Europäische PC-Markt im Aufschwung - aber nicht mehr lange
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Europäische PC-Markt im Aufschwung - aber nicht mehr lange

Der europäische PC-Markt zeigt sich Anfang 2026 überraschend robust. Doch steigende Speicherpreise und Vorzieheffekte im Handel sollen schon bald für deutlich schwierigere Marktbedingungen sorgen.
25. März 2026

   

Der europäische PC-Markt startet mit solidem Wachstum ins Jahr 2026, steht jedoch vor zunehmendem strukturellem Druck. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens Context. In den ersten zehn Wochen des Jahres legten die Umsätze in der Distribution demnach deutlich zu. Notebooks verzeichneten ein Plus von 10 Prozent, Desktop-PCs sogar von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Treiber dieser Entwicklung ist neben einer anhaltenden Erneuerungsnachfrage vor allem ein strategischer Vorzieheffekt im Channel.

Viele Reseller stocken laut Context ihre Lager gezielt auf, um sich Geräte noch zu den günstigeren Preisen von 2025 zu sichern. Hintergrund sind die stark steigenden Kosten für Speicherkomponenten, die derzeit die gesamte Wertschöpfungskette unter Druck setzen. Laut Context haben sich die Speicherpreise in wichtigen europäischen Märkten seit dem dritten Quartal 2025 teilweise verdrei- bis vervierfacht. Hersteller reagieren darauf mit Preisanpassungen, mit reduzierten Rabatten, weniger Promotions und kürzeren Angebotsfristen.


Für den IT-Channel gehen damit spürbare Einschnitte einher: Mit dem gleichen Budget lassen sich heute deutlich weniger Geräte beschaffen als noch vor wenigen Monaten. Noch schlagen die gestiegenen Komponentenpreise aber nicht vollständig auf die Verkaufspreise durch. Grund ist ein temporärer Puffer. Viele Distributoren verkaufen weiterhin Lagerbestände, die noch zu günstigeren Konditionen eingekauft wurden.

Mit dem Abbau dieser Bestände – voraussichtlich gegen Ende des zweiten Quartals – ist mit deutlich steigenden Preisen zu rechnen. Für das erste Halbjahr 2026 erwartet Context daher weiterhin eine stabile Marktentwicklung, gestützt durch Lagerbestände und laufende Erneuerungszyklen, etwa im Zuge des Support-Endes von Windows 10. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich das Bild jedoch deutlich eintrüben. Sinkende Lagerbestände und anhaltender Kostendruck dürften die Nachfrage bremsen und zu vorsichtigerem Kaufverhalten führen. "Die Lagerbestände der Distributoren schützen derzeit Teile des Marktes vor den vollen Auswirkungen des Preisanstiegs bei Speicherbausteinen, doch handelt es sich hierbei um einen vorübergehenden Effekt", sagt Marie-Christine Pygott, Senior Analystin bei Context. "Gegen Ende des zweiten Quartals und zu Beginn des dritten Quartals werden diese Bestände aufgebraucht sein, und die Preise werden sich zwangsläufig an die zugrunde liegenden Komponentenkosten anpassen." (sta)


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