«Es hat, was es hat»

«Es hat, was es hat»

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2021/12 – Seite 1
Link auf diesen Artikel als E-Mail versenden
X
Empfänger:
Ihr Name:
Ihre Mailadresse:
4. Dezember 2021 - Adrian Müller, Managing Director von HP Schweiz, und Andre Carvalho, Country Category Manager, ­Personal Systems, sprechen im Interview über die Verfügbarkeitssituation rund um PCs in der Schweiz und darüber, wie Händler mit der Situation umgehen sollten.
«Es hat, was es hat»
«Wir als HP rechnen ­damit, dass die Situation bis weit ins Jahr 2022 ­anhält.» Adrian Müller, Managing Director, HP Schweiz (Quelle: zVg)
«Swiss IT Reseller»: Auf die Gefahr hin, die Antwort bereits zu kennen: Mit welchen Fragen seitens der Händler wird HP Schweiz derzeit am häufigsten konfrontiert?
Adrian Müller:
Mit Fragen zur Verfügbarkeit – ganz klar. Die Händler wollen wissen, ob bestimmte Produkte verfügbar sind respektive wann wir wieder Waren erhalten. Und sie wollen wissen, bis wann sich die Lage wieder beruhigt.

Und welche Antwort können Sie ­geben?
Adrian Müller:
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die Situation ändert sich laufend. Insbesondere im PC-Bereich ist die Situation komplex. Bereits früher konnte es bei einzelnen Komponenten wie bestimmten Harddisks mal zu Engpässen kommen. Doch heute gestaltet sich die Verfügbarkeit bei praktisch allen Bauteilen bei allen Herstellern dynamisch. Das bedeutet für den Händler beziehungsweise den Endkunden, dass er sehr flexibel sein muss.
Andre Carvalho: Wichtig ist mir zu erwähnen, dass HP Schweiz diese Probleme adressiert und die Verfügbarkeit von Geräten, die bei unseren Distributoren auf Lager sind, in der Schweiz recht gut ist. Kunden, die eine gewisse Flexibilität an den Tag legen können, kommen also durchaus zu Hardware. Schwieriger wird es dann, wenn der Kunde eine ganz bestimmte Konfiguration braucht und keine Kompromisse eingehen kann.

Wo in der Kette liegen denn die ­Probleme? Kriegt HP keine Komponenten? Oder können die Komponenten nicht schnell genug zu Rechnern verarbeitet werden?
Adrian Müller:
Die Verarbeitung ist nicht das Problem, die Herausforderungen liegen bei der Verfügbarkeit der Komponenten einerseits und in der Logistik andererseits. Ein Problem, das eine Vielzahl an unterschiedlichsten Branchen trifft. Dabei geht es weniger um den Transport der fertigen Geräte zu uns – das haben wir im Griff. Es geht primär um die Zuliefererlogistik, denn unsere Werke können nur produzieren, wenn sie mit Material beliefert werden. Wir alle kennen die Bilder der Container-Berge in den grossen Häfen weltweit. Es ist nicht so, dass diese Container voll sind mit HP-Notebooks, aber es reicht, wenn sich in diesen Containern eine bestimmte Komponente befindet, ohne die wir keine Notebooks produzieren können. Das macht die ganze Situation so unabwägbar.
«Es hat, was es hat»
«Kunden, die eine ­gewisse Flexibilität an den Tag legen können, kommen durchaus zu Hardware.» Andre Carvalho, Country Category ­Manager, Personal Systems, HP Schweiz (Quelle: zVg)
Hat die Verknappung zu einem Umdenken in der Beschaffungspolitik geführt? Hat man die Abhängigkeiten von den Zulieferern etwa durch eine breiter abgestützte Beschaffung entschärft?
Andre Carvalho
: Das ist leider nicht immer ganz einfach, denn gewisse Bauteile kann man nur bei einem Hersteller beziehen. Intel-Prozessoren gibt es nun mal nur von Intel und AMD-Prozessoren von AMD. Dasselbe bei Grafikkarten. Ansonsten hat HP schon immer eine Dual-Sourcing-Strategie verfolgt – also mindestens zwei Zulieferer gehabt. Doch wenn einerseits die Nachfrage so hoch ist wie jetzt und andererseits das Angebot knapp, dann nützen auch mehrere Bezugsquellen nur noch wenig, denn die Verfügbarkeit ist überall beschränkt. HP arbeitet wie alle anderen Hersteller auch daran, die Supply Chain resilienter zu machen – doch das braucht Zeit. Chip-Fabriken ausserhalb Asiens lassen sich nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen.

Wie steht HP im Vergleich mit den Mitbewerbern da – kommt man als Nummer eins oder zwei am Markt eher noch zu Komponenten?
Andre Carvalho: Auch diese Frage ist schwierig pauschal zu beantworten. Wenn wir uns die Marktanteile anschauen, dann bleiben diese in etwa stabil, was darauf schliessen lässt, dass die Spiesse bei allen grossen Herstellern in etwa gleich lang sind. Für einen kleineren Assemblierer aber ist es sicher schwieriger, an Komponenten zu kommen.
 
1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage:
Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
Antwort:
Name:
E-Mail:
NEUESTE
EMPFEHLUNGEN
MEISTGELESENE
NEWSLETTER ABONNIEREN
Der tägliche Newsletter mit den wichtigsten Meldungen aus der IT- und CE-Branche.
Bitte Feld nicht ausfüllen:
E-Mail
SWICO AKTUELL
SPONSOREN & PARTNER