GoPro und Starman Optical haben
eine Vereinbarung für einen Zusammenschluss unterzeichnet. Im Rahmen der Transaktion erhalten die bisherigen GoPro-Aktionäre insgesamt 285 Millionen Dollar beziehungsweise 1,14 Dollar je Aktie in bar und behalten zusammen rund 10 Prozent der Anteile. Damit übernimmt Starman faktisch die Mehrheit am Kamerahersteller.
Gopro soll weiterhin an der Nasdaq kotiert bleiben.
Für GoPro kommt die Transaktion in einer schwierigen Phase. Der Kamerahersteller hatte
im Juni erhebliche Zweifel an seiner Fähigkeit zur Fortführung des Unternehmens eingeräumt. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage, zuletzt belasteten zusätzlich die gestiegenen Preise und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Speicherkomponenten das Geschäft.
Mit der Transaktion sollen die ausstehenden GoPro-Schulden von rund 92 Millionen Dollar vollständig zurückbezahlt werden. Gleichzeitig soll das Geschäft deutlich über Actioncams und andere Consumer-Produkte hinaus erweitert werden. Starman Optical entwickelt und produziert in den USA optische Transceiver für Rechenzentren. Diese sollen künftig zum Portfolio von GoPro gehören und dem Unternehmen den Einstieg in den Markt für optische Komponenten für KI-Rechenzentren ermöglichen.
Darüber hinaus will das fusionierte Unternehmen die Kompetenzen und Patente von GoPro in den Bereichen Optik und Bildverarbeitung verstärkt für Anwendungen in Verteidigung, Behörden, Robotik sowie Luft- und Raumfahrt einsetzen. GoPro verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 2500 US-Patente.
Das bisherige Consumer-Geschäft von GoPro soll weitergeführt und bestehende Produkte sowie die Abo- und Cloud-Plattform weiterhin unterstützt werden. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Fusion zugestimmt. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen sowie der Zustimmung der GoPro-Aktionäre.
(mw)