Smartphones kannibalisieren Navis

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2010/11 – Seite 1
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25. Oktober 2010 - Mittelfristig werden Smartphones Navigationsgeräte verdrängen. Allerdings nicht vollständig, wie Hersteller und Retailer voraussagen.
Während im ersten Halbjahr 2010 der Umsatz mit Smartphones um 73 Prozent gestiegen ist, hat derjenige, der durch den Verkauf von Navigationsgeräten erzielt wurde, um 14 Prozent abgenommen, wie der GfK Markt Monitor Schweiz zeigt. Retailer sehen vor allem mittelfristig eine Tendenz der Verdrängung von Navigationsgeräten durch Smartphones. «Es ist noch etwas verfrüht, um von einer Verdrängung zu sprechen. Der Trend dazu ist aber sicher da», erklärt Reto Stöckli, Einkaufsleiter Unterhaltungselektronik von Steg. Auch Christine Weder, Category Manager bei ARP Datacon, sieht bereits eine Veränderung: «Eine Verschiebung in Richtung Smartphone mit Navigationssoftware zeichnet sich teilweise heute schon ab. Durch den Preiszerfall ist umsatzmässig ein deutlicher Abwärtstrend spürbar. Die Stückzahlen stagnieren.»
Auch bei Digitec sieht man einen Rückgang des Umsatzes mit Navigationsgeräten aufgrund des Preiszerfalls. «Der Umsatz der Navis nimmt durch den generellen Preiszerfall mehr ab als durch die Verdrängung. Stückzahlenmässig sind wir dieses Jahr mit Navigationsgeräten auf einem guten Weg», erklärt Fabian Malik, Product Manager Navigationssysteme/Tablets bei Digitec. Stöckli von Steg sieht derweil eine «uneingebrochene Nachfrage an vollwertigen Navigationsgeräten». Und auch Philipp Müller, Product Manager Mobile Communications von Phonet Suisse, erkennt noch keine Verdrängung im Umsatz. «Beide Produktgruppen wachsen bei den Competec-Firmen sehr stark, wobei die Produktgruppe Mobiltelefone schon aufgrund des höheren Marktvolumens deutlich stärker wächst als die der Navigationsgeräte», so Müller.

Keine Sortimentsänderung

Auf die Sortimentsgestaltung bei den Retailern hat die aktuelle Entwicklung allerdings nur einen geringen Einfluss. Während Steg und Digitec mittlerweile auch Autozubehör für Smartphones anbieten und Steg dieses Sortiment weiter ausbaut, ändert sich bei Phonet Suisse nur die Shop-Präsentation: «Wir bringen Handys und Navis einander näher», so Müller.
Die Hersteller von Navigationsgeräten sehen der aktuellen Entwicklung entspannt entgegen. Romain Walt, Produkt-Manager bei Garmin Schweiz, spürt noch keinen Einfluss auf den Umsatz. Die Leute würden die Smartphones noch immer vor allem zum Telefonieren und Surfen benutzen und nur selten als richtiges Navi.
Auch Rudolf Mayrhofer-Grünbühel, Country Manager Austria & Switzerland von Tomtom, ist mit der momentanen Situation zufrieden: «Tomtom verkauft derzeit mehr portable Geräte denn je. Der Gesamtmarkt steigt – und das sowohl in Bezug auf Stückzahl sowie Umsatz. Innerhalb dieses steigenden Gesamtmarktes wächst der Marktanteil von Tomtom. In der Schweiz sind wir mit durchschnittlich über 50 Prozent Marktanteil Marktführer im Bereich Personal Navigation Device (PND).»
 
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