Der Kulturmacher: Daniel Jäggli, Leuchter IT Solutions
Quelle: Leuchter IT Solutions

Der Kulturmacher: Daniel Jäggli, Leuchter IT Solutions

Daniel Jäggli kennt man als VR-Präsidenten von Leuchter IT Solutions, und in Luzern erkennt man ihn am alten Koffer, in dem er seine Fitnessausrüstung herumträgt.
7. April 2018

     

Daniel Jäggli ist als Verwaltungsratspräsident von Leuchter IT Solutions tätig. Dem Luzerner Unternehmen ist er seit über 40 Jahren treu. Jäggli wurde 1960 selbst in der Stadt am Vierwaldstättersee geboren und beschreibt seinen Weg in die IT als "speziell". Er sei ein "extrem schlechter Schüler" gewesen, der schliesslich aus der Sekundarschule flog, worauf ihn seine Eltern in ein Internat geschickt hätten. "Die mussten mich ja nehmen", sagt er und lacht. Im Internat habe sich dann aber plötzlich der Schleier gelüftet und er habe sich daraufhin für eine kaufmännische Lehrstelle beworben.

In der IT, als es noch keine IT gab

Die Lehre begann Jäggli bei der Firma Leuchter und ging dabei jeden Morgen durch dieselbe Türe, durch die heute die Mitarbeiter, Kunden und Partner von Leuchter IT Solutions gehen: "Seit dem 1. Mai 1976 musste ich mich nie umgewöhnen, ich benutze seither immer den gleichen Eingang, um zur Arbeit zu gehen." André Leuchter hatte die Firma 1959 gegründet und hat bereits damals Büromaschinen und Lochkarten-Computer verkauft.


Die Lehre habe ihm grossen Spass gemacht, erzählt Jäggli, und im letzten Lehrjahr habe ihm Leuchter gesagt, dass, wenn er in der Firma bleiben und sich weiterbilden würde, er diese später übernehmen könne. "André Leuchter war Jude und hatte viele Kinder, aber keiner seiner Nachkommen wollte das Unternehmen weiterführen. Geschäftlich gesehen war ich also gewissermassen sein Ziehsohn", erklärt Jäggli. Ein sehr grosszügiges Angebot von Leuchter hat ihn schliesslich dazu bewogen, 1985 die Firma zu übernehmen. Dieses Engagement bedeutete für Jäggli in der Folge aber auch, dass er bis heute sehr eng mit Luzern verbunden geblieben ist.

Dass Daniel Jäggli immer am gleichen Ort geblieben ist, hat ihn als Menschen durchaus geprägt, auch im positiven Sinne: "Was mich ausmacht, ist unter anderem auch eine gewisse Berechenbarkeit und Kontinuität. Ich gehe mit Bedacht, aber schnell vor, schaue nicht gross nach links oder rechts oder beschäftige mich mit Dingen, die man auch noch tun könnte, sondern gehe meinen Weg mit einer gewissen Konsequenz." So sei er auch privat: "Seit 1988 bin ich mit meiner Partnerin liiert, die ich bewusst so bezeichne, denn wir sind nicht verheiratet. Wir haben es mehrmals versucht, doch jedes Mal kam etwas dazwischen. Das letzte Mal Ende 2001, als wir in Marrakesch heiraten wollten, aber nach den Anschlägen in New York niemand mehr zur Hochzeit nach Marokko reisen wollte." Danach hätten sie die Heiratspläne ad acta gelegt und mittlerweile zwei Mädchen im Alter von 14 und 18 Jahren sowie einen Hund mit ADHS.


Auch ihr Lebensentwurf sei etwas ungewöhnlich: "Meine Partnerin ist selbst Unternehmerin, was bedeutet, dass wir unser gemeinsames Leben koordinieren müssen. Meine Rolle in der Familie und gleichzeitig grösstes Hobby ist deshalb heute noch das tägliche Einkaufen und Kochen, was allerdings nicht den Kochkünsten meiner Frau geschuldet ist", sagt er lachend. Sie kümmere sich dafür um die schulischen Belange der Kinder. Das Kochen erfüllt für Jäggli einen doppelten Zweck. Es dient ihm zur Entspannung, aber auch, um den Tag zu strukturieren, denn um den Einkauf erledigen zu können, verlässt er sein Büro jeweils um fünf, auch wenn dies bedeutet, dass er manchmal abends noch arbeiten muss. Die Familie ist Dreh- und Angelpunkt im Leben von Daniel Jäggli und seiner Partnerin: "Da sie ihr Unternehmen zusammen mit ihrer Schwester führt, haben wir uns dafür entschieden, in Meggen ein Mehrgenera­tionenhaus zu bauen, das wir gemeinsam mit den Grosseltern bewohnen." Auch den Zeitpunkt der Geburt der Kinder haben die beiden Familien untereinander abgestimmt.

