Entscheider machen. Noch heute laufen die Mehrheit der Lizenzumsätze der wahrscheinlich aktuell führenden Cloud-Lösung im Business-Software-Bereich mehrheitlich über die Kreditkarten und das Spesenbudget der betroffenen Fachabteilungen und nicht über das offizielle Budget der IT. Ein scharfer Vergleich mit Excel zeigt aber auch, dass der Schritt zur Entwicklungskompetenz durch den Anwender gerade in der App-Welt noch nicht wirklich vollzogen ist.

Kommentare

Dienstag, 8. Oktober 2013 Ruedi Müller
Leiber Herr Dr. Scherer Las Ihren interessanten Artikel in einem Zug durch. Bin nicht der grosse Fachmann auf dem Gebiet, aber durch meine Trainings für Service Desks grösserer Firmen, bekomme ich so Einiges mit. Und das finde ich eben das Positive an Ihrem Artikel: man muss nicht der Profi sein um zu erfassen, um was es hier geht. Vielen Dank. Ruedi Müller

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage:
Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort:
Name:
E-Mail:
NEUESTE
EMPFEHLUNGEN
MEISTGELESENE
NEWSLETTER ABONNIEREN
Der tägliche Newsletter mit den wichtigsten Meldungen aus der IT- und CE-Branche.
Bitte Feld nicht ausfüllen:
E-Mail
SWICO AKTUELL
SPONSOREN & PARTNER