Software-Anbieter
Atlassian plant eine massive Kündigungswelle. Rund 1600 Mitarbeitenden sollen den Hut nehmen müssen. Das entspricht etwa 10 Prozent der gesamten Belegschaft. Die Mitarbeitenden weltweit sollten bereits Nachrichten bekommen haben, ob sie von den Kürzungen betroffen sind.
Man wolle die damit einhergehenden Einsparungen für Investitionen in den Bereichen KI und Enterprise Sales nutzen und gleichzeitig die Finanzlage stärken, wie CEO Mike Cannon-Brookes (Bild) in einem Blogbeitrag schreibt. Zwar haben man gutes Momentum und ein starkes Q4 hinter sich, so der CEO, aber, wie er weiter schreibt: "die Messlatte dafür, was für Softwareunternehmen als 'hervorragend' gilt – in Bezug auf Wachstum, Rentabilität, Schnelligkeit und Wertschöpfung –, ist höher geworden." Neben der aktuellen Dynamik, von der man beim australischen Software-Haus profitieren will, sind für den CEO nachhaltige GAAP-Rentabilität und die Steigerung der Agilität im Unternehmen zentral bei diesem Umbau.
Beim Kahlschlag gehe es in keiner Form darum, Menschen mit KI zu ersetzen, wie der CEO betont. KI habe aber einen massiven Einfluss auf die gefragten Fähigkeiten der Mitarbeitenden, heute sei schlicht ein anderer Mix an Skills gefragt. Man habe sich also darauf konzentriert, Mitarbeiter zu halten, deren Kompetenzen helfen, als AI-first-Unternehmen erfolgreich zu sein. Da aber keine Rede von der Suche nach neuen Mitarbeitenden ist, die diesem Profil entsprechen, ist Cannon-Brookes' Argumentation nur bedingt schlüssig – der Abbau ist wohl als KI-getriebene Kündigungswelle einzuordnen. Als Abfindung bekommen die geschassten Mitarbeitenden ein Paket, mit dem man über die offiziellen Anforderungen in den betroffenen Regionen hinausgehe. Dazu gehören etwa mindestens 16 weitere bezahlte Wochen und 1000 Dollar bei der Rückgabe des Geschäftsrechners.
(win)