Weltweiter PC-Markt wächst durch künstliche Effekte leicht
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Weltweiter PC-Markt wächst durch künstliche Effekte leicht

Die globalen PC-Auslieferungen sind im ersten Quartal 2026 leicht gestiegen. Branchenexperten warnen jedoch: Der Zuwachs spiegelt keine echte Nachfrage der Kunden wider.
14. April 2026

   

Die weltweiten PC-Auslieferungen beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf 62,8 Millionen Geräte. Das entspricht laut den Analysten von Gartner einem Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Omdia kam wiederum auf einen Zuwachs von 3,2 Prozent auf 64,8 Millionen Geräte ("IT Reseller" berichtete).

Nach Einschätzung von Gartner ist dieses Wachstum jedoch nur bedingt aussagekräftig. "Der Anstieg von vier Prozent wurde künstlich aufgebläht", erklärt Rishi Padhi, Research Principal bei Gartner. Ursache sei nicht eine steigende Endkundennachfrage, sondern eine gezielte Aufstockung der Lagerbestände durch Hersteller und Distributoren.


Hintergrund sind die erwarteten Preissteigerungen im zweiten Quartal 2026. Diese werden insbesondere durch stark steigende Kosten für Speicherkomponenten wie DRAM und NAND-Flash getrieben. Gerade im margenschwachen Einstiegssegment hätten Anbieter deshalb frühzeitig grössere Stückzahlen produziert und ausgeliefert. Zudem relativiert sich das aktuelle Wachstum durch einen bereits starken Jahresauftakt 2025. Damals hatten viele Marktteilnehmer ihre Lieferungen vorgezogen, um drohenden US-Zöllen zuvorzukommen.

Im Wettbewerb der Hersteller blieb die Rangfolge an der Spitze weitgehend stabil. Die vier grössten Anbieter behaupteten ihre Positionen, während Asus an Acer vorbeizog und nun den fünften Platz einnimmt. Unter den Top drei konnten Lenovo und Dell ihre Marktanteile ausbauen, während HP Anteile verlor. Deutliches Wachstum verzeichnete hingegen Apple: Der Konzern steigerte seine Auslieferungen um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und gewann 0,8 Prozentpunkte Marktanteil hinzu. (sta)


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