Traditionen leben

Familientraditionen haben einen grossen Stellenwert. Daniel Jägglis Vater stammt aus Klosters im Kanton Graubünden, weshalb er dort schon seit jeher im Winter Ski fährt und heute auch zwei Wohnungen besitzt, wobei er eine davon seinen Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung stellt. Im Sommer hingegen dominieren die Themen Sonne und Wasser. Die warmen Monate verbringt Daniel Jäggli meistens auf Ibiza, wo die Schwestern ein kleines Haus besitzen. "All diese Möglichkeiten zu nutzen, braucht entsprechend Zeit. Deshalb bin ich pro Jahr 13 Wochen abwesend. Das bedeutet allerdings auch, dass ich währenddessen erreichbar bin und auch täglich arbeite, aber diese Freiheit gönnen wir uns, wodurch wir auch viel Zeit mit den Kindern verbringen können", erklärt Jäggli. Auch im Sport mag er es traditionell: Seine Fitnessausrüstung für das tägliche Training trägt er in einem rund 100 Jahre alten Koffer mit sich herum, wodurch man ihn in Luzern schnell erkenne, schmunzelt er.


Heute denkt er bereits an die Zeit nach Leuchter IT Solutions: "Im Unternehmen gibt es viele langjährige Kollegen, auch solche, die über zwanzig Jahre dabei sind. Mein Geschäftspartner und ich haben uns deshalb Gedanken über unsere Nachfolge gemacht. Es gab auch schon Angebote von anderen Unternehmen, aber für Dritte und für Börsenergebnisse zu arbeiten, war keine Option." Aus diesem Grund wurde 2012 eine Holding mit sieben Unternehmen gegründet, deren Geschäftsführer beteiligt wurden. In der Zwischenzeit sind weitere Mitarbeiter als Partner dazugestossen und bis 2021 soll ein Grossteil des Unternehmens in ihren Besitz übergehen. Somit geht Daniel Jäggli einen ähnlichen Weg wie André Leuchter, als dieser ihm sein Unternehmen übergeben hat.

Grenzen überwinden

Für die Zukunft wünscht sich Jäggli, einmal mehrere Monate in den Bergen oder auf Ibiza verbringen zu können. Längerfristig möchte er hingegen mehr Zeit finden, um sinnstiftenden Tätigkeiten nachzugehen. "Ich präsidiere beispielsweise seit zwei Jahren die höhere Berufsbildung in unserer Branche und möchte mich vermehrt in solchen Themen einbringen", umreisst Jäggli seine Pläne. Die Unternehmenskultur als solche und deren nachhaltige Entwicklung liegen ihm am Herzen, wie sein Engagement für die Schweizer IT-Branche zeigt. Dabei liegt sein Fokus hauptsächlich darauf, KMU zu unterstützen, beispielsweise mit der Initiative Dig:it Now, an der schon fast 30 Unternehmen beteiligt sind: "An die Kleinen denkt kaum jemand. Wir investieren deshalb viel Zeit in solche Projekte, auch wenn nicht direkt etwas zurückkommt." Jäggli hat mehrere solcher Vereinigungen gegründet, in denen auch direkte Konkurrenten sich zusammen für eine gemeinsame Sache einsetzen und eine gemeinsame Kultur schaffen.


Gemeinsam Dinge anzupacken, anstatt den Weg alleine zu gehen; Diese Maxime zieht sich durch Daniel Jägglis Privat- und Geschäftsleben. Der Glaube an die Kraft der Gemeinschaft und an den gegenseitigen Respekt treibt den Luzerner an. Traditionen sind ihm wichtig, viel lieber überwindet er aber Grenzen.

Daniel Jäggli

Daniel Jäggli ist 1960 in Luzern geboren, wo er im Unternehmen von André Leuchter eine kaufmännische Lehre absolvierte und danach weiterarbeitete, bis er dieses 1985 übernahm. Er lebt mit seiner Partnerin, zwei Töchtern im Alter von 14 und 18 Jahren sowie einem Hund in einem Mehrgenerationenhaus in Meggen. Heute ist Daniel Jäggli als Verwaltungsratspräsident von Leuchter IT Solutions tätig. (luc)


Kommentare
Unterschwelliger Humor, mag ich.
Montag, 18. Februar 2019, Annina Zamani



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