Scharfe Kritik der IG SAP CH an jüngsten SAP-Ankündigungen
Quelle: SAP

Scharfe Kritik der IG SAP CH an jüngsten SAP-Ankündigungen

Die IG SAP CH übt scharfe Kritik an den Plänen von SAP, Innovationen künftig vornehmlich für die Cloud zu bringen und die Wartungsgebühren zu erhöhen.
5. September 2023

     

SAP steht in der Kritik. Nachdem CEO Christian Klein im Rahmen des jüngsten Bilanzpressekonferenz im Juli angekündigt hat, dass SAP Innovationen künftig vornehmlich in der Cloud verfügbar machen wird und durchgesickert ist, dass ausserdem eine Erhöhung der Wartungsgebühren ansteht, meldet sich nun die IG SAP Schweiz zu Wort. Die Interessengemeinschaft spricht von Preiserhöhungen und einem 180-Grad-Strategiewechsel in Richtung Cloud-only, die bei den Kunden ähnlich schlecht ankämen "wie im 2008 die Geschichte mit den Wartungsmodellen". Damals entschied SAP, die Wartung auf ein teures Modell zu reduzieren und erhöhte die Preise um 30 Prozent, was für heftigen Protest sorgte.


"Diesmal kommt es aber noch schlimmer", schreibt IG SAP Schweiz in einer Mitteilung. Mit den Initiativen Rise with SAP und Grow with SAP schneide SAP den On-Premises-Kunden "den Innovations-Nerv ab und lässt sie im Regen stehen. Diese Kunden müssen mittel- bis langfristig auf strategisch wichtige Innovationen verzichten." Das sei ein Schlag ins Gesicht aller On-Premises-Kunden und auch für alle Hoster von SAP-Lösungen. So sei der Cloud-Zwang mit Preiserhöhungen verbunden und die Abhängigkeiten von SAP würden enorm steigen. IG SAP CH zitiert einen SAP-Kunden mit den Worten: "Wir haben eben mit hohen Kosten unser SAP auf S/4 umgestellt und nun das. Wie sollen wir gegenüber unserem Management argumentieren, dass in absehbarer Zeit nochmals neue Migrationskosten auf uns zukommen."

IG SAP CH fordert vom Softwarehersteller transparente und verständliche Kommunikation, da viel Aufklärungsbedarf vorhanden sei. "Eins ist klar. SAP will grösstmöglichen Profit erzielen. Aber wie profitiert der Kunde? Unsere bisherigen Anfragen an SAP sind im Sande verlaufen. Dabei wäre gerade jetzt proaktive Kommunikation gefordert", so die Interessengemeinschaft. Und weiter: "Wir in der IG SAP sind aufgrund des aktuellen Wissenstands der Meinung, dass SAP mit diesen einseitigen Ankündigungen zu weit geht und klar seine Marktmacht missbraucht. Das könnte Konsequenzen haben, da in der Schweiz gemäss Umfrage im Mai 2023 immer noch die grosse Mehrheit (>90%) der SAP-Kunden mit On-Prem oder mit gehosteten Umgebungen via Hyperscaler unterwegs sind. Diese zahlen seit vielen Jahren jährlich eine hohe Wartungsgebühr für die Wartung und Weiterentwicklung ihrer SAP-Systeme. Da kann es doch nicht sein, dass ein Kunde gezwungen wird, seine gut funktionierende Umgebung mit hohen Mehrkosten in die Cloud zu transferieren." (mw)



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