Orbit 99: Ein Termin, zwei Messen

Artikel erschienen in Swiss IT Reseller 2005/22 – Seite 1
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12. Dezember 2005 - Orbit-Chef Ueli Blaser: «Das geplante «Solution Center» ist nicht gestorben, sondern nur verschoben.» Für die Zukunft der Orbit rechnet Blaser mit einem «Ende des Booms».
Die Orbit ist – wie könnte es auch anders sein – nicht unumstritten. Manche stören sich daran, dass sie keine reine Fachmesse ist, sondern auch immer sehr viel neugieriges Consumer-Publikum anzieht. ITR hat deshalb dem Messeleiter der Orbit, Ueli Blaser, ein paar Fragen gestellt.
IT-Reseller: Wachsen oder splitten? Das ist unsere auf den kürzestmöglichen Nenner gebrachte Hauptfrage. Soll die Orbit in ungefähr bisherigem Rahmen in den nächsten Jahren weitergeführt oder in mehrere Messen aufgeteilt werden? Ist der (still und leise realisierte) neue Messebereich «Orbit Home» etwa mehr als nur ein Versuchsballon für einen zusätzlichen Messesektor, eventuell bereits als eigenständige Messe anzusehen, die in kommenden Jahren auch terminlich getrennt von der Orbit veranstaltet wird?
Ueli Blaser, Messeleiter Orbit: Die Orbit will sich ganz klar als Fachmesse für Business-To-Business Kontakte profilieren. 90 Prozent des Angebotes richtet sich an Fachbesucher. Dies ist auch der Grund, weshalb die Orbit mit der «Home» ergänzt wurde, mit Betonung auf «ergänzt». Dies im Interesse der Fachbesucher wie auch der Privatanwender und schliesslich auch der Aussteller. Eine terminliche Trennung von Orbit und Home ist nicht geplant, denn es gibt auch Synergien, was durch die Ergebnisse einer Umfrage bestätigt wird, wonach die Mehrheit der Orbit-Besucher anschliessend auch noch einen Rundgang durch die Home machen wollen, um zu sehen, was es Neues für sie als Privatperson, für Lebenspartner, Sohn und Tochter gibt.
ITR: Wenn also die Stamm-Orbit stärker professionalisiert werden soll, liegt denn da noch ein Ausbau drin (entgegen der bisherigen Entwicklung der Aussteller- und Flächenbelegungszahlen); wo sehen Sie dafür Zukunftschancen?
UB: Mit der Ergänzung durch die Home haben wir den gesuchten Effekt erreicht, eine klar Positionierung der Orbit als Fachmesse für Führungskräfte, Topmanager, Informatikspezialisten, Entscheidungsträger aus allen Wirtschaftsbereichen der Schweiz und auch ein wenig aus dem angrenzenden Ausland, sprich: aus dem badischen und süddeutschen Raum.
ITR: Die Orbit ist eine Mix-Messe, d.h. sowohl Fachmesse wie auch Publikumsmesse, für Profis wie für Consumer. Immer wieder wird von zunehmenden Problemen dieses Messetyps gesprochen. Anbieter von speziellen Produkten für eigentliche Fachleute beklagen uns gegenüber häufig die Schwierigkeit, unter den vielen Messebesuchern echt Interessierte, potentielle Kunden, herauszufiltern. Wie ist die Meinung der Messe Basel dazu, wie Ihre persönliche in Bezug auf die Orbit?
UB: Ich betone: Die Orbit ist keine Mixmesse, sondern die nationale Leitmesse für Informatik, Kommunikation und Organisation. Eine Leitmesse muss, damit sie sich auch so nennen kann, eine gewisse Grösse haben, ein umfassendes Angebot bieten. Das ist das A und O eine gute Messestruktur, denn der Besucher will möglichst rasch und ohne lange Wege eine gesuchte Lösung finden. Der Aussteller auf der andern Seite will möglichst viele neue Kontakte machen. Mit der entsprechenden Messestruktur und einer klaren Gliederung, über die wir uns zusammen mit dem Messebeirat immer wieder den Kopf zerbrechen, kann man dies erreichen. Davon bin ich überzeugt und so haben wir denn die Struktur diesmal wieder erneuert und neu in die Angebotsschwerpunkte Computer, Peripherals, Internet and Communications (Telecommunications, Networking, Online), Software (Basis Software, Software Applications, C-Technologies) und Services aufgeteilt. Diese Neu-Aufteilung zeigt sich auch optisch in den Hallen.

Home mit eigenem Label

ITR: In diesem Zusammenhang ist nie vom Home-Bereich die Rede, wie wenn dieser nicht zur Orbit gehören würde, eine eigenständige Messe wäre. Auch in einem Messeprospekt fällt uns auf, dass der Homebereich separat behandelt wird und ein eigenes Label, gleichberechtigt neben dem bekannten Orbit-Logo, führt.
UB: Das ist richtig. Die Home hat im Prinzip ein eigenes Label. Der Hauptgrund liegt, wie Sie dies auch ansprechen, darin, dass wir eine saubere Orbit-Struktur für den Business-Besucher haben wollen, aber anderseits auch eine saubere Home-Struktur und -Anschrift, damit die Privatbesucher – wenn sie mit dem Tram ankommen auf dem Messeplatz – auch direkt in die entsprechend beschriftete Halle strömen.
ITR: Wir hören immer häufiger, dass sich Aussteller die Teilnahme an Messen gründlicher denn je überlegen, die Kosten hinterfragen, Alternativen (Eigenmessen, Roadshows, Direktwerbung) prüfen. Welches sind Ihre Hauptargumente für eine Teilnahme von IT-Firmen an der Orbit?
UB: Es ist Pflicht für jeden Marketingprofi, dass er sich über die einzusetzenden Mittel Gedanken macht. Wichtig scheint mir, dass er den richtigen Mix zwischen Messen, Inhouse-Veranstaltungen, Roadshows und Direktwerbung findet. Ich als Messemacher sage natürlich, dass die Messe nach wie vor für den Käufer im Entscheidungsprozess ein ganz wichtiges Instrument ist. Und je repräsentativer das Angebot auf einer Messe, desto erfolgreicher die Bearbeitung der Kunden-Zielgruppe. Für den Aussteller, so glaube ich, ist die Messe der wirtschaftlichste Weg, um in relativ kurzer Zeit so viele Kontakte zu machen. Und ich bin überdies überzeugt, dass in der mehr und mehr virtuellen Welt, wo bald alles übers Internet gemacht werden kann, die direkte Begegnung zwischen Menschen wieder verstärkt einem Bedürfnis entspricht. Gerade in dieser Branche, wo wir immer mehr übers Netz interaktiv abwickeln, scheinen physische Kontakte, etwas be-greifen können, menschliche Begegnungen, wieder mehr Bedeutung zu erlangen.
 
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