Smart Energy Party 2016: Visionen, Extremsituationen und die Zukunftsfrage

Smart Energy Party 2016: Visionen, Extremsituationen und die Zukunftsfrage

(Quelle: SITM)
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28. Oktober 2016 - Mit gewohnt hochkarätigen Rednern, Wirtschafts- und Politikprominenz und einem gelungenen Rahmen zum Netzwerken, wusste auch die diesjährige Smart Energy Party zu überzeugen und lockte 1000 Besucher an.
Auch in diesem Jahr versammelte sich an der – mittlerweile vierten – Smart Energy Party Ende Oktober das Who is Who der Schweizer Energiebranche. In der Umwelt Arena Spreitenbach begrüsste Smart-Energy-Party-Initiator Kurt Lüscher die rund 1000 Besucher aus Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Verbänden und übergab dann Jasmina Ritz, Geschäftsführerin von Limmatstadt, das Wort. Als erste der gewohnt hochkarätigen Redner skizzierte Ritz den Teilnehmern ihre Vision der Limmatstadt, die sich zwischen Baden und Zürich erstreckt – unabhängig von politischen Grenzen. "Heute prallen noch zu viele Chancen an Grenzen ab. Aber ich bin überzeugt, dass grosse Würfe möglich sind", so Ritz in ihrer Rede. Dabei schaffte sie es auch mühelos, den Bogen zu Smart Energy zu spannen: Denn eine moderne Limmatstadt brauche nebst Gebäuden auch vernetzte Systeme. "Lassen Sie uns deshalb heute die smarte Basis für morgen legen", verabschiedete sich Ritz.

Nach einem kurzen Intermezzo von Initiator Lüscher, bei welchem er die Digitalisierung als aktuelles Schlüsselthema der Energiebranche positionierte – "während die Energiepolitik auf Dekarbonisierung setzt" –, folgte mit Robert Bösch der nächste Referent. Der passionierte Bergsteiger und Bergführer ist heute in der Extremfotografie tätig und gewährte mit spannenden und atemberaubenden Bildern einen Einblick in seinen Berufsalltag, in welchem er etwa den komplett ungesicherten Bergsteiger Ueli Steck in der 250 Meter hohen Wand namens Excalibur-Pfeiler fotografiert.
Mit der Zukunft (oder eben nicht) befasste sich im Anschluss Philosoph und Publizist Ludwig Hasler. Hasler stellte die Frage nach unserer persönlichen Energiebilanz: "Wie sind wir energetisch drauf?" Dabei demontierte er das Bild des Schweizers als Bergler und Senn. "Wir sind keine Bergler. Unsere wahre Leistung begann, als wir der Kargheit der Alpen entflohen", so Hasler. "Als Tunnelbauer und Brückenbauer kamen wir vom Fleck, nicht als Geissenpeter." Gerade heute aber verschanze man sich in der Schweiz hinter einem Bild über sich selbst, das nicht mit der Realität übereinstimme. Deshalb die Frage: "Wollen wir Zukunft?" Dazu lieferte Hasler selbst diverse Antworten. Diese reichten von "Wir wollen alles, bloss keine Veränderung" bis hin zu "Ja, aber ohne Stress". Man versuche heute, den Status quo zu konservieren und wolle gar keine Zukunft, sondern eine "Fristerstreckung der Gegenwart". Hasler ermahnte aber: "Entweder wir werden besser oder die andere werden besser als wir. Das wäre der Stolperstein für die Erfolgsstory Schweiz." Und er schloss seine Gedanken mit: "Der Mensch braucht einen Gott oder Zukunft; etwas, das grösser ist als er selbst."

Bevor Bundesrätin Doris Leuthard zur Worte kam, nutzte Initiator Kurt Lüscher die kurze Pause für die Verabschiedung von Fritz Sutter. Denn die diesjährige Smart Energy Party war die letzte, die das Branchen-Urgestein zusammen mit seiner Frau Renate organisiert hat. Er überlässt künftig das Ruder dem Organisationskomitee rund um Kurt Lüscher, Daniela Decurtins (Direktorin VSG), Walter Schmid (Umwelt Arena Spreitenbach) und Michael Frank (Direktor VSE). Keine Angst also, die Smart Energy Party findet auch im nächsten Jahr wieder statt.

Doris Leuthard schliesslich weibelte in ihrer Rede für eine smarte Energiestrategie. Der Energiesektor befände sich in einer herausfordernden Lage, nicht zuletzt aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage. Diese schwierige Lage werde sich noch ein paar Jahre halten, so Leuthard. Umso wichtiger sei es deshalb, sich jetzt zu überlegen, wie man sich künftig positionieren wolle. Dabei plädierte die Bundesrätin für mehr Importabhängigkeit beim Strom, den Aufbau von einheimischen erneuerbaren Energien und sang zudem ein Loblied auf innovative Schweizer Energie-Unternehmen. "Es gilt nun, diese innovativen Produkte und Leistungen an den Markt zu bringen, und zwar weltweit", so Leuthard und schloss, ganz in Anlehnung an Vorredner Ludwig Hasler: "Veränderungen sind nie einfach, aber jammern hilft nicht."

Die Bilder zur Veranstaltung finden Sie in der Galerie. (abr)

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