Die EU-Kommission wirft
Temu vor, gegen das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act) verstossen zu haben, das von Online-Marktplätzen eine gewisse Sorgfaltspflicht verlangt, und verhängt deshalb eine Busse von 200 Millionen Euro gegen die chinesische Plattform. Dies schreibt unter anderem das Nachrichtenmagazin "
Spiegel" (Paywall). Konkret geht es darum, dass unzählige Produkte, die auf Temu verkauft werden, Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Angesprochen werden unter anderem Ladegeräte, Chemikalien oder Kleinteile bei Babyspielzeug.
Die EU-Kommission spricht dabei von systemischen Risiken, die Temu zu wenig sorgfältig ermittelt, analysiert und bewertet habe und die durch den Verkauf illegaler Produkte auf der Plattform entstünden. Die Gefahren für Käufer seien massiv unterschätzt worden, und auf den daraus resultierenden Schaden für die Verbraucher in der EU sei Temu nicht sorgfältig eingegangen, ist weiter zu lesen.
Laut "Spiegel" handelt es sich bei den 200 Millionen Euro um die höchste Strafe, die die EU-Kommission unter dem EU-Gesetz für digitale Dienste je ausgesprochen hat. Die Untersuchung gegen Temu wurde im Herbst 2024 eröffnet. Temu hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und laut "Spiegel“ erklärt, ein sicherer, vertrauenswürdiger Marktplatz für Verbraucher sein zu wollen.
Die Untersuchungen gegen Temu sind damit nicht abgeschlossen. Die EU prüft unter anderem auch, ob Temu seine Plattform so entworfen hat, dass sie süchtig machen soll. Zudem hat Temu nun drei Monate Zeit, einen Aktionsplan vorzulegen und die Forderungen nach einer soliden Risikobewertung zu erfüllen. Sollte das nicht geschehen, drohen tägliche Strafzahlungen.
(mw)