Die Zahl der neuen ICT-Lehrverhältnisse im Kanton Zürich ist heuer das zweite Jahr in Folge rückläufig. Wie ICT-Berufsbildung Zürich meldet, haben 2026 insgesamt 660 Lernende eine drei- oder vierjährige Berufslehre in Informatik, Mediamatik, Digital Business oder als ICT-Fachfrau beziehungsweise ICT-Fachmann begonnen. Im Vorjahr zählte man noch 679, 2024 gar 773 neue Lernende.
Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den beiden vierjährigen Informatiklehren aus. In der Fachrichtung Applikationsentwicklung sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent von 219 auf 208 Lernende, in der Plattformentwicklung um 7 Prozent von 187 auf 174. Bei den Entwicklern digitales Business ging die Zahl von 59 auf 57 zurück, während die Mediamatik mit 106 neuen Lehrverhältnissen praktisch stabil blieb. Zulegen konnte einzig die Ausbildung ICT-Fachfrau/ICT-Fachmann: Hier stieg die Zahl von 106 auf 115 und damit um 8,4 Prozent.
Noch stärker ist der Rückgang an der Informatikmittelschule (IMS). Dort beginnen in diesem Jahr 36 Schülerinnen und Schüler die Ausbildung in Applikationsentwicklung, gegenüber 58 im Vorjahr. Dies entspricht einem Minus von 38 Prozent und laut ICT-Berufsbildung Zürich einer Klasse weniger.
Nicht in diesen Zahlen enthalten sind die schulisch organisierten Grundbildungen an Privatschulen. ICT-Berufsbildung Zürich verfügt hierzu über keine aktuellen Zahlen, schätzt deren Anteil auf Basis der Vorjahre aber auf rund 20 Prozent beziehungsweise etwa 130 Schülerinnen und Schüler.
ICT-Berufsbildung Zürich wertet die Entwicklung bei den betrieblichen Lehrstellen trotz des erneuten Rückgangs insgesamt als stabil. Gleichzeitig müsse insbesondere die stagnierende beziehungsweise rückläufige Entwicklung bei den vierjährigen Informatiklehren aufhorchen lassen. Die Nachwuchsförderung sei eine zentrale Massnahme, um dem inländischen ICT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
(mw)